Buch&Bar 115: Caroline Lahausen und Sylvia Doria “Lust auf Laube”

Finstere Zeiten, die den Glauben an Lauben rauben

Heute in Buch&Bar: Über den heldenmütigen Kampf gegen die allerneuesten Katastrophen beim Lesen und Trinken

Caroline Lahusen und Sylvia Doria: "Lust auf Laube". Die neue Schrebergarten-Kultur. Fotos: Moritz Schmid, Sonja Tobias, Nadja Buchczik. DVA. 29,95 Euro

Können wir uns Gartenlauben überhaupt noch leisten? Nicht in finanzieller Hinsicht, meine ich, sondern in politischer? Heute? Denken Sie an Trump, Terror, abschmelzende Polkappen, Kai Pflaume und andere Katastrophen. Da wollen Sie einfach im Garten abhängen und glücklich sein? Ja, geht’s noch?

Es ist empörend, aber Caroline Lahusen und Sylvia Doria schlagen genau das vor. Ihr Fotoband heißt „Lust auf Laube“ (DVA, 29,95 Euro) und feiert eine neue, angeblich hippe Schrebergartenkultur. Wer in dem Buch blättert, sieht freundliche Menschen, die in freundlicher Umgebung freundliche Dinge tun. Erschreckend! Ist das überhaupt erlaubt? Wo bleibt da das politische Krisenbewusstsein? Im Kräuterbeet verbuddelt? Wenn es früher hieß: Schwerter zu Pflugscharen, dann muss es heute heißen: Lauben zu Protestzentren! Hängematten zu Demo-Transparenten! Gießkannen zu Megafonen! Oder so.

Oder auch nicht. Denn, seien wir ehrlich, der Grillabend neulich im Garten war erholsam und ließ uns Kraft sammeln, um den allerneuesten Katastrophen zu trotzen. Zum Grillkotelett gab es Bier. Im Buch ist das genauso, die Autorinnen haben ein wenig Product-Placement für das Münchner Craft Beer Crew Republic in den Band eingeschmuggelt. Ich schließe mich dieser Empfehlung vollinhaltlich an: Das Pale Ale Foundation 11 rundet jeden Lauben-Grillabend herb-fruchtig ab.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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10 Jahre Buchverbot: Maxim Billers Roman “Esra”

Immer weniger Freiheit der Kunst

Heute vor 10 Jahren wurde Maxim Billers Roman “Esra” vom Bundesverfassungsgericht endgültig verboten. Es ist nicht das einzige Buch, das bei Richtern auf  Verbotslust stößt. Aus Anlass des Verbotes schrieb ich damals eine kleine Bestandsaufnahme der neuesten Neigung zur Zensur. In Erinnerung an den Roman, der der Öffentlichkeit entzogen wurde, stelle ich diesen Artikel noch einmal zu Diskussion.

Die Freiheit der Kunst schrumpft. Diese Tatsache ist allein schon erstaunlich genug. Schließlich wird die Kunstfreiheit, die zum Tafelsilber jeder liberalen Gesellschaft gehört, vom Grundgesetz ohne Einschränkung garantiert. Trotzdem hat sie in jüngster Zeit spürbar Federn gelassen.

Maxim Biller: "Esra" Roman. Verlag Kiepenheuer & Witsch. Seit 2007 verboten. Wird im Netz gehandelt zu Preisen von bis zu 200 Euro

Es sind die Gerichte, die sie Scheibchen für Scheibchen beschneiden und zurechtstutzen, sobald sie mit einem anderen Grundrecht in Konflikt gerät, dem Recht auf Schutz der Persönlichkeit und Intimsphäre. Das Thema ist umstritten wie kaum ein anderes. Selbst das Bundesverfassungsgericht, Deutschlands höchstes Rechtsorgan, ist sich seiner Sache nicht sicher, wenn es gilt, zwischen Kunstfreiheit und Persönlichkeitsschutz abzuwägen.

Als es 1971, im berühmten Verfahren gegen Klaus Manns Roman „Mephisto“, das Verdikt des Bundesgerichtshofes bestätigte, fiel seine Entscheidung denkbar knapp aus. Drei Richter plädierten für eine Freigabe des Buches, drei dagegen. Um das Verbot aufzuheben, wäre eine Mehrheit notwendig gewesen. Ähnlich beim jüngsten Urteil zu Maxim Billers Roman „Esra“: Fünf Richter sahen durch das Buch Persönlichkeitsrechte verletzt und untersagten seine Publikation. Immerhin drei Richter desselben Senats erklärten dieses Urteil ausdrücklich für einen „verfassungswidrigen Eingriff“ in die Grundrechte von Autor und Verlag und hielten ihren Kollegen vor, die Rechte der Literatur zu missachten.

Die Verbotsverfahren laufen fast immer nach dem gleichen Schema ab. Ein Kläger glaubt sich in einer Roman-, Film- oder Theaterfigur wiederzuerkennen und fühlt sich verleumdet, da die Figur nicht in allen Zügen seinem positiven Selbstbild entspricht. Die Richter prüfen dann, wie groß die Ähnlichkeiten zwischen fiktiver Gestalt und realer Person sind und fällen typische „Je-desto“-Entscheidungen: Je negativer oder intimer eine Kunstfigur beschrieben wird, desto stärker muss sie gegenüber ihrem angeblichen Vorbild verfremdet sein.

Früher galt das allerdings nur für den klassischen Schlüsselroman, dessen Held einer weithin bekannten Persönlichkeit zum Verwechseln ähnlich sieht, weshalb jedermann in der Romanfigur sofort die Karikatur des realen Menschen zu sehen glaubt. Durch das „Esra“-Urteil haben die Verfassungsrichter die Gewichte massiv zum Nachteil der Kunstfreiheit verschoben: Nun reicht es für eine Verurteilung bereits aus, wenn nur das enge Umfeld der Betroffenen Parallelen zwischen Fiktion und Wirklichkeit meint ausmachen zu können.

Uwe Wittstock: "Der Fall Esra". Ein Roman vor Gericht. Über die neuen Grenzen der Literaturfreiheit. Verlag Kiepenheuer & Witsch. 18,99 Euro

Sicher, es hat gute Gründe, wenn die Justiz die Bürger davor schützen möchte, dass noch ihre privatesten Lebensumstände in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Wie Boulevardzeitungen und Yellow Press mit prominenten oder auch ganz unbekannten Zeitgenossen umspringen, ist oft skandalös.

