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	<title>Kommentare für Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
	<lastBuildDate>Thu, 30 May 2013 11:56:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Guppe 47 geht in Pension von Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=655#comment-69</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2013 11:56:11 +0000</pubDate>
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		<description>Leider habe ich keine zusätzlichen Informationen. Aber meines Wissens beschäftigen sich Literaturwissenschaftler an der Universität Konstanz mit ihr und ihrem Werk
Mit bestem Gruß    Uwe Wittstock</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Leider habe ich keine zusätzlichen Informationen. Aber meines Wissens beschäftigen sich Literaturwissenschaftler an der Universität Konstanz mit ihr und ihrem Werk<br />
Mit bestem Gruß    Uwe Wittstock</p>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Nora Bossongs Gedicht &#8220;Leichtes Gefieder&#8221; von Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=760#comment-66</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 08:50:48 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Herr Professor Segebrecht,
vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen kleinen Kommentar zu dem Gedicht von Nora Bossong. Sie haben in zweierlei Hinsicht Recht: Unsere beiden Interpretationen des Gedichtes liegen gewiss nicht so weit auseinander, und es spricht sehr für &quot;Leichtes Gefieder&quot;, wenn zwei Leser - in diesem Falle also wir - über ein Gedicht und seine Deutung ins Gespräch kommen.
Vielleicht ist der Unterschied unserer Ansichten zu diesem Gedicht tatsächlich minimal. Für mich läuft er letztlich auf die Vorstellungen hinaus, die sich mit dem Wort &quot;früher&quot; verbinden. Denn Sie schreiben in Ihrer Interpretation, das Mädchen spreche ihrem Freund in dem Gedicht das Recht ab,  &quot;auf ihre früheren, ihm gar nicht bekannten Verhältnisse und Beziehungen&quot; anzuspielen. Ich kann mir nicht helfen, aber in meinen Ohren klingt dieses Wort &quot;frühere Verhältnisse&quot; so, als lägen diese Verhältnisse schon länger zurück. Nimmt man den mythologischen Parallelfall Koronis aber ernst, dann geht es doch darum, dass Apoll sie wegen eines höchst aktuellen Falls von Untreue von seiner Schwester Artemis töten lässt. Hier geht es nicht um &quot;frühere Verhältnisse&quot;, sondern darum, dass ein Mädchen erst sehr kürzlich mit einem anderen Mann geschlafen hat. Und Nora Bossongs Mädchen kommentiert das ihrem Freund gegenüber mit der lapidaren Bemerkung: “Was gehen dich die Stunden an, die du nicht kennst?” Sie weist also, in meine Sicht der Dinge, keineswegs  &quot;die unverschämte Identifikation mit der untreuen Koronis zurück&quot;, wie Sie in Ihrer &quot;Frankfurter Anthologie&quot; zu dem Gedicht schreiben, sondern sie lässt ihren Freund schlicht wissen, dass es ihn nichts angeht, wenn sie mal mit einem anderen schläft, und dass er sich nicht so haben soll. Denn er ist eben kein Gott Apoll, mit dem er sich selbst implizit gleichsetzt.
