Poesie, plötzlich

Als mich mein Navi mal aus den Schuhen hob

Kürzlich gab ich in mein Navigationsgerät ein Ziel ein, das in einer Fußgängerzone liegt. Das Gerät wurde sich in Zwiesprache mit dem zuständigen Satelliten darüber klar, dass ich dort nicht mit dem Wagen vorfahren konnte. Daraufhin meldete es mir:

“Das Ziel Ihrer Reise liegt im Unerreichbaren.”

Ja, dachte ich mir, da hast du verdammt recht. Das Ziel der Reise liegt ganz und gar im Unerreichbaren. Und nicht nur dieser Reise. Dann fuhr ich los und dachte im Auto noch eine Weile darüber nach, wie eigentümlich es sich anfühlt, wenn einen so ein kleiner Fetzen Poesie unvorbereitet überfällt. In einem Gedicht von, sagen wir, Durs Grünbein, wäre ich auf eine solche Zeile vorbereitet, und dort wäre sie ein wenig banal. Aber wenn das von einem Navi kommt – alle Achtung! -, dann erwischt es einen, ohne dass man zuvor seine Jetzt-lese-ich-mal-was-echt-Bedeutendes-Haltung einnehmen konnte, und dann zieht es, das kann ich Euch sagen, ganz schön rein.

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