Doch Romane, Dramen oder Filme sind keine Tatsachenberichte. Während Zeitungsartikel oder Sachbücher für sich in Anspruch nehmen, über Fakten zu informieren, werden in Kunstwerken Fiktionen entfaltet. Sie berufen sich ausdrücklich nicht auf Tatsachen, sondern auf die Fantasie ihres Schöpfers. Sachbücher oder Zeitungsartikel lassen sich an der Frage messen, ob sie Wahrheiten oder Unwahrheiten über reale Personen verbreiten. Mit der gleichen Frage an einen Roman heranzugehen, ist unsinnig, denn seine Handlung ist weder wahr noch unwahr, sondern erfunden.

Natürlich gibt es immer unbedarfte Leser, die in einer Geschichte nur einen Abklatsch dessen sehen wollen, was der Autor erlebt hat – und so die eigentlich künstlerische, das Erlebnismaterial literarisch formende Leistung des Autors verkennen. Dieses Missverständnis ist so alt wie die Literatur selbst. Aber es ist nicht einzusehen, weshalb es der Literatur zur Last gelegt wird. „Wer eine Geschichte ‚wahr‘ nennt“, schrieb Vladimir Nabokov, „beleidigt Kunst und Wahrheit zugleich.“

Doch vor Gericht finden Überlegungen wie diese wenig Gehör. Nicht zuletzt weil die Richter traditionell darauf verzichten, Gutachten von Kunst- oder Literatursachverständigen einzuholen.

An Verbotsverfahren war in letzter Zeit kein Mangel. So erlitt im Windschatten des Prozesses gegen „Esra“ der Roman „Meere“ von Alban Nikolai Herbst zunächst ein betrübliches Schicksal. Nach Bekanntwerden der ersten Urteile gegen „Esra“ glaubte eine ehemalige Freundin von Herbst sich in einer seiner Romanheldinnen wiederzuerkennen und bemühte das Berliner Landgericht. Auch sie wurde, wie die Klägerinnen gegen „Esra“, vom Autor im umstrittenen Buch nicht namentlich genannt, auch sie war keine landesweit bekannte Person, die sich als Figur für einen Schlüsselroman eignete. Doch hielt das den urteilenden Richter nicht davon ab, das Buch zu verbieten. Erst eine spätere Versöhnung zwischen Klägerin und Autor sorgte dafür, dass der Roman in überarbeiteter Form wieder erscheinen konnte.

Bemerkenswert ist das Los des Kriminalromans „Das Ende des Kanzlers“ von Reinhard Liebermann. Das Buch beschreibt einen Ladenbesitzer, der die Unfähigkeit deutscher Politiker für den Niedergang seines Geschäfts verantwortlich macht und deshalb ein Attentat auf den Bundeskanzler plant. Es erschien im April 2004, Gerhard Schröder nahm Anstoß und das Hamburger Oberlandesgericht zog es aus dem Verkehr. Tatsächlich wird ein Kanzler namens Schröder im Roman erwähnt, aber nicht als Anschlagsopfer, sondern als dessen Amtsvorgänger. Geholfen hat das dem Buch nicht. Was für ein verheerendes öffentliches Signal es ist, wenn selbst der Regierungschef juristisch gegen Literatur vorgeht, liegt auf der Hand.

Jüngst erst klagte ein ehemaliger SS-Offizier gegen die Autobiografie „Ein ganz gewöhnliches Leben“ von Lisl Urban, da er darin unter anderem seine Laufbahn im Zweiten Weltkrieg falsch beschrieben sah. Als sich herausstellte, dass sein Name auf der Liste der Offiziere jenes berüchtigten Polizeibataillons 101 geführt wird, dem Historiker die Ermordung von über 40.000 Menschen in Polen zur Last legen, schmolz vor dem Leipziger Landgericht die Zahl der beanstandeten Passagen schnell zusammen. Ob das Buch damit gerettet ist, steht dahin.

Kleine Verlage haben häufig nicht das Geld, ihren Kampf um beklagte Bücher bis vor höchste Richtertische zu tragen. Wenn Kläger auf dem Instanzenweg einen langen Atem zeigen, können sie mitunter selbst dubiose Einsprüche durchsetzen. Die zügig wachsende Bereitschaft, die Kunstfreiheit zugunsten des Persönlichkeitsschutzes einzuschränken, trifft aber nicht nur die Literatur, sondern auch das Theater. Im Oktober 2006 ging Ulrike Meinhofs Tochter Bettina Röhl gegen die Uraufführung des Stückes „Ulrike Maria Stuart“ der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek vor und konnte Änderungen der Inszenierung durchsetzen.

Besonders bizarr ist ein Fall aus der Kinobranche. 2006 untersagte das Oberlandesgericht Frankfurt die Aufführung des Filmes „Der Kannibale von Rohtenburg“, da es der Mörder Armin Meiwes nicht hinnehmen müsse, dass auf der Leinwand ein Leben und Verbrechen gezeigt werde, das seinem Leben und Verbrechen weitgehend gleiche. Reportagen über den Prozess, die – im Gegensatz zum Film – Meiwes’ Namen nannten, blieben dagegen unbeanstandet. Die besondere Freiheit der Kunst verwandelt sich hier zur besonderen Unfreiheit: Tatsachenberichte sind erlaubt, der Rückgriff auf den gleichen Stoff mit künstlerischer Absicht dagegen ist verboten.

Wie seltsam sich die Fronten bei solchen Prozessen verschieben können, zeigte auch der juristische Konflikt um den Fernsehfilm „Contergan“. Die ehemaligen Gegenspieler in der Contergan-Affäre, die Pharmafirma Grünenthal und der Opferanwalt Karl Hermann Schulte-Hillen gingen beide gegen die Ausstrahlung des Zweiteilers vor, da er aus ihrer Sicht nicht in allen Punkten den historischen Tatsachen entsprach. Doch das hatte letztlich wohl nur eine Dokumentation gekonnt, nicht ein Spielfilm.

Es wäre naiv anzunehmen, dass allen, die sich an solchen Fällen beteiligen, allein der Schutz hehrer Persönlichkeitsrechte am Herzen liegt. Durch die zunehmende Verrechtlichung künstlerischer Arbeit werden zugleich lukrative Geschäftsfelder für entsprechend spezialisierte Juristen erschlossen. So reisten 2006 zwei Rechtsanwälte – einer davon aus München – in das rumänische Dorf Glod, in dem der Schauspieler Sacha Baron Cohen Teile seiner Filmsatire „Borat“ gedreht hatte. Sie einigten sich mit Dorfbewohnern, die als Statisten an Dreharbeiten beteiligt waren, darauf, dass deren Persönlichkeitsrechte durch ihre Rollen im Film verletzt worden seien. Die Anwälte reichten daraufhin gegen die Produktionsfirma eine Schadenersatzforderung von 30 Millionen Dollar ein.

