Was Ärzte und Schriftsteller verbindet

Feine Verwandtschaft

Sie kennen sich aus mit dem Menschen: Die Mediziner und die Dichter, die Ärzte und die Erzähler. Kaum ein anderer Berufsgruppe ist unter den Fachleuten der Wortkunst so stark vertreten wie die Fachleute der Heilkunst. Warum ist das so?

“Ich kenne keine bessere Schulung für den Schriftsteller”, behauptete Somerset Maugham, “als einige Jahre den Beruf eines Arztes auszuüben.” Maugham wußte wovon er sprach, denn er war Arzt und Schriftsteller. Medizin hatte er studiert, um den “Menschen ohne Maske” kennenzulernen – und er wurde einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit.

Beide, so schrieb Marcel Reich-Ranicki einmal, Literaten und Mediziner seien “Fachleute für menschliche Leiden”, und so sei es nur naheliegend, daß es zwischen diesen Berufsgruppen erstaunlich viele Berührungspunkte gebe, ja so etwas wie eine verborgene Verwandtschaft existiere.

William Somerset Maugham, 26. Mai 1934. Portrait by Carl Van Vechten

Maugham reiht sich ein in eine erstaunliche Zahl von Autoren, die eine medizinische Ausbildung hatten. So waren allein drei der größten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zugleich Ärzte: Gottfried Benn, der als Lyriker von europäischem Rang gestand, ihm sei seine “Existenz ohne diese Wendung zur Medizin und Biologie völlig undenkbar”. Alfred Döblin, der Medizin studierte, “weil ich Wahrheit wollte, die aber nicht durch Begriffe gelaufen und hierbei verdünnt und zerfasert war”. Und schließlich Arthur Schnitzler, der all seine Erzählungen und Stücke immer auch als Arzt schrieb, denn, so bekannte er: “Wer je Mediziner war, kann nie aufhören, es zu sein. Denn Medizin ist eine Weltanschauung.”

Tatsächlich ist die Ruhmestafel weltweit gefeierter Autoren, die zugleich als Ärzte arbeiteten, überraschend lang. Angelus Silesius war studierter Philosoph, Theologe und Arzt, Friedrich Schiller ausgebildeter Regimentsmedikus, John Keats Wundarzt, Georg Büchner promovierter Anatom. Heinrich Hoffmann, der Vater des Struwwelpeter, leitete als Chefarzt die Frankfurter Irrenanstalt, Anton Tschechow meinte, “die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte”. Und Louis-Ferdinand Céline studierte als Armenarzt in Pariser Vorstädten den Argot, den er dann in seinen – zutiefst antisemitischen – Romanen zu Literatur veredelte. Eugène Sue steht ebenso auf dieser Liste wie Michail Bulgakow, Sir Arthur Conan Doyle, Friedrich Wolf und William Carlos Williams.

Georg Büchner (1813 - 1837)

Noch beeindruckender wird die Aufzählung, wenn man bedenkt, welche Schriftsteller zunächst Medizin studierten, sich aber noch vor dem Examen ganz der Literatur verschrieben: nämlich unter anderem Louis Aragon, Johannes R. Becher, Ludwig Börne, Bertolt Brecht, André Breton, Johann Gottfried Herder, Henrik Ibsen, Stanislaw Lem, Hermann Löns und August Strindberg. Auch unter den deutschen Autoren der Gegenwart sind die medizinisch-poetischen Doppelbegabungen keine Seltenheit: Sowohl der Dramatiker Heinar Kipphardt, wie der Romancier Ernst Augustin, der Popliteratur-Avantgardist Rainald Goetz, der DDR-Epiker Uwe Tellkamp und die Erzählerin Melitta Breznik genossen eine medizinische Ausbildung – fast alle in der Psychiatrie.

Sogar ein klinisches Zentrum für Dichterärzte in Deutschland hat sich herauskristallisiert: In der Berliner Charité betrieb schon Döblin wissenschaftliche Forschungen, dort arbeiteten Gottfried Bermann-Fischer, der den S.Fischer Verlag durch die Nazi-Zeit brachte, und Peter Bamm, der in den Nachkriegsjahren Bestseller schrieb, hier standen Ernst Augustin und Kipphardt als Assistenzärzte am Krankenbett. Heute arbeitet Jakob Hein in der Charité als Nachwuchsmediziner, der zugleich schon mehr ist hoffnungsvoller Nachwuchsautor gilt.

Solche Häufungen sind kein Zufall. Unter den Schriftstellern der deutschen Literaturgeschichte ließen sich allenfalls noch Geistliche, Lehrer oder Juristen in ähnlich großer Zahl nachweisen wie Ärzte. Diese Berufsstände neigen allerdings dazu, die Menschen unter dem Blickwinkel zu betrachten, wie sie sein sollten. Mediziner dagegen betrachten sie eher von dem Gesichtspunkt aus, wie sie sind. Mit anderen Worten: Theologen. Pädagogen und Rechtsgelehrte entwerfen gern Rezepte, wie ein vorbildliches Leben zu führen wäre. Ärzte dagegen halten sich als Naturwissenschaftler lieber nicht an Utopien. Statt dessen benennen sie die traurigen Tatsachen des Daseins.

Alfred Döblin (1878 - 1957)

Es ist wohl der kühle, der beobachtende, der diagnostische Blick, der manche Menschen zu Ärzten macht, und manche Ärzte dann – literarische Neigungen und Fähigkeiten vorausgesetzt – zu Schriftstellern werden läßt. Zudem noch liefert ihnen der ärztliche Beruf, wenn sie denn als Autoren an der gesellschaftlichen Realität interessiert sind, manchen brisanten und literarisch verwertbaren Stoff frei Haus. “Ich fand meine Kranken”, schrieb Döblin im Rückblick auf sein Leben, “in ihren ärmlichen Stuben liegen; sie brachten mir auch ihre Stuben in mein Sprechzimmer mit. Ich sah ihre Verhältnisse, ihr Milieu; es ging alles ins Soziale, Ethische und Politische über.” Ohne die Patientenschicksale, denen Döblin in seiner Praxis begegnete, wäre Berlin Alexanderplatz mit Sicherheit ein anderes, vermutlich ein schwächeres Buch geworden.

Doch das ärztliche Studium ist für einen Schriftsteller, zumal wenn es sich um einen gefährdeten, seelisch nicht hundertprozentig stabilen Menschen handelt, auch mit Risiken verbunden. “Es war eine Rieseneselei von mir”, schreibt Arthur Schnitzler als junger Mann, “Mediziner zu werden, und es ist leider eine Eselei, die nicht wieder gut zu machen ist.”

Denn all die Krankheiten, die er während seines Studiums kennenlernte, glaubte er bald schon an sich selbst diagnostizieren zu können. Das Phänomen ist nicht unbekannt: Bei vielen Medizinstudenten werden, sobald sie ihre klinische Ausbildung beginnen, ähnliche Symptome beobachtet – die ihre Professoren dann gern ironisch als “Morbus clinicus” bezeichnen.