Ich hoffe, das macht meine Position noch ein wenig deutlicher. Um tiefgreifende Meinungsunterschiede geht es dabei sicher nicht. Ich grüße Sie sehr herzlich   Uwe Wittstock</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Professor Segebrecht,<br />
vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen kleinen Kommentar zu dem Gedicht von Nora Bossong. Sie haben in zweierlei Hinsicht Recht: Unsere beiden Interpretationen des Gedichtes liegen gewiss nicht so weit auseinander, und es spricht sehr für &#8220;Leichtes Gefieder&#8221;, wenn zwei Leser &#8211; in diesem Falle also wir &#8211; über ein Gedicht und seine Deutung ins Gespräch kommen.<br />
Vielleicht ist der Unterschied unserer Ansichten zu diesem Gedicht tatsächlich minimal. Für mich läuft er letztlich auf die Vorstellungen hinaus, die sich mit dem Wort &#8220;früher&#8221; verbinden. Denn Sie schreiben in Ihrer Interpretation, das Mädchen spreche ihrem Freund in dem Gedicht das Recht ab,  &#8220;auf ihre früheren, ihm gar nicht bekannten Verhältnisse und Beziehungen&#8221; anzuspielen. Ich kann mir nicht helfen, aber in meinen Ohren klingt dieses Wort &#8220;frühere Verhältnisse&#8221; so, als lägen diese Verhältnisse schon länger zurück. Nimmt man den mythologischen Parallelfall Koronis aber ernst, dann geht es doch darum, dass Apoll sie wegen eines höchst aktuellen Falls von Untreue von seiner Schwester Artemis töten lässt. Hier geht es nicht um &#8220;frühere Verhältnisse&#8221;, sondern darum, dass ein Mädchen erst sehr kürzlich mit einem anderen Mann geschlafen hat. Und Nora Bossongs Mädchen kommentiert das ihrem Freund gegenüber mit der lapidaren Bemerkung: “Was gehen dich die Stunden an, die du nicht kennst?” Sie weist also, in meine Sicht der Dinge, keineswegs  &#8220;die unverschämte Identifikation mit der untreuen Koronis zurück&#8221;, wie Sie in Ihrer &#8220;Frankfurter Anthologie&#8221; zu dem Gedicht schreiben, sondern sie lässt ihren Freund schlicht wissen, dass es ihn nichts angeht, wenn sie mal mit einem anderen schläft, und dass er sich nicht so haben soll. Denn er ist eben kein Gott Apoll, mit dem er sich selbst implizit gleichsetzt.<br />
Ich hoffe, das macht meine Position noch ein wenig deutlicher. Um tiefgreifende Meinungsunterschiede geht es dabei sicher nicht. Ich grüße Sie sehr herzlich   Uwe Wittstock</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Nora Bossongs Gedicht &#8220;Leichtes Gefieder&#8221; von Wulf Segebrecht</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=760#comment-65</link>
		<dc:creator>Wulf Segebrecht</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 07:40:33 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=760#comment-65</guid>
		<description>Lieber Herr Wittstock, mit Vergnügen habe ich Ihre Interpretation zu Nora Bossongs Gedicht „Leichtes Gefieder“ gelesen; auch mit einer gewissen Genugtuung; denn es freut mich, dass auch und gerade Sie dieses Gedicht offenbar für besonders gelungen halten. Und es spricht abermals für dieses Gedicht, wenn es die eine und die andere Lesart erlaubt. Allerdings kann ich die von Ihnen sehr betonte Differenz zwischen Ihrer und meiner Interpretation nicht erkennen. Sage ich wirklich, der Streit zwischen den beiden sei grund- und anlasslos? Verschweige ich etwa das Bekenntnis des leichten Mädchens zur Untreue, wenn ich doch von ihren früheren Verhältnissen und Beziehungen spreche? Wo liegt dann noch die Verharmlosung und Zündstoff-Umgehung meiner Interpretation? Kurz: Ihre neue und meine alte Interpretation (in der F.A.Z. vom 8.10.2011) liegen sehr viel näher beieinander, als Sie es wahrhaben wollen. Aber selbst wenn es anders wäre: Der Umstand, dass wir – einverstanden oder nicht – öffentlich darüber reden, wie ein nicht ganz leicht zu entzifferndes Gedicht eigentlich genau zu verstehen ist, dient zuletzt der Sache, um die es uns beiden geht: der Aufforderung: Leute, lest Gedichte!