50.000 Euro Schmerzensgeld hat das Landgericht München in erster Instanz der Ex-Geliebten des Dichters Maxim Biller zugesprochen. (In zweiter Instanz wurde das Urteil kassiert.)

Woher diese rapide wachsende Klageflut? Kann es sein, dass die moderne Allgegenwart der Medien hier eine paradoxe Wirkung entfaltet? Dass wir im Umgang mit ihnen nicht gewiefter geworden sind, sondern dümmer, und es verlernt haben, zwischen nüchterner Berichterstattung und den vertrackten Maskenspielen der Künste zu unterscheiden? Dass wir selbst da um die Authentizität unseres Abbildes fürchten, wo wir gar nicht gemeint sind?

Doch mit der Kunstfreiheit ist nicht nur die Freiheit der Künstler in Gefahr, sondern auch die des Publikums. Was nicht gedruckt, aufgeführt oder gezeigt werden kann, kann auch nicht gelesen oder angeschaut werden.

Umso verwunderlicher, wie wenig Beachtung das Verfahren gegen „Esra“ lange Zeit fand. Erst nach dem Verbot durch den Bundesgerichtshof schlugen einige Autoren und Schriftstellerorganisationen halblaut Alarm. Dabei ist die Freiheit der Kunst keine ein für allemal errungene Selbstverständlichkeit. Sie kann Stück für Stück verloren gehen. Sie braucht, wie die zunehmende Zahl der Verfahren zeigt, energische Verteidiger. Sie braucht Fürsprecher, die sie gegen simplifizierende Betrachtung (auch durch Gerichte) in Schutz nehmen.

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Buch&Bar 114: David Tripolina

Wir können mehr als nur Kalsarikännit !

Buch&Bar heute: Über das zarte Gefühl von hüzün in jüngster Zeit beim Lesen und Trinken

David Tripolina: "Einzigartige Wörter". 333 Begriffe, die es nur in einer Sprache gibt - und was sie bedeuten. Riva Verlag. 9,99 Euro

Die Norweger sind ein glückliches Volk. Nicht nur, dass sie auf Platz 1 der „World Happiness“-Rangliste der UN stehen. Nein, sie verfügen außerdem noch über den absolut beneidenswerten Begriff Utepils für ein am ersten heißen Tag des Jahres im Freien getrunkenes Bier. Gibt es Schöneres als Utepils?

David Tripolina hat 333 solcher exquisiten Vokabeln, die nur in einer Sprache existieren, in dem Buch „Einzigartige Wörter“ versammelt (Riva, 9,99 Euro). Manches davon haut einen echt um: Die Türken (!) zum Beispiel kennen einen Ausdruck für das düstere Gefühl, wenn politisch alles den Bach runtergeht: hüzün. Mein Gott, was fühle ich mich hüzün in letzter Zeit. Wir alle sollten jetzt mehr tun als nur: hahn (Koreanisch: geduldiges Warten auf Besserung). Und trotz aller Melancholie angesichts der Nachrichten aus dem Weißen Haus, der Türkei oder der Führungsetage von München 1860 auf Kalsarikännit verzichten (Finnisch: Sich zu Hause in der Unterhose betrinken und keine Anstalten machen, das Haus zu verlassen). Mal ganz zu schweigen von Gratrunka (Schwedisch: Masturbieren, während man sehr traurig ist).

Sobald es jetzt wirklich warm wird, rate ich dringend zu Utepils. Doch falls mitten im Sommer wieder der Dauerregen einsetzen sollte, empfehle ich beim Kalsarikännit zu einem guten Single Malt wie Glen Scotia 16 years old von der schottischen Westküste. Erstens ist der Regen gewohnt und zweitens sehr umami (Japanisch: würzig im Geschmack). Und er bewirkt dieses herrliche Sgriob (Gälisch: Der zarte Juckreiz auf der Unterlippe, bevor man einen Schluck Whisky nimmt).

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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Buch&Bar 113: A.O.Scott “Kritik üben”

Vorne drohen und hinten stechen

Heute in Buch&Bar: Über das Vergnügen behutsam behandelt zu werden beim Lesen und Trinken

A.O.Scott: "Kritik üben". Die Kunst des feinen Urteils. Übersetzung: Martin Pfeiffer. Hanser Verlag. 22 Euro

Wenn man mich nach meinem Beruf fragt, sage ich gern: „Literaturkritiker“. Die Leute denken dann an Reich-Ranicki, halten mich für einen hochexplosiven Streithammel und gehen behutsam mit mir um. Das mag ich.

Der amerikanische Kritiker A.O. Scott hat jetzt ein Buch über unser Metier geschrieben: „Kritik üben“ (Hanser, 22 Euro). Darin schreibt er zum Beispiel: „Die heilige Pflicht des Kritikers ist es, unrecht zu haben.“ Womit er natürlich unrecht hat und so seine heilige Pflicht erfüllt. Kritiker müssen vielmehr, sage ich (und unter uns: ich bin viel schlauer als A.O. Scott), auf inspirierende Weise unrecht haben. Die Leute lassen sich nämlich ihre Meinung über Bücher, Filme etc. sowieso nicht vorschreiben. Was ihnen gefällt, gefällt ihnen, basta. Wenn man ihnen aber auf anregende Weise widerspricht und also in ihren Augen unrecht hat, beginnen sie manchmal über Buch oder Film nachzudenken. Und diese Sekunde des  Nachdenkens – die ist der Triumpf des Kritikers.

Was trinken Kritiker am Feierabend in der Bar? Den Cocktail Klassiker Scorpion! Warum? Zu einen wegen des skorpionischen Kampfstils: Vorn mit den Scheren drohen, aber von hinten mit dem Stachel stechen. Zum andern weil dieser Cocktail im Vergleich zu vielen anderen so traumhaft kompliziert ist: 2cl Brandy, 2cl Rum (weiss), 3cl Rum (braun), 1cl Triple Sec Curaçao, 1cl Zitronensaft, 5cl Orangensaft, 1cl Limettensaft und Eis. Herrlich.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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Buch&Bar 112: Max König “Hosen runter”

Männer, die Geheimnisse ausplaudern

Heute in Buch&Bar: Über maximale männliche Ehrlichkeit mein Lesen und viel Fantasie beim Trinken

Max König: "Hosen runter". Was Frauen schon immer über Männer wissen wollten. Blanvalet Verlag. 12,99 Euro

Wollen Frauen wirklich alles über Männer wissen? Alles? Auch zum Thema Sex? Wäre es nicht klüger, sie würden sich ein paar nervenschonende Illusionen erhalten?