Bei dem äußerst empfindsamen Schnitzler jedoch ging dieses Leiden weit über das gewöhnliche Maß hinaus. Immer wieder klagte er in seinen Tagebüchern über “meine Hypochondrie, die zuweilen wie ein schwerer schmerzlicher Nebel über dem ganzen Grund meines Wesens liegt” und verzeichnete handfeste “Todesangst-Anfälle”. Aber die Besessenheit, mit der er noch die geringste Missempfindungen an sich registrierte, war eben zugleich die Grundlage seines schriftstellerischen Talents, Menschen noch bis in ihre verborgenen Regungen hinein beschreiben zu können. Ein Talent, daß ihm neidvolle Anerkennung selbst von so berufener Seite wie der Sigmund Freuds eintrug: Er habe, schrieb Freud 1922 an Schnitzler, “den Eindruck gewonnen, daß Sie durch Intuition – eigentlich aber infolge feiner Selbstwahrnehmung – alles das wissen, was ich in mühseliger Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe. Ja, ich glaube, im Grunde ihres Wesens sind Sie ein psychologischer Tiefenforscher.”

Schiller als Regimentarzt, 1781/1782. Gemälde von Philipp Friedrich Hetsch

Mitunter sind dichtende Ärzte allerdings für ihre Patienten nicht ungefährlich. Als Schiller an seinem ersten Stück Die Räuber schrieb, war er von seinen draufgängerischen Figuren so hingerissen, daß er als Arzt zu ähnlich draufgängerischen Therapien neigte. Wie in der Literatur wolle er, beklagte ein Vorgesetzter, offenbar auch in der Medizin “Kraftstücke liefern, die aber weder gerieten, noch (von den Kranken) zum besten rezensiert würden”. Schiller war Stolz auf seinen Ruf. Er liebe als Arzt, schrieb er unter Pseudonym über sich selbst, “starke Dosen” und man solle ihm lieber zehn Pferde zu Behandlung schicken als die eigene Frau.

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Musik beim Lesen (2)

Stan Getz: Body and Soul

Stan Getz’ Jazz sorgt für eine fabelhaft entspannte Atmosphäre, die hervorragend zum Lesen eines Klassikers passt – oder des neuen Romans “Weitlings Sommerfrische” von Sten Nadolny (schon wegen des Vornamens), den ich derzeit beim Wickel habe. Er erscheint erst nächsten Monat, sorry, aber ich möchte ich jetzt schon mal empfehlen.

 

 

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Lesetipp: “Papstin Johanna” von Emmanuil Roidis

Entsetzlich: Keine Ketzerverbrennung mehr!

In den Osterferien habe ich Päpstin Johanna des griechischen Kritikers und Satirikers Emmanuil Roidis gelesen – und war sehr positiv überrascht. Zu dem Buch bin ich gekommen, weil mir jemand erzählte, es gäbe auffällige, plagiatsverdächtige Ähnlichkeiten zu Die Päpstin von Donna Cross. Mir sind aber keine skandalträchtigen Parallelen zwischen den beiden Büchern aufgefallen.

Emmanuil Roidis (1836 - 1904)

Emmanuil Roidis (1836 - 1904)

Emmanuil (oder Emmanouil) Roidis’ Roman ist 1866 in Athen erschienen und löste bei der dortigen Kirche helles Entsetzen aus. Was sehr verständlich ist, denn Roidis’ Ton ist angenehm respektlos und ironisch, sobald die Spache auf das Verhalten der mächtigen mittelalterlichen Gottesmänner kommt. Hier eine kleine Kostprobe über die Verhältnisse in Rom unter der Herrschaft einer – inzwischen schwangeren und deshalb sehr zurückgezogen lebenden – Frau auf dem Stuhl Petri:

“Die Frommen beschwerten sich, dass ihnen nicht mehr der Segen zuteil werde, die Bettler, dass sie ihr tägliches Linsengericht nicht bekämen, die Fanatiker beklagten unter Tränen, dass schon seit sechs Monaten kein Hexenmeister oder Ketzer mehr verbrannt worden sei. Doch die am meisten Verbitterten waren … vor allem die Kuppler und Barbiere, die es nicht begreifen konnten, weshalb sie im Schloß keinen Zutritt hatten, während doch Gewohnheit und Tradition dem Papst den Damenbesuch und das Rasieren zur Pflicht machten.”

Roidis kennt die Gesellschaftsromane seiner Zeit, das merkt man seinem Buch an. Er ist ein kluger, weltkundiger Erzähler. Ich fand seine Vorstellungen vom frühen Mittelalter viel glaubwürdiger als die von Donna Cross, bei der ich immer wieder den Verdacht hatte, ihre Figuren in Die Päpstin stammen gar nicht aus dem 9., sondern aus dem 19. Jahrhundert.

Obwohl: Das größte Lebensproblem der Päpstin Johanna, so wie Roidis sie schildert, ist die Liebe – genauer gesagt: der Sex. Ob das die Lage der Frau in der Jahrzehnten nach Karl dem Großen richtig beschreibt? Davon habe ich keine Ahnung, das sollen die Historiker entscheiden. Mein Vergnügen an dem Roman hat das nicht geschmälert. Im Gegenteil.

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Ein Smash-Hit der deutschen Lyrik

Goethes erste Liebe

Heute von 260 Jahren wurde Goethes frühe Geliebte Friederike Brion 1752 - 1813Friederike Brion geboren. Jahrzehnte- wenn nicht jahrhundertelang haben sich Germanisten darüber gestritten, ob die beiden tatsächlich miteinander schliefen oder nicht. Ob die Germanisten das etwas anging, ist eine andere Frage. Auf jeden Fall haben beiden sehr für einander geschwärmt – und Friederike blieb bis zu ihrem Tod 1813 unverheiratet.

Ihr zu Ehren das wohl schönste Gedicht, das ihr Goethe auf den Leib dichtete. Ein echter Smash-Hit der deutschen Lyrik:

Heidenröslein

Sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu sehn,
Sah’s mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: „Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!“
Röslein sprach: „Ich steche dich,
Dass du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.“
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
S Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Musst es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

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Happy Birthday to Nick Hornby

Ich kann dieses Leben leben. Ich kann, ich kann

Schon wieder hat einer meiner englischen Lieblingsschriftsteller Geburtstag: Nick Hornby. Diesmal ist das 55 Wiegenfest zu feiern. Hornby ist sehr klug und sehr komisch. Und kein Avantgardist. Manchen Kritikern genügt das, um ihn als Unterhaltungsautor abzutun. Ich halte das für falsch und Hornby für einen großartigen Erzähler, einen manchmal etwas aufdringlichen Moralisten und einen pragmatischen Alltagsphilosophen

Nick Hornby ist ein fabelhafter Beobachter der Gegenwart. All den Neuen Archivisten des deutschen Pop-Romans zum Trotz sehe ich hierzulande neben Max Goldt keinen Schriftsteller, der einen auch nur annähernd so genauen Blick hätte für die Moden und Marotten, die Belustigungen und Belästigungen unseres derzeitigen westlichen Alltags. Doch anders als Goldt zimmert Hornby aus diesem Zeitgeistmaterial eben keine Kolumnen, sondern erfindungsreiche, ein wenig schräg dahinschlingernd Geschichten über ein englisches Großstadtmilieu, das mit materiellen Gütern nicht überreich gesegnet ist.