Ihr Wulf Segebrecht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Wittstock, mit Vergnügen habe ich Ihre Interpretation zu Nora Bossongs Gedicht „Leichtes Gefieder“ gelesen; auch mit einer gewissen Genugtuung; denn es freut mich, dass auch und gerade Sie dieses Gedicht offenbar für besonders gelungen halten. Und es spricht abermals für dieses Gedicht, wenn es die eine und die andere Lesart erlaubt. Allerdings kann ich die von Ihnen sehr betonte Differenz zwischen Ihrer und meiner Interpretation nicht erkennen. Sage ich wirklich, der Streit zwischen den beiden sei grund- und anlasslos? Verschweige ich etwa das Bekenntnis des leichten Mädchens zur Untreue, wenn ich doch von ihren früheren Verhältnissen und Beziehungen spreche? Wo liegt dann noch die Verharmlosung und Zündstoff-Umgehung meiner Interpretation? Kurz: Ihre neue und meine alte Interpretation (in der F.A.Z. vom 8.10.2011) liegen sehr viel näher beieinander, als Sie es wahrhaben wollen. Aber selbst wenn es anders wäre: Der Umstand, dass wir – einverstanden oder nicht – öffentlich darüber reden, wie ein nicht ganz leicht zu entzifferndes Gedicht eigentlich genau zu verstehen ist, dient zuletzt der Sache, um die es uns beiden geht: der Aufforderung: Leute, lest Gedichte!<br />
Ihr Wulf Segebrecht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Deutsche Buchbrache im Tsunami? von Michael Busch</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=38#comment-63</link>
		<dc:creator>Michael Busch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 18:50:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=38#comment-63</guid>
		<description>Wie es nun wirklich um den Buchhandel steht ist wahrscheinlich sehr schwer zu fassen. Und um ehrlich zu sein, das ist auch ein so breites Spektrum, da ist es nur natürlich dass das jeder ein wenig anders sieht. Wenn mein Namensvetter Michael Busch von Thalia (nicht verwandt, nicht bekannt) die Buchbranche als Tsunami sieht, dann schwingt in dieser Wahrnehmung sicher auch einiges der hausgemachten Problem von speziell seinem Laden  mit. Erfrischend, dass andere Große eine andere Sicht vertreten.
Aber am im vorherigen Kommentar geschilderten Problem wie ein &quot;echter&quot; Buchladen aussehen sollte, ändern natürlich auch verschiedene Sichtweisen nichts. Ein bisschen erinnert mich das immer an den Film &quot;Email für Dich&quot; : kleiner Buchladen mit Charme und Persönlichkeit kämpft gegen Bücherkette mit unpersönlichem, unqualifiziertem Personal. Gibt es eine Lösung dafür? Ich weiß es nicht - hoffen wir das Beste...

Michael Busch</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie es nun wirklich um den Buchhandel steht ist wahrscheinlich sehr schwer zu fassen. Und um ehrlich zu sein, das ist auch ein so breites Spektrum, da ist es nur natürlich dass das jeder ein wenig anders sieht. Wenn mein Namensvetter Michael Busch von Thalia (nicht verwandt, nicht bekannt) die Buchbranche als Tsunami sieht, dann schwingt in dieser Wahrnehmung sicher auch einiges der hausgemachten Problem von speziell seinem Laden  mit. Erfrischend, dass andere Große eine andere Sicht vertreten.<br />
Aber am im vorherigen Kommentar geschilderten Problem wie ein &#8220;echter&#8221; Buchladen aussehen sollte, ändern natürlich auch verschiedene Sichtweisen nichts. Ein bisschen erinnert mich das immer an den Film &#8220;Email für Dich&#8221; : kleiner Buchladen mit Charme und Persönlichkeit kämpft gegen Bücherkette mit unpersönlichem, unqualifiziertem Personal. Gibt es eine Lösung dafür? Ich weiß es nicht &#8211; hoffen wir das Beste&#8230;</p>
<p>Michael Busch</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Krieg und Literatur von Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-62</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 07:14:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-62</guid>
		<description>Liebe/r Klemperer,

ich habe den Eindruck, unsere Positionen sind in dieser Frage nicht weit auseinander. Wenn Sie schreiben, 
&quot;Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein – eher eine des “geht mich nichts an”&quot;
dann scheint mir das im Grunde nur eine etwas andere Formulierung für das zu sein, was ich mit dem Titel zu meinem kleinen Zwischenruf &quot;Kollektive Verdrängung&quot; meine. 

Im Schlussabsatz wiederhole ich diese Hypothese noch einmal: &quot;Doch wenn eine ganze Autorengeneration über Jahrzehnte hinweg einen uralten literarischen Stoff (den Krieg) ausblendet, dann riecht das nach kollektiver Verdrängung. Oder steckt dahinter die Furcht, sich allein durch die Berührung mit dem Thema Krieg ins Abseits zu manövrieren, weil sie gegen einen pazifistischen Grundkonsens des Literaturbetriebs verstößt?&quot;

Natürlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen &quot;Geht mich nichts an&quot; und &quot;Kollektiver Verdrängung&quot;. Das eine tendiert mehr in Richtung bewusster Gleichgültigkeit, das andere mehr in Richtung eines unbewussten Nicht-wahrhaben-Wollen. Ich halte, offen gestanden, bei einem solchen großräumigen, kollektiven Prozess, von dem hier die Rede ist, beides gleichzeitig für möglich.

In einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen, weil Sie mich falsch zitieren: Sie schreiben im ersten Satz Ihres Kommentars: &quot;Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen “pazifistischen Grundkonsens” in der deutschen Literatur?&quot; Das habe ich nicht geschrieben. Meine Überlegung im Schlusssatz lautet, es könne vielleicht &quot;einen pazifistischen Grundkonsens des Literatur&lt;strong&gt;betriebs&lt;/strong&gt;&quot; geben, der Schriftsteller davon abhält, sich dem Thema Krieg zu nähern. 

Ich halte das für einen wichtigen Unterschied. Eine &quot;pazifistische Literatur&quot; ist ja eine, die zum Krieg unbedingt Stellung nimmt - und zwar konsequent ablehnend. Wogegen ein pazifistischer Grundkonsens im Literaturbetrieb, wenn er denn existiert, dazu beitragen würde, das Thema Krieg schlicht aus der Literatur auszublenden, weil die Beschäftigung mit diesem Thema so viele schmerzliche und schwer lösbare politische Probleme aufwirft.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe/r Klemperer,</p>
<p>ich habe den Eindruck, unsere Positionen sind in dieser Frage nicht weit auseinander. Wenn Sie schreiben,<br />
&#8220;Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein – eher eine des “geht mich nichts an”&#8221;<br />
dann scheint mir das im Grunde nur eine etwas andere Formulierung für das zu sein, was ich mit dem Titel zu meinem kleinen Zwischenruf &#8220;Kollektive Verdrängung&#8221; meine. </p>
<p>Im Schlussabsatz wiederhole ich diese Hypothese noch einmal: &#8220;Doch wenn eine ganze Autorengeneration über Jahrzehnte hinweg einen uralten literarischen Stoff (den Krieg) ausblendet, dann riecht das nach kollektiver Verdrängung. Oder steckt dahinter die Furcht, sich allein durch die Berührung mit dem Thema Krieg ins Abseits zu manövrieren, weil sie gegen einen pazifistischen Grundkonsens des Literaturbetriebs verstößt?&#8221;</p>
<p>Natürlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen &#8220;Geht mich nichts an&#8221; und &#8220;Kollektiver Verdrängung&#8221;. Das eine tendiert mehr in Richtung bewusster Gleichgültigkeit, das andere mehr in Richtung eines unbewussten Nicht-wahrhaben-Wollen. Ich halte, offen gestanden, bei einem solchen großräumigen, kollektiven Prozess, von dem hier die Rede ist, beides gleichzeitig für möglich.</p>
<p>In einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen, weil Sie mich falsch zitieren: Sie schreiben im ersten Satz Ihres Kommentars: &#8220;Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen “pazifistischen Grundkonsens” in der deutschen Literatur?&#8221; Das habe ich nicht geschrieben. Meine Überlegung im Schlusssatz lautet, es könne vielleicht &#8220;einen pazifistischen Grundkonsens des Literatur<strong>betriebs</strong>&#8221; geben, der Schriftsteller davon abhält, sich dem Thema Krieg zu nähern. </p>
<p>Ich halte das für einen wichtigen Unterschied. Eine &#8220;pazifistische Literatur&#8221; ist ja eine, die zum Krieg unbedingt Stellung nimmt &#8211; und zwar konsequent ablehnend. Wogegen ein pazifistischer Grundkonsens im Literaturbetrieb, wenn er denn existiert, dazu beitragen würde, das Thema Krieg schlicht aus der Literatur auszublenden, weil die Beschäftigung mit diesem Thema so viele schmerzliche und schwer lösbare politische Probleme aufwirft.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Krieg und Literatur von Klemperer</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-61</link>
		<dc:creator>Klemperer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 22:05:44 +0000</pubDate>
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		<description>Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen &quot;pazifistischen Grundkonsens&quot; in der deutschen Literatur? Dann müßte man doch häufiger etwas gegen die gar nicht wenigen Kriege etwa der letzten 15 Jahre gehört haben? Wäre mir nicht aufgefallen. Ab und zu hörte ich ein paar Befürworter von Kriegen, etwa 2003, als die &quot;Anti&quot;deutschen grade in Mode waren und ein paar Befürworter und Befürworterinnen in der Literatur hatten.  
Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, statt von pazifistischem Grundkonsens kann man eher von einer gewissen Gleichgültigkeit der gesamten Gesellschaft, auch der Literatur, die in den letzten Jahren kaum sehr kritisch zur Gesellschaft ist, feststellen. Ein Grund unter sicher vielen mag auch sein, daß wir oder unsere Vorfahren etwa während des Vietnamkrieges Bilder des Grauens, der Verstümmelungen, der Morde gesehen haben. 

Die Kriege, die wir heute führen, sind nicht weniger grausam. Aber niemand interessiert sich dafür, es gibt keine Bilder, es geschieht lautlos für uns...  Daß der Irak-Krieg eine Lüge war, daß heute noch viele Menschen dort sterben, daß nichts erreicht wurde, aber unendliches Leid angerichtet, wird darüber berichtet? Gibt jemand zu, daß dieser Krieg ein Verbrechen, und dazu ein Fiasko ist? 

Interessieren sich Literaten selten einmal für Konfliktländer, sind es oft eher wie&quot;embedded journalists&quot; arbeitende Ideologen, wie der furchtbare Jonathan Littell, der eine völlig einseitige Haltung einnahm, als er sich von &quot;Rebellen&quot; genannten Leuten, die nach allem, was wir wissen, ebenso blutrünstig sind wie der Diktator Assad, in Syrien rumfahren ließ... Eine Peinlichkeit, was herauskam -  er sprach vom raschen Ende des Bürgerkrieges, über dessen Hintergründe (warum es mehr als 70 000 Emordete auf allen Seiten gibt, etwa) wir nie richtig informiert wurden - wir wissen fast nichts... Nur daß kein rasches Ende kam, sondern großes Leid.
Wenn es solche Geschichten wären, man weiß immer schon, &quot;wir&quot; sind die 100% Guten, und &quot;die&quot; die 100% Bösen, freue ich mich, daß es nicht mehr solche Berichte oder Romane gibt. 
Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein - eher eine des &quot;geht mich nichts an&quot; oder wie in Endloswiederholung ein leeres, postmodernes Gerede, wie man es tausendmal seit 1990 hörte - &quot;das Private ist das Politische&quot; &quot;ich erfinde mich immer neu&quot;... Pazifismus? Das würden die allermeisten fürchten, dann wäre man ja in Gefahr, wie abertausende &quot;Gutmensch&quot; geschimpft zu werden...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen &#8220;pazifistischen Grundkonsens&#8221; in der deutschen Literatur? Dann müßte man doch häufiger etwas gegen die gar nicht wenigen Kriege etwa der letzten 15 Jahre gehört haben? Wäre mir nicht aufgefallen. Ab und zu hörte ich ein paar Befürworter von Kriegen, etwa 2003, als die &#8220;Anti&#8221;deutschen grade in Mode waren und ein paar Befürworter und Befürworterinnen in der Literatur hatten.<br />
Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, statt von pazifistischem Grundkonsens kann man eher von einer gewissen Gleichgültigkeit der gesamten Gesellschaft, auch der Literatur, die in den letzten Jahren kaum sehr kritisch zur Gesellschaft ist, feststellen. Ein Grund unter sicher vielen mag auch sein, daß wir oder unsere Vorfahren etwa während des Vietnamkrieges Bilder des Grauens, der Verstümmelungen, der Morde gesehen haben. </p>
<p>Die Kriege, die wir heute führen, sind nicht weniger grausam. Aber niemand interessiert sich dafür, es gibt keine Bilder, es geschieht lautlos für uns&#8230;  Daß der Irak-Krieg eine Lüge war, daß heute noch viele Menschen dort sterben, daß nichts erreicht wurde, aber unendliches Leid angerichtet, wird darüber berichtet? Gibt jemand zu, daß dieser Krieg ein Verbrechen, und dazu ein Fiasko ist? </p>
<p>Interessieren sich Literaten selten einmal für Konfliktländer, sind es oft eher wie&#8221;embedded journalists&#8221; arbeitende Ideologen, wie der furchtbare Jonathan Littell, der eine völlig einseitige Haltung einnahm, als er sich von &#8220;Rebellen&#8221; genannten Leuten, die nach allem, was wir wissen, ebenso blutrünstig sind wie der Diktator Assad, in Syrien rumfahren ließ&#8230; Eine Peinlichkeit, was herauskam &#8211;  er sprach vom raschen Ende des Bürgerkrieges, über dessen Hintergründe (warum es mehr als 70 000 Emordete auf allen Seiten gibt, etwa) wir nie richtig informiert wurden &#8211; wir wissen fast nichts&#8230; Nur daß kein rasches Ende kam, sondern großes Leid.<br />