Max König lässt in seinem Buch „Hosen runter“ rückhaltlos die Hosen runter (Blanvalet, 12,99 Euro). Ich muss vor diesem Buch warnen. König beantwortet 264 weibliche Fragen zum männlichen Geschlechtsleben – und 263 Antworten sind skandalöserweise völlig aufrichtig und zutreffend. Ich behalte mir vor, König wegen Geheimnisverrat zu verklagen. Edward Snowdens letzte Zuflucht nach seinen Enthüllungen ist Moskau. Als Strafe für Max Königs Whistleblowjob beantrage ich Verbannung nach Ulan Bator. Nur Königs Antwort auf Frage 48, wir Männer bräuchten zwischen der 1. und 2. Runde beim Sex durchaus eine Pause, ist absurd. Na gut, ein Schluck Wasser zwischen Runde 4 und 5 darf schon sein, und zwischen Runde 6 und 7 ein Fläschchen Powerade. Aber Pause? Pfff. Lächerlich.

Apropos Höchstleistungen. Die maximal erfindungsreiche Bar-Kultur hat auch Powerade als Cocktail-Zutat entdeckt. Unter dem maximal fantasievollen Namen Jesus On The 5:30 Train To Amsterdam wird ein Drink angeboten mit 4,5 cl Wodka Bluberry, 6 cl Orangensaft, 3 cl Cran-Raspberrysaft, gut 2 cl Powerade und 4 Tropfen Steak-Sauce. Ich kenne niemanden, der so etwas je getrunken hätte. Als Versuchskaninchen schlage ich Max König vor.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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Ivanka Trump “Women Who Work”

Mutter Teresa für Träumer

Warum kann eine Frau für ihre Karriere nichts Besseres tun, als Handtaschen zu kaufen? Ivanka Trump erklärt das in ihrem neuen Buch „Women Who Work“. Sie schreibt die Regeln für Erfolg neu – zumindest für all die, deren Eltern Milliardäre sind

Ivanka Trump hat ein Buch veröffentlicht. Im ersten Moment denkt man: Respekt. Sie ist Unternehmerin, handelt mit Immobilien, Mode und Juwelen, hat drei kleine Kinder und mischt als Beraterin ihres Vaters kräftig in der Politik mit. Nun auch noch ein Buch. Wie schafft die Frau das?

Ivanka Trump: "Women Who Work". Rewriting the Rules for Success. Portfolio Random House US. 14,99 Euro (Englisch)

Im zweiten Moment sieht alles anders aus. Da ist es eine Geschichte vollermieser kleiner Tricks und Peinlichkeiten.

Das Buch heißt „Women Who Work“ (Portfolio/Penguin Verlag USA, 17,99 Euro) und zählt all die Benachteiligungen auf, mit denen sich berufstätige Frauen rumschlagen müssen: schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, geringeres Gehalt bei gleicher Arbeit, Diskriminierung bei Beförderungen.

Natürlich hat Ivanka Trump mit sol chen Problemen selbst nichts zu schaffen. Sie wurde mit einem goldenenLöffel im Mund geboren und kann sich als Berufstätige jede Hilfe kaufen, die sie braucht. Doch das spricht nicht gegen ihr Engagement für „women who work“. Wenn George Soros, der noch viel reicher ist als der Trump-Clan, ohne Manipulationsabsicht einen Hilfsfonds auflegen würde für, sagen wir, Literaturredakteure, auch wenn er selbst nichts zu tun hat mit den Sorgen der Literaturredakteure, wäre das völlig in Ordnung – und sehr in meinem Sinne.

Der entscheidende Begriff ist hier: „ohne Manipulationsabsicht“. Was Ivanka Trump mit „Women Who Work“ macht, ist etwas anderes. Sie verquickt ihren angeblichen Einsatz für berufstätige Frauen eng mit den Verkaufsinteressen ihrer Firmen. Sie behauptet in ihrem Buch vollmundig, es sei die „Mission ihrer gesamten Karriere“, arbeitende Frauen zu stärken und zu inspirieren.Doch sie benutzt diese Mutter-Teresahafte Wohltätigkeit nur als Verkaufsargument für ihre Modeprodukte.

Auf ihrer Website Women Who Work finden sich neben ein paar Allerweltsweisheiten und Lebensberichten erfolgreicher Frauen vor allem Konsumtipps. Im Grunde ist die Seite nichts anderes als ein Einkaufsportal mit ein wenig Frauenpower-Deko drum herum.

Das Buch funktioniert genau so. Es reiht eine endlose Zahl von Zitaten aus anderen Karriere-Ratgebern anein ander und verquickt sie mit (Schleich-)Werbung für die Trump-Hotels oder Ivankas Fashion-Brands sowie komplett ungenierter Selbstbeweihräucherung. Sie habe, schreibt sie, ihre Firmen im Hinblick auf eine größere Aufgabe entworfen: Ob man ihre Schuhe anprobiere oder ob man ihre Bewerbungstipps durchgehe, immer gehe es ihr, Ivanka, nur darum, berufstätigen Frauen mit Rat und Inspiration zur Seite zu stehen.

Das Wahnsinnigste an dem Buch sind die Karriere-Ratschläge, die sie gibt. Denn die richten sich gar nicht an „women who work“, sondern genauer: an Frauen in Führungsetagen, an Unternehmerinnen und Vorstandsvorsitzende: Gründen

Sie, so predigt Ivanka, nur Firmen, die Ihrer Leidenschaft entsprechen! Stellen Sie Leute aus fremden Branchen ein, die bringen frische Ideen mit! Brauchen Sie Zeit für Privates? Dann geben Sie Ihrem Team mehr Verantwortung, und lassen Sie es schuften!

Ivanka Trumps Vorstellung von Emanzipation beschränkt sich letztlich auf Frauen, die keine Lust darauf haben zu warten, bis ihre Männer sie mit Juwelen überhäufen, sondern die sich ihre Juwelen eben selbst kaufen – möglichst aus der Ivanka-Trump-Kollektion.

Doch diese Frauen in hochkarätigen Positionen sind auf eines ganz sicher nicht angewiesen: auf die dürftigen, aus beliebigen anderen Berufsberatungs-Fibeln zusammengeklaubten Lebensweisheiten, die sich in Ivanka Trumps Buch finden. Für welches Publikum also hat sie ihr Buch geschrieben?