Nick Hornby, Photo by Joe Mabel

Nick Hornby, Photo by Joe Mabel

Im Kern sind die Geschichten, die Hornby erzählt, nicht neu. Im Gegenteil, es sind die uralten, immer gleichen Geschichten über Kindheit und Liebe und Tod, also über Vergänglichkeit und die Erinnerung an das Verlorene. Doch zum Geheimnis eines guten Erzählers gehört die Fähigkeit, solchen alten Geschichten ein neues, zeitgemäßes Gesicht zu geben, will sagen: den Figuren die jeweils aktuellen Kostüme auf den Leib zu schneidern und die Schauplätze mit den Kulissen der Gegenwart auszustatten. Das ist weitaus mehr als nur eine Frage der Dekoration. Denn wenn einem Autor das gelingt, fängt er etwas ein vom Geist seiner Zeit, der in diesen Oberflächen steckt. Er macht sichtbar, was uns so dicht vor Augen steht, dass wir es kaum erkennen können.

Doch Hornby ist nicht nur ein Erzähler, er ist zugleich auch so etwas wie ein postmoderner Moralist. In seinen besten Romanen, in About a Boy (1998) und A Long Way Down (2005), vor allem aber in How to be Good (2001) bringt er die Biographien seiner Figuren angesichts eines Lebens ohne religiöse Gewissheiten und ohne unumstrittene weltanschauliche Orientierung gründlich ins Trudeln. So unterhaltsam und witzig seine Geschichten üblicherweise auch sind, so ungeniert und direkt geht es in ihnen immer wieder um Depression, Selbstmord und Sinnsuche. Doch nur in How to be Good hatte Hornby bislang den Mut, seine Helden an ihren Problemen scheitern zu lassen. In den übrigen geht mal mehr, mal weniger deutlich der Therapeut und Lebenshelfer mit ihm durch. Er macht dann aus seinen Figuren exemplarische Fälle, anhand derer er seinen Lesern vorführt, wie sie ohne allen esoterischen Schabernack in einer kühl aufgeklärten Welt ein wenig soziale Geborgenheit und Lebenssinn für den Eigenbedarf sichern können. Was vermutlich zum enormen Erfolg seiner Romane beigetragen hat.

Kommunikation ist das Zauberwort

A Long Way Down zum Beispiel kann man als eine Art literarische Versuchsanordnung des Moralisten Hornby lesen: Vier Verzweifelte haben jeden üblichen Halt verloren, sie treffen sich zufällig auf den Dach eines Hochhauses, um mit einem letzten Sprung ihrem Leben ein Ende zu machen. Welchen Grund könnte es für sie geben, hier und heute, also in einer westlichen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts dennoch am Leben festzuhalten? Was könnte  geeignet sein, gründlich aufgeklärte, aber gefährdete Menschen vom Selbstmord zurückzuhalten? Hornbys Antwort ist strikt diesseitig, von einem religiösen Sinn des Daseins ist bei ihm nicht einmal in Andeutungen die Rede. Selbst seine Romanheldin Maureen, die sich gelegentlich auf Gott beruft, macht letztlich eine ziemlich nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung auf, wenn sie sich fragt, was sie noch vor Leben zu erwarten hat.

Kommunikation lautet Hornbys Zauberwort. Solange seine Figuren allein sind oder sich durch Schweigen isolieren, erscheint ihnen ihre Lage hoffnungslos. Doch sobald sie Anteil nehmen an anderen und anderen erlauben, Anteil an ihnen zu nehmen, knüpft sich ein feines, kaum wahrnehmbares Netz von Verbindungen, das sie behutsam ans Leben bindet – und dies selbst dann, wenn dieses Beziehungsnetz, wie bei Hornbys Helden, nicht nur freundschaftlicher, sondern durchaus konfliktträchtiger Natur ist. Zugegeben, überaus originell ist das nicht, aber doch ein pragmatisches und zeittypisches Stückchen Alltagsphilosophie.

Nick Hornby, Photo by Joe Mabel

Nick Hornby, Photo by Joe Mabel

Umso bemerkenswerter ist, wie sorgfältig und liebevoll Hornby in seinen Romanen fade männliche Obsessionen porträtiert. Auf diesem Gebiet ist er ein Virtuose. Den manischen Fußball-Fan porträtierte er in Fever Pitch (1992), den Pop-Besessenen in High Fidelity (1995), einen unbeirrbar dem Traum von Star-Ruhm nachhetzenden Musiker namens JJ in A Long Way Down, und in Juliet, Naked (2009) mit seinem Helden Duncan einen vom blinden Glauben an einen Künstler beherrschten Kritiker. Sie alle eint eine beunruhigende Neigung zur Realitätsflucht, zur sozialen Selbstverstümmelung und damit zur leichtfertigen Zerstörung jenes Beziehungsnetzes, dass sie enger und schützender ans Leben binden könnte. Sie sind allesamt Nerds, die sich in selbstgeschaffene Parallelwelten zurückgezogen haben.

Zu den großen Stärken Hornbys gehört seine Fähigkeit, Gespräche förmlich zu inszenieren. Er schreibt nicht einfach Dialoge, er lässt sie zugleich von seinen Helden kommentieren, mal sarkastisch, mal melancholisch, immer aber gescheit und empfindsam. So erreicht er dreierlei: er treibt die Handlung voran, er verschafft sich Gelegenheit, die Charaktere seiner Figuren genauer herauszuarbeiten, und er führt vor, wie inständig, ja wie verzweifelt sich seine Helden darum bemühen, ihre Lebenssituation zu reflektieren. Sie sind nicht dumm, sie denken intensiv über sich nach um Auswege aus ihren Notlagen zu finden und ihr Lebensglück zu retten. Aber das ist nicht leicht in einer Welt, die keinen Heilsplan mehr kennt.

Ein Blick ins leere Dunkel

Wie Juliet, Naked handelt auch Hornbys in meinen Augen bester Roman How to be good vom Zerfall einer Ehe, genauer: von einer Frau, die sich von ihrem Mann trennt. Es sind zwei oft sehr komische und doch beklemmend hoffnungslose Bücher. Ihr Thema gehört zweifellos zu den ältesten Stoffen der Weltliteratur. Doch sowohl die Sprache wie auch die Ausstattung seiner Geschichte, ihre Kostüme und Kulissen, sind von so bedingungsloser Aktualität, dass man sich unter den Figuren bewegt wie unter vertrauten Freunden und man – selbst falls man glaubt, sich der eigenen Liebe sicher sein zu können – bald merkt: Tua res agitur, hier wird deine Sache verhandelt.