Wenn es solche Geschichten wären, man weiß immer schon, &#8220;wir&#8221; sind die 100% Guten, und &#8220;die&#8221; die 100% Bösen, freue ich mich, daß es nicht mehr solche Berichte oder Romane gibt.<br />
Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein &#8211; eher eine des &#8220;geht mich nichts an&#8221; oder wie in Endloswiederholung ein leeres, postmodernes Gerede, wie man es tausendmal seit 1990 hörte &#8211; &#8220;das Private ist das Politische&#8221; &#8220;ich erfinde mich immer neu&#8221;&#8230; Pazifismus? Das würden die allermeisten fürchten, dann wäre man ja in Gefahr, wie abertausende &#8220;Gutmensch&#8221; geschimpft zu werden&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Nora Bossongs Gedicht &#8220;Leichtes Gefieder&#8221; von Annegret</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=760#comment-60</link>
		<dc:creator>Annegret</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 07:49:04 +0000</pubDate>
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		<description>Eine wunderbare Interpretation des Gedichts! Ja, manchmal ist es schwierig, Gedichte oder andere Texte zu verstehen. Im Zeitalter des Internets kann man aber schnell seinen Wissensdurst stillen. Gedichten oder anderen Texten zusätzliche Kommentare beizufügen, betrachte ich nicht als empfehlenswert. Denn dem Leser muß Kopfarbeit abverlangt werden, sonst wird er denkfaul. Wollen wir wirklich alles vorgekaut bekommen?

Viele Grüße
Annegret</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wunderbare Interpretation des Gedichts! Ja, manchmal ist es schwierig, Gedichte oder andere Texte zu verstehen. Im Zeitalter des Internets kann man aber schnell seinen Wissensdurst stillen. Gedichten oder anderen Texten zusätzliche Kommentare beizufügen, betrachte ich nicht als empfehlenswert. Denn dem Leser muß Kopfarbeit abverlangt werden, sonst wird er denkfaul. Wollen wir wirklich alles vorgekaut bekommen?</p>
<p>Viele Grüße<br />
Annegret</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu &#8220;Was Liebe ist&#8221; von Ulrich Woelk von metepsilonema</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=749#comment-58</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 09:21:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=749#comment-58</guid>
		<description>Freundschaft ist nicht der einzige Grund für Befangenheit und wahrscheinlich nicht einmal der wichtigste. Daher kann und soll ein Kritiker Bücher von Freunden (Bekannten) besprechen, jedoch nicht häufiger oder anders, als er es mit Unbekannten tut: Wenn er während seiner Arbeit bemerkt, dass das nicht geht, muss er es lassen. Und vor allem: Er soll dem Leser oder Hörer unbedingt offenlegen, dass er mit dem Autor bekannt ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Freundschaft ist nicht der einzige Grund für Befangenheit und wahrscheinlich nicht einmal der wichtigste. Daher kann und soll ein Kritiker Bücher von Freunden (Bekannten) besprechen, jedoch nicht häufiger oder anders, als er es mit Unbekannten tut: Wenn er während seiner Arbeit bemerkt, dass das nicht geht, muss er es lassen. Und vor allem: Er soll dem Leser oder Hörer unbedingt offenlegen, dass er mit dem Autor bekannt ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Rainald Goetz: Johann Holtrop von Saskia von Swiontek</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=676#comment-56</link>
		<dc:creator>Saskia von Swiontek</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Dec 2012 18:00:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=676#comment-56</guid>
		<description>Zum einem gebe ich Recht, dass sich die Geschichte unendlich viele Seiten quält und sich zäh dahin bewegt. Auch der Freitod des Krülpa Subunternehmenschef Thewe, war eher vorhersehbar, als überraschend, dennoch folgerichtig und konsequent dargestellt.