Im 19. Jahrhundert gab es die Tradition des Dienstmädchen-Romans: billige Liebesromane für Dienstmädchen, die vom Leben der großen Gesellschaft erzählten und möglichst von einem steinreichen jungen Mann, der sich in sein Dienstmädchen verliebt und es heiratet. Nach diesem Muster sollte man Ivanka Trump die Erfinderin des Dienstmädchen-Sachbuchs nennen. Ihr Buch ist für Leute, die davon träumen, Karriere zu machen wie die große Ivanka, und so naiv sind zu glauben, die seichten Tipps des Buches würden sie auf diesem Weg weiterbringen. Oder nicht einmal das: Es ist für Leute, die damit zufrieden sind zu lesen, wie es in der bewunderten Welt der bewunderten Powerfrauen so zugeht – und sich, um an dieser Welt in ihrer Fantasie ein wenig teilzuhaben, ein Paar Schuhe oder eine Handtasche im Ivanka-Style kaufen.

Der Schlager sei, heißt es, die perfekte Musik, um mit den unreflektierten Sehnsüchten des Publikums einen Haufen Geld zu verdienen. In diesem Sinne ist Ivanka Trump die Helene Fischer des Karriere-Ratgebers.

 

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100. Geburtstag von John F. Kennedy – und sein Blick auf die Deutschen

Vom Playboy zum Präsidenten

“Unter Deutschen” – Die Reise-Aufzeichnungen des jungen John F. Kennedy

Heute vor 100 Jahren wurde John F.Kennedy geboren. Seine Präsidentschaft 1961-1963 wirkt inzwischen wie ein Auftaktsignal zu der großen liberalen Epoche der westlichen Welt, die heute durch Wahlerfolge von Rechtspopulisten und seinen Amtsnachfolger Donald Trump gefährdet ist. Doch auch wenn man Kennedy aus heutiger Perspektive feiern möchte und feiern muss für seine politischen Verdienste, sollte man die mitunter irritierenden politischen Ansichten aus seinen Jugendjahren nicht übersehen. der Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch hat einmal “Entfernte Verwandschaft” behauptet zwischen dem europäischen Faschismus und dem amerikanischen New Deal zwischen 1933 und 1939, also jener Ära, in der John F-Kennedy Schule und Hochschule besuchte. Schivelbuschs Untersuchung ist nicht unumstitten, aber sie kommt einem in den Sinn, wenn man John F. Kennedys Reisetagebuch “Unter Deutschen” (Aufbau Verlag) aus der Zeit von 1937 bis 1945 liest.

John F. Kennedy ist 20 Jahre alt, als er im Sommer 1937 im Ford Cabrio am Rhein entlang von Frankfurt nach Köln fährt. Er hat alles, was ein Playboy braucht: Charme, Geld, Stilgefühl und unerschöpfliches Interesse an „den Mädels“. Nur von Politik hat er keine Ahnung.

John F. Kennedy: "Unter Deutschen". Reisetagebücher und Briefe 1937 - 1945. Aufbau Verlag. 9,95 Euro

In seinem Reisetagebuch „Unter Deutschen“, das 2013 in Deutschland erstmals gedruckt wird, schreibt er: „Die Städte sind alle sehr reizend, was zeigt, dass die nordischen Rassen den romanischen gewiss überlegen zu sein scheinen. Die Deutschen sind wirklich zu gut – deshalb rottet man sich gegen sie zusammen, um sich zu schützen . . .“

Weshalb Kennedy dennoch kein Lebemann mit kruden Ansichten, sondern ein liberaler Präsident der Vereinigten Staaten wurde, vielleicht einer der liberalsten und wichtigsten in der Geschichte der USA, gehört zu den vielen Rätseln seines Lebens.

Er hatte das erste Jahr an der Elite-Universität Harvard hinter sich, als er 1937 zu seiner Europa-Reise aufbrach. Zusammen mit dem Freund Lem Billings ließ er sich zwei Monate lang durch Deutschland, Frankreich und Italien treiben. Die völkerpsychologischen Ideen, die er in diesen Wochen notiert, sind vor allem zweierlei: ahnungslos und peinlich. So sieht er im Stierkampf den Beweis dafür, dass „diese Südländer, wie etwa diese Franzosen und Spanier, Grausamkeiten regelrecht genießen“. Oder er begeistert sich für die „hübschen“ Italienerinnen: „Die ganze Rasse wirkt attraktiver. Der Faschismus scheint ihnen gutzutun.“

Der Politikstudent Kennedy kennt allerdings nicht einmal die Schreibweise des Begriffs Faschismus: Statt „Fascism“ heißt es bei ihm durchweg „Facism“.

Robert Dallek: "John F. Kennedy. Ein unvollendetes Leben". Übersetzt von Klaus Binder, Bernd Leineweber, Peter Torberg. Pantheon Verlag. 16,99 Euro

Die Begegnung mit den Diktaturen in Italien und Deutschland ist aber auch ein Wendepunkt für den Millionärssohn. Kennedy entwickelte plötzlich, wie Reisebegleiter Billings schreibt, „einen stärkeren Willen, die Probleme der Welt zu durchdenken“. Als er nur zwei Jahre später, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, wieder durch Europa reist, ist sein politisches Urteil bereits wacher: „Sollte sich Deutschland zum Krieg entschließen, wird es versuchen, Polen in die Rolle des Aggressors zu drängen.“

Exakt so geschah es drei Monate später,beim Überfall auf den Sender Gleiwitz. Er wurde von SS-Leuten verübt, aber polnischen Freischärlern untergeschoben, um einen Vorwand für den Angriff auf ihr Land zu haben.

Joseph P. Kennedy, der Vater Johns, war damals US-Botschafter in London und schickte ihn auf Erkundungstour nach Deutschland und in fast alle Krisengebiete des Kontinents. Der nun 22-jährige Kennedy berichtet von den Konfliktherden, lässt sich aber nicht davon abhalten, „richtig viel Spaß“ zu haben. So schwärmt er von der „Debütparty“, die man in Warschau für ihn gibt („obwohl die polnischen Mädels nicht so heiß sind“), oder von einem „Leckerbissen“: einer „geschiedenen rumänischen Prinzessin“.

Auch nach Kriegsende reist Kennedy gleich wieder nach Deutschland. Er ist jetzt 28 und hat es als Held einer Seeschlacht im Pazifik bis auf die Titelseite der „New York Times“ gebracht. Im Gefolge des US-Marineministers besucht er die zerbombten Städte und schreibt mit einer Schreibmaschine ein Art Reisetagebuch.