Katie und David, die beiden Helden aus How to de Good, machen sich trotz ihrer Ehe-Dauerkrise immer wieder Gedanken darüber, ob sie denn moralisch richtig handeln, ob sie denn mit ihrem Leben – ernsthaft! – zur Verbesserung der Welt beitragen. Katie bemüht sich als Ärztin mit noch mehr Einsatz als zuvor um das Wohlergehen ihrer Patienten, und David, ein glückloser Schriftsteller, versucht, Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Fast so als glaubten die zwei, durch vorbildliches Verhalten vom Schicksal das Anrecht auf eine Portion Glück einhandeln zu können. Doch dem Grund, weshalb sie sich nicht mehr verstehen, weshalb ihre Ehe zerfließt wie eine Sandburg bei Regen, kommen sie bei allem guten Willen nicht auf die Spur.

Schließlich beschließen die beiden trotz der Verletzungen, die sie sich bereits zugefügt haben und trotz der bleiernen Depression, die auf ihnen lastet, zusammen zu bleiben, weil ihre Kinder, Tom und Molly, die Geborgenheit einer Familie brauchen. Doch mit diesem Entschluss ist das Rätsel um ihr so wohlsituiertes Unglück nicht geklärt, sondern nur fürs Erste beiseite geschoben. Katie erkennt das genau: Als David sich am Ende des Romans während eines nächtlichen Wolkenbruchs aus dem Fenster lehnen muss, um die Dachrinne zu säubern, zieht sie Resümee: „David trägt Jeans, und Tom und ich greifen jeweils in eine seiner Gesäßtaschen, um ihn festzuhalten, während Molly nutzlos aber niedlich versucht, uns zu stützen. Meine Familie, denke ich, nur das. Und dann: Ich schaffe das. Ich kann dieses Leben leben. Ich kann, ich kann. Es ist ein Funken, den ich hegen und pflegen will, das stotternde Lebenszeichen einer leeren Batterie; aber genau im falschen Moment fällt mein Blick auf den Nachthimmel hinter Dave, und ich kann sehen, dass dort draußen alles leer ist.”

Ja, okay, ich weiß, literarische Avantgarde ist das nicht. Manche Kritiker schätzen Hornbys Romane nicht, weil die literarischen Mittel, die er einsetzt, recht geläufig sind. Aber das spricht in meinen Augen nicht gegen Hornby. Dieser Autor versteht mit seinen Mitteln umzugehen, verdammt effektvoll umzugehen. Seine Romane sind komisch und sehr, sehr ernst zugleich. Sie sind großartig, weil sie mit literarischen Mitteln ein präzises Bild unserer Zeit malen und weil sie einen dazu bringen, mal wieder den Blick ins Dunkel zu richten und sich einzugestehen, dass dort draußen alles leer ist.

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Kingsley Amis zum 90. Geburtstag

Plädoyer für das literarische „Pleasure Principle“

Am 16. April vor 90 Jahre wurde Kingsley Amis geboren. Ein großartiger, sehr komischer und sehr ernster Erzähler, der gemeinsam mit seinem Freund, dem Lyriker Philip Larkin, nach 1945 wichtige neue Wege ebnete für die englischen Literatur. Viele kennen Kingsley Amis heute nur als Vater des Romanciers Martin Amis – deshalb hier eine Erinnerung an Kingsley Amis, an Philip Larkin und an Kluft zwischen englischer und deutscher Literatur

Oxford 1941: Zwei Studenten, beide 19 Jahre alt, begegnen sich zum ersten Mal. Nach einem mit dem Zeigefinger der rechten Hand angedeuteten Pistolenschuss greift sich der eine ohne Zögern an die Brust, verzerrt das Gesicht in Todesqualen, bricht zusammen, springt dann wieder auf und imitiert seinerseits Schussgeräusche, mal mit, mal ohne Querschläger. Der andere ist tief beeindruckt: „Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, mich in Gegenwart eines Talents zu befinden, das größer war als das meine.“

Eine etwas alberne Anekdote, zugegeben, aber sie gewinnt ihren Reiz durch die Tatsache, dass aus den beiden bald eng befreundeten Studenten zwei der vielleicht einflussreichsten Schriftsteller der englischen Nachkriegsliteratur wurden: Philip Larkin (der Mann mit den ausgeprägten Empfinden für das eigene Talent) und Kingsley Amis (der Mann, mit der Begabung für Schussgeräusche).

Philip Larkin (1922 – 1985) wollte Romancier werden und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten und beliebtesten Lyriker des Landes. Kinsley Amis (1922 – 1995) begann mit Gedichten und wurde einer der wichtigsten und meistgelesenen Erzähler Englands. Auch wenn Larkin seinen Wohnort Hull später kaum je verließ, verloren sich die beiden zeitlebens nicht aus den Augen: Amis macht Larkin zum Paten seines ersten Sohnes Philip (der zweite Sohn Martin Amis gehört heute zu den prominentesten Schriftstellern des britischen Literaturbetriebs) und hielt 1985 die Grabrede auf Larkin. Ihre jeweils ersten Romane sind 2010 in deutscher Übersetzung erschienen und beide Bücher bieten nicht nur beträchtliches Lesevergnügen, sondern lassen zugleich erkennen, welche diametral entgegengesetzten Wege die Literatur in Deutschland und Großbritannien nach 1945 für lange Zeit beschritt.

Jill und Jim

Sowohl Larkin als auch Amis siedelten ihre Debüts im Universitäts-Milieu an. Die Hauptfigur aus Larkins Roman Jill ist Student in Oxford und man spürt sofort die Atmosphäre der typisch englischen College- und Internatsgeschichten, von der noch heute J. K. Rowlings Harry-Potter-Bücher zehren. Der Held aus Amis’ Roman Jim im Glück ist Assistent eines halb vertrottelten Professors an einer Provinz-Uni und man kann das Buch als einen der ersten Campus-Romane betrachten, wie sie bis heute David Lodge oder Alison Lurie schreiben und wie sie Dietrich Schwanitz in Deutschland heimisch zu machen versuchte.

Larkin war das Opfer einer unerträglichen Kindheit: Sein Vater muss ein Monster an Pedanterie und seelischer Brutalität gewesen sein. Als hoher Beamter Coventrys sympathisierte er mit den deutschen Nationalsozialisten. Zwar förderte er seinen Sohn Philip nach Kräften, verachtete aber Frau und Tochter offen und schuf in der Familie ein Klima von Kälte und Menschenfeindschaft. Wenn also Larkins erster Roman Jill nicht gerade überbordet vor Lebenszuversicht, sollte das niemanden wundern.