Auf der anderen Seite benötigt Goetz die vielen Seiten als Vorlauf, um sein Figurenkonzept zu entwickeln. Die Figuren entwickeln per se keine Tiefe, benötigen sie aber auch nicht 
um ein mögliches Konzept der Nullerjahre darzustellen.

Goetz arbeitet hier nach dem einfachen, aber gut erzählten Prinzip der Fallhöhe. Holtrops erster Aufstieg und eben auch sein comeback sind schnell und rasant dargestellt, zwar fehlt
auch hier die erzählerische Substanz, kann aber auch als Ausdruck der machtpolitischen und wirtschaftlichen Substanzlosigkeit der Nullerjahre verstanden werden. 
Die Leistung Rainald Goetz ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, in &quot;Johann Holtrop&quot; wird eben ein Abriss erzählt. Eine erste Schau auf unsere Gegenwart.
 d
 
auch hier die.Substanz, aber auch das scheint eher ein Phänomen der wirtschaftlichen und machtpolitischen Ränkelein der Nul
erjahre zu sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum einem gebe ich Recht, dass sich die Geschichte unendlich viele Seiten quält und sich zäh dahin bewegt. Auch der Freitod des Krülpa Subunternehmenschef Thewe, war eher vorhersehbar, als überraschend, dennoch folgerichtig und konsequent dargestellt.<br />
Auf der anderen Seite benötigt Goetz die vielen Seiten als Vorlauf, um sein Figurenkonzept zu entwickeln. Die Figuren entwickeln per se keine Tiefe, benötigen sie aber auch nicht<br />
um ein mögliches Konzept der Nullerjahre darzustellen.</p>
<p>Goetz arbeitet hier nach dem einfachen, aber gut erzählten Prinzip der Fallhöhe. Holtrops erster Aufstieg und eben auch sein comeback sind schnell und rasant dargestellt, zwar fehlt<br />
auch hier die erzählerische Substanz, kann aber auch als Ausdruck der machtpolitischen und wirtschaftlichen Substanzlosigkeit der Nullerjahre verstanden werden.<br />
Die Leistung Rainald Goetz ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, in &#8220;Johann Holtrop&#8221; wird eben ein Abriss erzählt. Eine erste Schau auf unsere Gegenwart.<br />
 d</p>
<p>auch hier die.Substanz, aber auch das scheint eher ein Phänomen der wirtschaftlichen und machtpolitischen Ränkelein der Nul<br />
erjahre zu sein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Die Dichter des Zorns von Bernhard Meyer-Probst</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=717#comment-55</link>
		<dc:creator>Bernhard Meyer-Probst</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2012 15:35:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=717#comment-55</guid>
		<description>Lieber Herr Wittstock, beim Radioessay über den &quot;Zorn in der Literatur&quot; habe ich alles stehen und liegen gelassen und gestaunt, welche Fundgruben Sie ausfindig gemacht haben. Hut ab! Leider gelang mir weder der Zugriff auf die Radio- noch auf die Textfassung. Können Sie mir einen Tipp geben? Ich möchte Freunde teilhaben lassen und erlaube mir, Sie an Brechts &quot;Laotse und der Zöllner&quot; zu erinnern.
Mit feundlichem Gruß, B. Meyer-Probst</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Wittstock, beim Radioessay über den &#8220;Zorn in der Literatur&#8221; habe ich alles stehen und liegen gelassen und gestaunt, welche Fundgruben Sie ausfindig gemacht haben. Hut ab! Leider gelang mir weder der Zugriff auf die Radio- noch auf die Textfassung. Können Sie mir einen Tipp geben? Ich möchte Freunde teilhaben lassen und erlaube mir, Sie an Brechts &#8220;Laotse und der Zöllner&#8221; zu erinnern.<br />
Mit feundlichem Gruß, B. Meyer-Probst</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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