John F. Kennedy: "Die geheimen Aufnahmen aus dem Weißen Haus". Mit einem Vorwort von Caroline Kennedy. Übersetzung: Helmut Dierlamm, Dagmar Mallett. Herausgeber: Ted Widmer. List verlag. 12,99 Euro

Über seinen Aufenthalt in Berlin heißt es: „Alles ist zerstört. Unter den Linden und die Straßen sind verhältnismäßig frei, doch es gibt kein einziges Gebäude, das nicht ausgebrannt ist. In manchen Straßen ist der Gestank der Leichen überwältigend – süßlich und Ekel erregend. Die Menschen haben vollkommen farblose Gesichter – gelbstichig, mit blassbraunen Lippen. Alle tragen Bündel mit sich herum. Wohin sie unterwegs sind, weiß wohl keiner. Ich frage mich, ob sie selbst es wissen. Sie schlafen in Kellern.“

Wie immer hat Kennedy einen genauen Blick auf die Frauen. Sie „würden für Essen alles tun. Eine oder zwei Frauen trugen Lippenstift, doch die meisten scheinen sich so unscheinbar wie möglich machen zu wollen, um der Aufmerksamkeit der Russen zu entgehen.“ Was ihnen nicht immer leicht falle, denn da sie „mitunter sehr attraktiv sind“. Doch es überrascht Kennedy, wie „aufreizend“ sie sich den „Amerikanern an den Hals“ werfen:.„Sie sagen, es habe vier Jahre lang keine Männer gegeben, und es sei bloße Biologie.“

Auf dem Obersalzberg besichtigt er Hitlers Landsitz und in Berlin dessen verwüstete Reichskanzlei: Sie „war nur noch eine Hülle. In den Mauern klafften Löcher, sie waren von Kugeln zernarbt.“  Ein historischer Augenblick: Der Mann, der nur 16 Jahre später als Präsident der Vereinigten Staaten zum größten Hoffnungsträger seines Zeitalters aufsteigen wird, steht als Sieger im Bunker, in dem sich einer der größten politischen Verbrecher der Geschichte umbrachte.

Doch so gern man ihn bewundern würde: Kennedy zeigt sich der Situation nicht gewachsen. Zum Abschluss seiner Aufzeichnungen spekuliert er, Hitler werde „aus dem Hass, der ihn jetzt umgibt, in einigen Jahren als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten hervortreten, die je gelebt haben“. Grenzenloser Ehrgeiz habe Hitler zur Bedrohung für den Frieden der Welt gemacht. Doch: „Er war aus dem Stoff, aus dem Legenden sind.“

Alan Posener: "John F. Kennedy". Biographie. Rowohlt Verlag. 18,95 Euro

Kein Wunder, dass Kennedy diese Aufzeichnungen zu Lebzeiten im Verborgenen ließ. Bemerkenswert aber ist, was ihn an Hitler am meisten interessierte: Denn sehr bald schon zählte er selbst zu den charismatischsten Präsidenten, die Amerika je hatte. Seine Legende aber erzählt nicht von Vernichtung und Krieg, sondern vom Mut zur Zukunft und von dem Zutrauen, die Welt zu einem humaneren Ort machen zu können.

1963, vor jetzt 54 Jahren, kam Kennedy zum letzten Mal nach Deutschland und lieferte hier eines seiner politischen Meisterstücke ab. Sein Bruder Joe war im Krieg gegen die Deutschen gefallen. Dennoch setzte er mit einer nur neun Minuten langen Rede einen bis heute unvergessenen Markstein für die Freundschaft beider Länder.

Er erklärte die Menschen der „Frontstadt“ Westberlin zum weltweiten Vorbild im Kampf gegen Totalitarismus und Diktatur: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können: ‚Ich bin ein Berliner!‘“

 

 

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Buch&Bar 111: Angus Hyland und Kendra Wilson “Hunde in der Kunst”

Supermodels ohne Kleider – dafür mit Halsband

Heute: Über die wahren Vorzüge der Kunst und der wilden Hunde beim Lesen und Trinken

Angus Hyland und Kendra Wilson: "Hunde in der Kunst". Dumont Buchverlag. 18 Euro

Sogar Hunde haben Nachteile. Da sind sie genauso wie wir Menschen. Sie hinterlassen Haare und Gerüche. Fressen einem den Kühlschrank leer. Schnarchen. Immerhin quatschen Hunde nicht dauernd dazwischen, das ist einer ihrer Vorzüge.

Im Vergleich dazu ist die Kunst wunderbar. Kunst hat praktisch nur Vorteile. Gemälde von Hunden sind viel besser als Hunde. Denn, siehe oben: Ein gemalter Hund hinterlässt weder Haare noch Gestank. Der Kühlschrank bleibt voll, kein Schnarchen, kein Dazwischenkläffen. Perfekt. Auch deshalb ist es Angus Hyland und Kendra Wilson als ewiges Verdienst anzurechnen, dass sie jetzt das Buch „Hunde in der Kunst“ zusammengestellt haben (DuMont, 18 Euro). Der Band enthält, wenn man alle Hunde darin zusammenzählt, ein Riesenrudel unterschiedlichster Rassen, doch selbst als ich ihn ganz dicht neben mein Ohr hielt: kein Gebell, kein Knurren, keine nasse Zunge an meinem Trommelfell. Himmlisch.

Schon dem Hund zuliebe sollte man keine Hunde in die Bar mitschleppen. Durch einige Foren im Internet schwappt die Debatte, wie schnell Hunde in Shisha-Bars durch den Qualm ihrer Besitzer umkommen. Als Nichtraucher enthalte ich mich da jeden Kommentars. Wer in der Bar ohne Hund nicht auskommt, empfehle ich den „Wilden Hund“: 3 cl polnischen Wodka, 1 cl Himbeersirup und 5 bis 10 Spritzer Tabasco, je nachdem wie wild man seinen Hund gern hätte.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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Peter von Matt: Ein großartiger Germanist wird 80

Was wollen uns die Küsse sagen?

Eine Eloge auf Peter von Matt zum 80. Geburtstag
oder: Gibt es noch Nachtisch?

Ich lernte Peter von Matt vor über dreißig Jahren auf einer germanistischen Tagung in Bochum kennen. Damals war ich verblüffenderweise jünger als heute und wohl auch selbstgewisser. Ich arbeitete bei einer Zeitung, fühlte mich als Literaturkritiker, und meine Skepsis gegenüber der Literaturwissenschaft erreichte ihren Höhepunkt. Als Entschuldigung darf ich vielleicht anführen, dass ich zu jener Zeit an meiner Dissertation schrieb und deshalb gezwungen war, eine Überdosis germanistischer Spezialstudien zu meinem kleinen Forschungsgebiet zu mir nehmen. Für mich hatte sich der Eindruck verfestigt, nirgendwo auf der Welt werde uneleganter, kleinkarierter, kunstverständnisloser formuliert und argumentiert als ausgerechnet in der Germanistik. Und diese Tagung würde meine Überzeugungen vollauf bestätigen, so viel war sicher.