Sein Held Jack stammt aus einfachen Verhältnissen und kommt durch ein Stipendium an eine der traditionsreichen Schulen Oxfords. Dort bewundert er den sorglosen Snobismus seiner Mitschüler aus vermögendem Hause, doch die machen sich nur lustig über ihn. In seiner Not erfindet er sich eine Freundin, tauft sie Jill, schreibt sich selbst in ihrem Namen Briefe und führt für sie ein mädchenhaftes Tagebuch – bis ihm eine Schülerin namens Gillian begegnet, die der herbei phantasierten Jill bis aufs Haar gleicht.

Das klingt zunächst wie der Entwurf zu einem Entwicklungsroman: Aus einem noch unsicheren jungen Mann wird nach Ablenkungen von außen (hochnäsige Mitschüler) und innen (ersehnter Geliebte) schließlich ein gefestigter Charakter mit Uni-Abschluss und Traumfrau Gillian. Doch so heiter und hoffnungsfroh geht es in Larkins literarischem Kosmos nicht zu: Sein anfangs so verzagter Hauptdarsteller ist auch am Ende verzagt und ob er sein Mädchen je bekommt, bleibt offen.

1947, nur ein Jahr nach Jill, veröffentlichte Larkin ein ähnlich gestrickten Roman A Girl in Winter: Hier ist es eine Bibliothekarin, die sich aus ihrem tristen Leben in die schwärmerische Erinnerung an einen Urlaubsflirt flüchtet, sich dadurch immer stärker isoliert und so in ihrem freudlosen Alltag steckenbleibt. Bei aller Ironie und erzählerischen Präzision Larkins, die seine Bücher zu einem intellektuellen Genuss machen, vermitteln sie einen recht skeptischen Blick auf die Glücksmöglichkeiten der unglücklich Geborenen.

Klassiker der komischen Romanliteratur in England

Schon der Titel Jim im Glück verrät, dass es bei Kingsley Amis optimistischer zugeht. In England gilt sein Erstling als moderner Klassiker der komischen Romanliteratur. Amis hat ihn Larkin gewidmet und hatte Grund dazu: In den Briefen der beiden lässt sich nachlesen, mit welcher Sorgfalt und Ausdauer Larkin seinen Freund als – unbezahlter – Lektor bei der Arbeit an dem Manuskript beriet.

Kingsley Amis stilisiert den Titelheld seines Buches nicht zum Waisenknabe: Jim hat spürbar mehr Interesse am Bier als an seiner wissenschaftlichen Arbeit und dazu ein beeindruckendes Talent, sich in sagenhaft peinliche Situationen zu bringen. Komisch wird die Geschichte nicht zuletzt deshalb, weil Amis das alte universitäre Machtgefälle zwischen Lehrstuhlinhabern und ihren Assistenten mit gnadenloser Offenheit beschreibt. Jim wird von seinem Professor rücksichtslos für dessen schrullige Hobbys eingespannt und Jim antwortet darauf mit einem mühsam verborgenen, flammenden Hass, dem er durch groteske Ersatzhandlungen heimlich Luft macht.

In einem Punkt sind sich beide Romane auffällig ähnlich: Die Figuren orientieren sich in Liebesdingen nicht an ihren Leidenschaften, sondern an Konventionen: Sie tun, was ihnen – angeblich – die Situation diktiert, anstatt den eigenen Impulsen zu folgen. Larkins Held droht darüber seine große Liebe zu versäumen und Amis’ Held besinnt sich erst im letzten Moment eines besseren. Von derart wohlerzogenen Rücksichten hielten diese beiden Schriftsteller rein gar nichts, sie gaben keinen Pfifferling auf den so genannten Guten Ton: Larkin inszenierte sich lustvoll als verbohrter Einsiedler und Menschenfeind, Amis machte nie ein Geheimnis aus seinem ausgeprägten Bedürfnis nach Alkohol und Sex.

Für das Publikum, das aus Vergnügen liest

Gleiches galt für sie ebenso in literarischen Fragen, auch hier gaben sie nicht viel auf den Guten Ton ihrer Zeit. Denn die stand ganz im Zeichen einer Moderne, wie sie von Avantgardisten wie Ezra Pound, James Joyce oder T. S. Eliot in der ersten Jahrhunderthälfte geprägt worden war. Die universitäre Welt, der auch Larkin und Amis entstammten, lag der hochgradig verschlüsselten und kommentierungsbedürftigen Literatur zu Füßen.

Doch die beiden hatten nur Spott und Verachtung für sie übrig – und waren nicht nur beim Publikum, sondern auch bei vielen Kritikern erfolgreich damit. Larkin verkündete das „Pleasure Principle“, also das Spaß- und Genussprinzip der Poesie und gewann Zehn-, ja Hunderttausende von Lesern für seine keineswegs gefälligen, immer aber allgemeinverständlichen Gedichte. Amis wiederum war sich als anerkannter Romancier nicht zu schade, Science Fiction-Stories oder nach dem Tod von Ian Fleming einen Fortsetzungsband für dessen James-Bond-Serie zu schreiben.

Schon weil die Nazis die literarische Moderne verfolgt und verboten hatten, war sie in Deutschland in den ersten Nachkriegsjahrzehnten nahezu sakrosankt. In England dagegen wirkte sie eher wie ein angestaubtes Relikt der Vorkriegsjahre, wie ein kulturelles Highbrow-Überbleibsel der alten Klassengesellschaft, die mit dem Kriegsende endlich überwunden werden sollte.

Larkin und Amis waren Orientierungsfiguren dieser Rebellion gegen ein allzu akademisches Verständnis von Literatur. Larkin schrieb damals: „Wenn ein Dichter das Publikum verliert, das aus Vergnügen liest, hat er das einzige Publikum verloren, das zählt.“ In Deutschland hätte sich ein Autor mit solchen Sätzen schnell ins Abseits manövriert. In England stiegen Larkin und Amis zu den höchsten Ehren ihres Landes auf.

Kingsley Amis:
Jim im Glück. Roman
Deutsch von Steffen Jacobs
Haffmans Verlag bei 2001, Berlin
416 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-942048-10-1

Philip Larkin:
Jill. Roman
Deutsch von Steffen Jacobs
Haffmans Verlag bei 2001, Berlin
398 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-942048-11-1

Hier ein BBC-Interview mit Kingsley Amis aus dem Jahr 1958:

 

Und hier Bilder und die Stimme von Philip Lakin:

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Abstecher ins arme Irland Heinrich Bölls

Reise an den Rand der Welt

Achill Island war lange die ärmste Gegend Irlands, wenn nicht ganz Europas. Ausgerechnet hierhin fuhr Heinrich Böll, um Urlaub zu machen und um Stoff für sein „Irisches Tagebuch“ zu sammeln. Es gab wohl keinen Ort, der weiter weg war vom Wirtschaftswunder-Deutschland der fünfziger Jahre als dieser. Grund genug für eine vorösterliche Ortsbesichtigung.