Peter von Matt: "Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur". Hanser Verlag. 22 Euro

Doch dann hielt Peter von Matt den Eröffnungsvortrag, es ging um „Spiele des Lachens“ in der Literatur, und ich war von meiner Skepsis kuriert. Er formulierte elegant, mit weitem intellektuellen Zuschnitt und einem beneidenswerten Fingerspitzengefühl für die Antriebskräfte der Schriftsteller. Er sprach über „Spiele des Lachens“ und brachte sein Publikum dabei zumindest zum Lächeln, und was er sagte, schärfte nicht nur den Blick auf die Literatur, sondern auch aufs Leben.

Peter von Matt erzählte, ja wirklich: er erzählte unter anderem von Caroline Schlegels Reaktion auf ein zu ihrer Zeit frisch erschienenes, heute längst zum Monument erstarrtes Stück deutscher Lyrik, und von dem schönen Satz, den sie an einen ihrer Briefpartner schrieb: „Über ein Gedicht von Schiller, das Lied von der Glocke, sind wir gestern Mittag fast von den Stühlen gefallen vor Lachen.“ Und tatsächlich war, wie Peter von Matt leichthändig zeigte, die aus formal perfekten, idealistischen, todernsten Versen erbaute Welt der Schiller-Glocke schreiend komisch, sobald man sie mit den Augen eines Menschen anschaute, der an der keineswegs so perfekten und idealen Einrichtung der realen Welt litt wie Caroline Schlegel. Peter von Matt sprach, wenn ich mich heute, dreißig Jahre danach noch richtig entsinne, von dem „verharmlosenden Ernst“, zu der die Literaturwissenschaft bei der Betrachtung von Literatur neige und von der radikalen Sprengkraft der Komik, die mit literaturwissenschaftlichen Begriffen so schwer zu fassen ist.

Durch allerlei dreiste Manöver gelang es mir, bei dem Mittagessen, das auf seinen Vortrag folgte, einen Platz neben Peter von Matt zu ergattern. Ich weiß nicht, wie sehr ich ihm mit meinem Versuch, von meiner Bewunderung für seine Arbeit zu reden, beim Essen auf die Nerven gegangen bin. Scham überkommt mich, wenn ich daran denke. Aber eines weiß ich noch genau: Irgendwann ließ Peter von Matt seinen Blick über den Mittagstisch wandern, jenen Blick, mit dem er immer wieder entscheidende, zuvor übersehene Details in den Werken der Schriftsteller entdeckte, um sie seinem staunenden Publikum vorzulegen, Peter von Matt also ließ seinen Blick über unseren Tisch wandern, ergriff einen der kleinen Löffel, die bei den Tellern der Mittagsgäste lagen, hielt ihn hoch und fragte mich: „Was bedeutet das?“ Ich hatte keinen blassen Schimmer. Woraufhin Peter von Matt vorfreudig lächelte und sagte: „Das bedeutet: Wir kriegen noch Nachtisch.“

Peter von Matt: "Liebesverrat. Die Treulosen in der Literatur". Hanser Verlag. 20,99 Euro

Seither zählt Peter von Matt zu meinen Stars der Germanistik. Seine Bücher sind eine Leselust, er ist ein Stilist von Gnaden, ein weiser Mann der Literatur, der sein enormes Wissen mit Charme und Witz, mit intellektueller Präzision und tänzerischer Leichtigkeit austeilt. Sein jüngstes Buch „Sieben Küsse“ ist ein prachtvolles Beispiel für diese seine Kunst, der Sprache der Schriftsteller nachzulauschen und das, was sie sagen, deutlicher ins Bewusstsein zu heben.

Denn die Literatur hat, schreibt er, ihren eigenen Blick auf die Welt. Sie ist ein uraltes System der Welterklärung ebenso wie Wissenschaft, Philosophie oder Religion. Die Schriftsteller denken in Szenen, so wie die Philosophen in Begriffen und Theorien denken. Für die Literatur zählt immer nur der lebendige Einzelfall, das konkrete Detail – aber sie vermag den Einzelfall, das Detail symbolisch aufzuladen und ihnen so zu überlebensgroßer Bedeutung zu verhelfen. Denn die Literatur, sagt von Matt, „hat sich, im Unterschied zu den andern Systemen, nie ganz abgelöst vom Blick des Kindes. Für das Kind gibt es noch keine Ordnung der Dinge. Alles kann riesig sein oder wie nicht vorhanden. Ein Stein auf dem Weg ist kostbar wie der Rubin in der Königskrone. Er ist sogar lebendig wie ein Tier.“

Peter von Matt: "Literaturwissenschaft und Psychoanalyse". Reclam Verlag. 6 Euro

Und weil, so von Matt, Literatur Wege zeigt, die aus den üblichen Hierarchien und Ordnungsmuster hinausführen, kann sie verschollene, ins unbewusste abgesunkene Erfahrungen wachrufen, „Erfahrungen aus den Urzeiten des eigenen Lebens oder Erfahrungen aus den Urzeiten der Menschheit“. Natürlich wird auch in der Literatur über solche Erfahrungen nachgedacht, aber da diese Erfahrungen in Szenen vergegenwärtigt werden, nicht in Begriffen oder Theorien, bleibt in ihnen immer ein unausdeutbarer Rest, etwas, das man erahnen, aber nicht ganz und gar erklären kann. Wie immer man sich über dieses Denken in Szenen „innerhalb oder außerhalb des Textes den Kopf zerbricht, zu einem vollständig in Sprache übersetzten Verständnis gelangt man nie.“

Wie aber, fragt von Matt, geht das Welterklärungssystem Literatur mit der Sehnsucht nach dem Glück um? Das ist das Forschungsprojekt seines neuen Buches „Sieben Küsse“ (Hanser, 22 Euro). Da die Literatur in Szenen denkt, spricht sie auch von dieser Sehnsucht in Szenen und eine der Urszenen des Glückes ist der Kuss. Also spürt von Matt sieben großen Kussszenen der Weltliteratur nach, Küssen, mit denen das Leben ein anderes wird für die küssenden Geschöpfe der Literatur, Küsse, in denen sich das verdichtet, was die Schriftsteller zur Sehnsucht nach dem Glück zu sagen haben.

Er findet diese Szenen im „Großen Gatsby“ des Amerikaners F.Scott Fitzgerald, im Roman „Mrs Dalloway“ der Engländerin Virginia Woolf, in Erzählungen des Schweizers Gottfried Keller und des Österreichers Franz Grillparzer, in der „Marquise von O.“ des unpreußischen Preußen Heinrich von Kleist, in einem Kurzroman der Französin Marguerite Duras und einer Shortstory des Russen Anton Tschechow. Wie gesagt, Peter von Matts Horizont ist niemals eng, er klammert sich weder an Epochen- noch an Sprachgrenzen. Und ihm gelingt immer wieder, was in der Literaturwissenschaft häufig genug nicht einmal versucht wird: Er macht neugierig, ja regelrecht gierig auf die Bücher, über die er schreibt. Das liegt zum einen daran, dass er, der über die Kunst des Erzählens schreibt, zugleich eine Kunst des Nacherzählens beherrscht, und keine Mühe scheut, seinen Lesern die Geschichten, von denen er spricht, auch vor Augen zu rücken. Zum andern liegt es an seiner Fähigkeit, diese Geschichten eben nicht als bloße Objekte der Analysen zu behandeln, sondern als kunstvolle Versuche der Schriftsteller, Erfahrungen zur Sprache zu bringen, die auf anderem Weg schwer oder gar nicht zu formulieren sind.

Peter von Matt: "Das Wilde und die Ordnung. Zur deutschen Literatur". Hanser Verlag. 24,90 Euro

Literatur ist nämlich für Peter von Matt kein Spaß – auch wenn es ein großes Vergnügen ist, seinen Argumentationen zu folgen. Wenn er schreibt, dass Literatur ein Versuch der Welterklärung ist, dann ist das auch so zu verstehen, dass die Welt der Erklärung bedarf, dass wir oft vor Rätseln stehen, die uns nicht selten quälen, und wir froh sein dürfen, diesen Rätseln mit der Macht der Literatur zu Leibe rücken zu können. Literatur hat nicht immer Recht, warnt von Matt ausdrücklich. Aber unausgesprochen liegt in dieser Warnung das Versprechen, manchmal habe sie eben doch Recht und könne dabei helfen, das rätselvolle Leben etwas weniger rätselhaft machen und uns in ihm ein bisschen heimischer.

Dazu muss man Literatur allerdings genau lesen und zu verstehen versuchen, was in dem Text steht, und nicht die Theorien in ihn hineinlesen, die man ohnehin schon im Kopf hat. In Kleists „Marquise von O.“ zum Beispiel gibt ein Vater seiner verloren geglaubten, aber für ihn dann doch geretteten Tochter einen Kuss, der kein einfacher Kuss mehr ist, sondern eine wahre Kussorgie. Die feministische Literaturtheorie interpretiert diese skandalöse Szene gern als patriarchalischen Gewaltakt, als inzestuöse Beinahe-Vergewaltigung der zu Anfang der Novelle bereits vergewaltigten Marquise. Doch von Matt zeigt, dass diese Interpretation nicht aufgehen kann, wenn man liest, was Kleist tatsächlich geschrieben hat, und diese Szene ein Skandal extremer Gefühle bleibt, die sich üblichen Deutungsmustern nicht fügt.

Peter von Matts Grundüberlegung in diesem Buch, die Literatur denke in Szenen, ist selbstverständlich nicht als absolute Maxime gedacht. Niemand muss von Matt erklären, dass es unszenische Formen von Literatur gibt, denen man Gedankenarmut gleichwohl nicht nachsagen kann. Dennoch verstehe ich von Matts Lehrsatz auch als einen klugen Hinweis auf die besonderen Qualitäten des Erzählens, von dem manche Parteigänger der literarischen Moderne so gern behaupten, es sei längst überlebt und im Rahmen eines ernsthaften ästhetischen Nachdenkens nicht mehr satisfaktionsfähig. Wer heute an die erzählerischen Traditionen des Denkens in Szenen anknüpft, fesselt sich deshalb noch lange nicht an billige literarische Konventionen – auch das ist in von Matts fabelhaftem Buch über „Sieben Küsse“ zu lernen.

Für mich persönlich hat Peter von Matt nur einen Nachteil. Er lebt in Zürich. Und Zürich liegt, aus welchen Zufällen auch immer, unglücklicherweise weitab von meinen Reisepflichten. Wäre das anders, hätte ich längst wieder einmal allerlei dreiste Manöver unternommen, um ihn zu einem Essen und einem Gespräch über Literatur zu gewinnen. Zu einem Essen samt kleinem Löffel, der ihm von Anfang an verspricht: „Wir kriegen noch Nachtisch.“

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Buch&Bar 109: Michael Behrendt “I Don’t Like Mondays”

Verkannte Genies an der Gitarre

Heute: Über Das Vergnügen an Missverständnissen bei Lesen und Trinken

Michael Behrendt: "I Don't Like Mondays".Die 66 größten Songmissverständnisse. Theiss Verlag. 19,95 Euro

So ein Rocksong ist ja ganz allein und schutzlos auf der Welt, falls die Band, die ihn geschrieben hat, nicht tagtäglich auf ihn aufpasst. Und dann passieren die schrecklichsten Dinge mit ihm. Er wird missverstanden, missdeutet, missbraucht, miss … sonstwas.

Über die 66 größten Songmissverständnisse hat der Journalist Michael Behrendt jetzt das Buch „I Don’t Like Mondays“ geschrieben (Theiss, 19,95 Euro). Der Titel zum Beispiel zitiert einen Hit der Boomtown Rats, der gern als Nach-dem-Wochenende-Blues gedeutet wird, tatsächlich aber an ein kalifornisches Schulmassaker erinnert. Interessant ist auch, wie viele Leute beim Hören des Nena-Songs „99 Luftballons“ statt der Zeile „99 Kriegsminister, Streichholz und Benzinkanister“ glaubten, die Worte „99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister“ zu verstehen. Die erstaunlichste Fantasie bewiesen jedoch die Reklame-Heinis, die mit Johnny Cashs Liebeslied „Ring Of Fire“ einen Werbespot für Hämorrhoiden-Salbe unterlegten.

Das unerschöpfliche Reservoir an Alkohol-Mischgetränken hält natürlich auch zu diesem Thema den richtigen Drink bereit. Der „Misunderstood Beer Cocktail“ wird gemixt aus je 3 ml Mezcal und Tequila, je 2 ml Ginger-Sirup und Limettensaft, 1 ml Honig und Gurkenstreifen, aufgefüllt mit Lagerbier. Probiert habe ich ihn noch nicht. Klingt, als wäre er erfrischend. Ich werde ihn im Sommer testen.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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