Wen es hierher lockt, den lockt der Rand der Welt. Weiter geht es nicht. Der nächste Schritt auf den Cliffs of Croaghaun führt ins Nichts. Tief unten rollen die Wellen gegen den Fels, brechen, schlagen hoch, greifen mit ihren Gischtfingern ins Leere. Land’s End. Das ist die äußerste Kante des Kontinents. Dahinter nur noch Wasser und Wolken 4000 Kilometer weit. Schafe stehen im Wind, kauen an dürren Halmen ungerührt. Neben ihnen bricht der Boden weg ins Bodenlose. Wer hier ankommt, muss anhalten, oder ihn hält nichts mehr. Wer hier stehen bleibt, steht mit dem Rücken zur Welt.

Bäume gibt es nicht. Achill Island, gelegen vor der Westküste Irlands, ist ein kahler Außenposten. Den Croaghaun, den letzten Berg bevor Europa ins Meer stürzt, bedeckt Hochmoor wie ein löchriger, verschossener Filzteppich: Torfmoos, bleiche Grasflecken, Steine, Heidekraut weiter als jedes Auge reicht. Wenn der Atlantik keinen Regen gegen die Felsen treibt, wenn doch einmal die Wolken aufreißen, sieht man hier am Abend das Licht im Meer verschwinden. Vom Land her kehrt es am Morgen zurück, lässt bei klarem Himmel zuerst den Gipfel des Croaghaun aufleuchten und dann nach und nach eine scharfe Schattenlinie bis zu dessen Fuß hinabwandern. Wenn man ihr zusieht, glaubt man zu spüren, wie sich der Planet um sich selber wälzt auf seinem Weg unter der Sonne.

Die letzte, die westlichste Siedlung heißt Keel, verstreute Häuser entlang einer Landstraße, die bald darauf im Moor endet. Hier kam Böll an mit dem Bus im Juni 1955, ein irischer Freund hatte ihm ein billiges Cottage für den Sommer empfohlen. Daheim in Deutschland, Fußballweltmeister seit einem Jahr, blühte das Wirtschaftswunder, es war wieder Geld da, genug um in den Süden aufzubrechen, Elba, Capri, Rimini hießen die Sehnsuchtsziele jener Jahre.

Heinrich Böll zog es in entgegen gesetzte Richtung, nach Irland, ins Armenhaus Europas, noch katholischer als seine Heimat Köln, noch frommer als Italien. Und in Irland wurde Achill Island zu dem Ort, von dem er nicht mehr loskam, der Rand der Welt in der Grafschaft Mayo, die so karg, so arm, so dünn besiedelt ist, dass die Iren refrainhaft „God help us“ flehen, sobald ihr Name fällt. Hierher kam er Jahr für Jahr ein paar Wochen, manchmal ein paar Monate lang. Hier kaufte er sich 1958 ein altes Haus, vier kleine Räume zu ebener Erde, verborgen hinter Büschen, aber mit Blick auf Blacksod Bay, die Nordküste der Insel, auf die man schaut, sobald man an seinem Schreibtisch den Kopf hebt.

Jeder Weg, der hierher führt, wirkt wie ein Fluchweg, aus dem Getümmel der Städte in die Gelassenheit des Moors. Für Böll war Achill Island Ausbruch und Rückkehr zugleich. Man sieht ihn hier mit einem Mal in anderem Licht. Böll, der Moralist, der engagierte Literat, der politische Romancier und Polemiker, der in allen Arenen der Öffentlichkeit zugleich in den Meinungskampf zog, nimmt auf Achill Island sanftere Züge an. Aus seinem schmalen Haus mit Blick auf Moor, Fels und Meer tritt er einem wieder entgegen als der Verteidiger eines einfachen Lebens, der er immer auch war, als der Poet einer schlichten, direkten Mitmenschlichkeit, als ein Prediger der Armut und der Liebe, der dem Lärm der Welt misstraute, weil er über ihren Rand hinweg Ausschau hielt nach einer anderen.

Nachdem die Iren im 5. Jahrhundert früh zum christlichen Glauben bekehrten worden waren und den Brüdern des Heiligen Patrick nun kein „roter“, blutiger Märtyrertod durch Heiden mehr drohte, zogen sich manche der Missionare als Einsiedler zum „grünen“ Martyrium auf die Felseninseln vor Irland zurück. Sie ließen sich schon zu Lebzeiten aus dem Leben fallen ins Gebet und in die Meditation. Für Böll, der sich in Deutschland einer Bekehrungsarbeit eigener Art verschrieben hatte, der auf Missionszug war gegen die alten Lücken im Gedächtnis und eine neue Lust am Überfluss, wird diese Versuchung zum radikalen Rückzug nichts Fremdes gewesen sein.

Auf Achill Island bekommen die Dinge ein anderes Gewicht. Hier hat sich seit St. Patricks Zeiten wenig geändert, hier ist die Geschichte wie ausgestrichen. Doch dafür gewinnen in dieser Landschaft all die alten Sätze, die davon sprechen, dass zwischen Geburt und Tod nur ein Augenblick liegt oder dass die Jagd nach Reichtum das Leben nicht reicher macht, eine neue Kraft. Es gab wohl keinen Ort, der weiter weg war vom Wirtschaftswunder-Deutschland der fünfziger Jahre als dieser. Es gab wohl keinen, an dem sich Böll so nah war wie hier.

Böll, der Zornige, schien plötzlich sanft geworden

Böll hat große Teile seines „Irischen Tagebuchs“ nicht in Irland geschrieben. Seinem Verleger vertraute er in einem Brief an: „Die Irischen Impressionen werde ich im Winter in Köln fertig schreiben: das geht aus der Ferne besser, als wenn man so ganz nah dran ist.“ Gleich als die ersten Reiseberichte in verschiedenen Zeitungen, vor allem in der FAZ, erschienen, trugen sie ihm glänzendes Echo ein. Alfred Andersch pries die „souveräne Prosa“, Wolfgang Hildesheimer nannte sie die „hinreißendste“ seit Jahren, für Carl Zuckmayer war das Buch eines der „schönsten und wertvollsten“. Bis heute zählt es zu den meistgekauften, meistgelesenen Bölls, geliebt nicht nur von den Deutschen, sondern auch von den Iren.

1957, vor 55 Jahren, als es veröffentlicht wurde, konnte dieser Erfolg skeptisch machen. Schließlich war dies Bölls erstes Buch, in dem er nicht ins Gericht ging mit Deutschlands Vergangenheit oder Gegenwart. Böll, der Zornige, schien plötzlich sanft geworden, versöhnlich, heiter. Wurde er sonst nicht müde, den Machthaber in Kirche und Staat ihre Verantwortung vorzurechnen für die Misere der Menschen, schien er hier ein Loblied auf das kleine Glück der kleinen Leute zu singen. Malte er eine Idylle, die es den Lesern leicht machte, sich in das Land und das Buch zu verlieben?

Wer genau liest, spürt auch im „Irischen Tagebuch“ Bölls Grimm, vor allem beim Blick auf den Klerus. Doch er war Gast in diesem Land und deshalb behutsam im Urteil. „Auf dieser Insel also wohnt das einzige Volk Europas, das nie Eroberungszüge unternahm“, heißt es zu Beginn. Man merkt, dass Böll im armen, aber fröhlich-frommen Irland vor allem eine Gegenwelt sah zu jenem Deutschland, das so wenige Jahre zuvor Europa in Trümmer gelegt hatte und sich nun mit nüchternem Fleiß daran machte, eins der reichsten Länder des Kontinents zu werden. Die alte, zutiefst romantische deutsche Sehnsucht nach einer solchen besseren, wärmenden Gegenwelt ist es wohl, die dem Buch noch heute so viele Verehrer einträgt.

Doch Irland ist anders geworden inzwischen. Seit den neunziger Jahren erlebt es sein Wirtschaftswunder. Niedrige Steuersätze, der Internet-Boom, Geld der EU haben die grüne Insel vorübergehend in den Celtic Tiger verwandelt, dessen Wachstum dem der Tigerstaaten Asiens einige Jahre lang kaum nachsteht. Der stete Auswandererstrom, der seit den großen Hungersnöten in der Mitte des 19. Jahrhunderts Millionen aus dem Land spülte, weil das Land sie buchstäblich nicht ernähren konnte, ist seither nahezu versiegt. Überall wird gebaut, rings um die Städte und Städtchen stehen Siedlungsnester aus schlanken Einfamilienhäusern, Doppelhäusern, Reihenhäusern, als hätten Riesen gerade eben ihre Bauklötzchen in die Landschaft gestellt. Wie nach überlangem Winterschlaf scheint das Land sich zu räkeln, zu recken und neue Kräfte zu erproben.

Dieses Erwachen ist auch an Achill Island nicht spurlos vorübergegangen. An manchen Stellen der Landstraße nach Keel und darüber hinaus drängen sich jetzt Ferienhäuser, warten auf Wochenendgäste aus Dublin oder Urlauber vom Kontinent. Noch sind es wenige, noch verlieren sie sich in der zeitlosen Leere der Insel. Ein paar Meilen hinter Keel ist man auch heute allein mit Moor und Schafen. Doch selbst hier wäre ein Schriftsteller, wenn er es will, via Notebook und Netz den publizistischen Schlachtfeldern seiner Zeit so nahe wie auf dem Times Square, der Fleet Street oder Unter den Linden. Wer heute der Welt entkommen will an ihren Rand, muss ihre Fangarme noch energischer kappen als einst.

Trotz allem ist in Irland das Leben den Mythen noch immer näher als anderswo. Auch Böll begegnete ihnen hier, als Alltäglichkeiten maskiert, und hielt sie fest in seinem Tagebuch. Am Hang des Slievemore etwa, des anderen großen Bergs der Insel, liegt der Friedhof von Keel. Er ist Meilen vom Meer entfernt, aber doch von der Küste aus unübersehbar wie eine monumentale Inschrift. Man sieht die Gräber, sieht die Mauer, die sie einfasst und die weit ausgreift, wie um daran zu erinnern, dass sie noch lange nicht alle umschließt, die hier ihren Platz finden werden, und sieht einen Kutter, der mitten im Land gleich an der Friedhofsmauer vor Anker gegangen ist. Wer näher kommt, begreift, dass er von seinem Besitzer ins Trockene gebracht, dass es zur Reparatur an die Mauer gelehnt wurde, und doch bleibt der Schreck, vor Charons Fähre zu stehen, die angelegt hat am Friedhof, startklar um die nächste Fracht über den Styx zu bringen in die Unterwelt.

Wirf einen kalten Blick auf das Leben, auf den Tod und dann auf und davon

Als Böll nach Drumcliff fuhr, nordöstlich von Achill Island, zum Grab von W.B.Yeats, der 49 Jahre vor ihm den Nobelpreis entgegen nahm, lag das Land im Dauerregen und Krähen flogen um den Kirchturm „wie schwarze Schneeflocken.“ Es braucht nur wenig, dort das gleiche Bild vorzufinden wie er. Die Wolken hängen so tief und nass über Drumcliff Bay, dass man meint, mit erhobenem Arm hineingreifen zu können. Es ist ein schmales, graues Grab. „Cast a cold Eye / On Life, on Death. / Horseman, pass by!“ hat Yeats auf seinen Stein schreiben lassen, der oben am Rand wie poliert ist von den Händen all der Besucher. Blicke beidem, rät Yeats, kalt ins Auge, Leben und Tod, und dann auf und davon.

Das nächste Restaurant ist nach ihm benannt, Yeats Tavern. Nach dem Essen ist die Welt wie ausgewechselt. Böen vom Atlantik haben die Wolken weggeschoben, den Himmel freigeräumt, nun liegt Sonne über den Hängen, die sanft abfallen zum Meer, und über Drumcliff Bay. Auf den Wiesen stehen Schafe im Wind, ihre Kiefer mahlen ungerührt. Zwischen ihnen springen, es ist März, bald Ostern, die Lämmer durchs Gras.

Heinrich Böll:
Irisches Tagebuch
dtv, München 2011
131 Seiten, 8,- €

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Über literarische Aura

Wie man Kneipen wichtig macht und Schlösser blass

Ein Ort, von dem keine Geschichte erzählt wird, ist oft banal. Orte aber, über die wir Geschichten von Schriftstellern hören, also von sauguten Erzählern, nehmen sehr schnell eine besondere Ausstrahlungskraft an. – Ein Ausflug nach Cornwall zu Daniel Defoe, D. H. Lawrence und Edward St Aubyn

Wie gründlich sich ein realer Ort verwandeln kann, sobald ihm in der Literaturgeschichte eine wichtige Rolle zugeteilt wird, wurde mir jetzt wieder mal in Bristol klar. Die Kneipe The Llandoger Trow in der King Street schien mir zunächst ein ganz normaler alter

Literaturhistorisch enorm wichtiger Pub: The Llandoger Trow (Alle Fotos: Uwe Wittstock)

englischer Pub zu sein, bis der Wirt behauptete, in seinem Lokal habe Daniel Dafoe den Matrosen Alexander Selkirk getroffen, der Dafoe von den Jahren zwischen 1704 und 1709 berichtete, die er allein auf einer unbewohnten Insel vor Chile überlebte – was Dafoe zu seinem Roman Robinson Crusoe (1719) anregte. Da auch der DuMont-Reiseführer Cornwall & Südengland das Gleiche behauptete, beschloss ich, dem Wirt zu glauben. Prompt nahm der Pub für mich spürbare literarische Ausstrahlungskraft an und füllte sich mit Bedeutsamkeit: Literaturhistorisch geweihter Boden auf dem ich stand. Wie gern hätte ich gelauscht, was hier vor knapp 300 Jahren beim Bier besprochen wurde.

Wissenschaftlichen Quellen sprechen allerdings davon, dass Selkirks Schicksal bereits 1713 in einem Zeitschriftenartikel von Richard Steele beschrieben wurde. Dieser Artikel in The Englishman gilt allgemein als Hauptanregung für Defoe. Gut möglich. Aber was solls, Dafoe kann sich ja dennoch mit Selkirk im Llandoger Trow getroffen haben, um sich von ihm alles noch einmal aus erster Hand berichten zu lassen.

Literaturhistorisch enorm wichtiges Dorf Zennor

Ganz ähnlich ging es mir dann in Zennor, einem Dörfchen im Norden Cornwalls. Gott und die D.H.Lawrence-Kenner mögen es mir verzeihen, aber ich war mir zunächst nicht darüber klar, dass Lawrence während des Ersten Weltkriegs hier gelebt und gearbeitet hat. 1917 musste er Zennor verlassen, weil man ihn – der mit der Deutschen Frieda von Richthofen verheiratet war – verdächtigte, für die Deutschen zu spionieren. Da Lawrence regelrecht mit Polizeigewalt aus seinem Haus entfernt wurde, habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass er nicht sehr gut auf seine Nachbarn in Cornwall zu sprechen war: “I don’t like these people. They have got the souls of insects.”

Allerdings sollte man wohl auch diesen Fall besser von zwei Seiten aus betrachten. Michael Williams ist in seiner verdiensvollen Broschüre Writers in Cornwall (Redruth 2010) der Sache gründlicher nachgegangen und hat in Zennors zentralem Kommunikationsort, im Pub Tinner’s Arms, unter Zeitzeugen am Tresen Forschungsergebnisse zusammengetragen: “Talking with two local men at The Tinner’s Arts, one said ‘Lawrence may have been what they call an intellectuel but he was an idiot, an odd man with a red beard coming into this pub, during the 1914-18 war, with his German wife. Young Cornishmen dying on the battlefields in France and they’d come in … the pair of them singing German songs and criticising the David Lloyd George gouverment.’

‘And it wasn’t only that,’ said the other Cornishman. ‘He had this passion for Zennor farmer William Henry Hockin. You can imagine what the Methodists thought about that.’”

Zweiter literaturhistorisch enorm wichtiger Pub

Die Dinge liegen also auch in diesem Fall nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint – obwohl sangesfreudige englische Ehemänner mit deutscher Frauen und gelegentlichen homosexuellen Neigungen naturgemäß nicht unbedingt der Spionage verdächtig sind. Gleichwohl nahm die literarische Aura von Tinner’s Arms merklich zu, nachdem ich diese Informationen hatte. Beim ersten Besuch schien es noch eine rundum freundliche, aber nicht weiter bemerkenswerte, typisch englische Lokalität zu sein – mit einem sehr angenehmen Birnen-Cidre namens Rattlers.

Literaturhistorisch enorm wichtiger Tresen

Bei meinem zweiten Besuch dagegen und nach dem ich durch Michael Williams Studien gründlich belehrt worden war, wirkte der Ort plötzlich viel wichtiger, fast so als wären hier biographische Geheimnisse und fatale erotische Verstrickungen auf immer geborgen, von denen ich kurz zuvor noch nicht einmal etwas ahnte. Sobald man eine Geschichte über einen Theke erzählen kann, wirkt sie mit einem Mal bedeutend, auch wenn sie sich zuvor so biernass ausnahm wie jede andere Theke auch.

Die Gegenprobe konnte ich dann ganz ungezwungen auf der gleichen Reise machen. Wir besuchten St Michael’s Mount im Süden Cormwalls. Es ist eine Art englisches Pendent zum französischen Mont-Saint-Michel: Eine Insel, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist, bei Flut aber nur per Schiff. Auf St Michael’s Mount gab es zunächst ein Kloster. Nach dessen Auflösung durch Heinrich VIII. kaufte Colonel St Aubyn 1659 die Insel und ließ das Kloster in ein Herrenhaus umbauen. Seither ist sie kontinuierlich in Familienbesitz, die St Aubyns gehören zu den vom Schicksal materiell verwöhnten Familien des Landes. Auch deren derzeitiges Oberhaupt John St Aubyn wird im Allgemeinen als erfolgreicher Geschäftsmann bezeichnet, der zwar die Insel inzwischen an den National Trust abgetreten habe, aber selbstverständlich nicht aus finanzieller Not, neinnein, sondern nur um deren Zukunft zu sichern.

Literaturhistorisch komplett unwichtige Insel St Michaels Mount

Aber wie auch immer es sich mit diesen pekuniären Dingen verhalten mag, mein Interesse an St Michael’s Mount war sofort geweckt durch den Namen St Aubyn. Ich war fest davon überzeugt, den realen Boden jener Familiendramen zu betreten, an denen Edward St Aubyn seine Leser in seiner Some Hope-Trilogie teilhaben lässt. Das Herrenhaus, meinem Empfinden nach ein veritables Schloss, erwies sich dann als angemessen düsteres Gemäuer, so dass ich in diese Umgebung die übelsten Übergriffe von Vater St Aubyn auf Sohn Edward nicht nur für möglich, sondern geradezu für unvermeidlich hielt.

Ein Gespräch mit einem Herren des Ausstellungspersonals belehrte mich allerdings darüber, dass der Schlossherr kinderlos und die Familie St Aubyn weitverzweigt sei. Ja, gewiss, sagte er, gelegentlich habe er von einen Autor mit Namen St Aubyn gehört, der sich vom lokalen Fernsehen mit dem Schloss im Rücken habe filmen lassen. Doch diese Herr habe, dass könne er mir garantieren, mit der Besitzerfamilie des Herrenhauses nichts zu tun.

Literaturhistorisch ebenfalls komplett unwichtiges Gemäuer

Woraufhin Schloss und Insel umgehend jede Menge Ausstrahlungskraft einbüßten – und plötzlich lange nicht mehr so düster wirkten. Ein Ort, von dem es keine Geschichte zu erzählen gibt, zumindest keine literarisch ausgefeilte und wirkungsvolle Geschichte, ist eben ganz einfach nur ein Ort – und nicht selten ein ziemlich blasser. Selbst wenn es ein Schloss ist.

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Die wohl älteste Dickens-Verfilmung gefunden

The Death of poor Joe

Im Jahr des 200. Geburtstags von Charles Dickens hat das British Film Institut jetzt die vermutlich älteste Verfilmung eines Dickens-Stoffes gefunden. Sie ist nur eine Minute lang und zeigt den Tod des obdachlosen Straßenkehrers Jo aus Dickens Roman “Bleak House”. Der junge Mann stirbt bei schwerem Schneetreiben nachts vor einer Friedhofsmauer in den Armen eines Nachtwächters. Der Film stammt offenbar von dem frühen englischen Filmer G.A. Smith.

 

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Musik beim Lesen

Die Schwindler: Bossa

Meine derzeitige Lieblingsband. Eine wundebar ruhige Kombination aus Jazz und Bossa Nova.

Hier eine Kostprobe:

 

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