Buch&Bar 109: Michael Behrendt “I Don’t Like Mondays”

Verkannte Genies an der Gitarre

Heute: Über Das Vergnügen an Missverständnissen bei Lesen und Trinken

Michael Behrendt: "I Don't Like Mondays".Die 66 größten Songmissverständnisse. Theiss Verlag. 19,95 Euro

So ein Rocksong ist ja ganz allein und schutzlos auf der Welt, falls die Band, die ihn geschrieben hat, nicht tagtäglich auf ihn aufpasst. Und dann passieren die schrecklichsten Dinge mit ihm. Er wird missverstanden, missdeutet, missbraucht, miss … sonstwas.

Über die 66 größten Songmissverständnisse hat der Journalist Michael Behrendt jetzt das Buch „I Don’t Like Mondays“ geschrieben (Theiss, 19,95 Euro). Der Titel zum Beispiel zitiert einen Hit der Boomtown Rats, der gern als Nach-dem-Wochenende-Blues gedeutet wird, tatsächlich aber an ein kalifornisches Schulmassaker erinnert. Interessant ist auch, wie viele Leute beim Hören des Nena-Songs „99 Luftballons“ statt der Zeile „99 Kriegsminister, Streichholz und Benzinkanister“ glaubten, die Worte „99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister“ zu verstehen. Die erstaunlichste Fantasie bewiesen jedoch die Reklame-Heinis, die mit Johnny Cashs Liebeslied „Ring Of Fire“ einen Werbespot für Hämorrhoiden-Salbe unterlegten.

Das unerschöpfliche Reservoir an Alkohol-Mischgetränken hält natürlich auch zu diesem Thema den richtigen Drink bereit. Der „Misunderstood Beer Cocktail“ wird gemixt aus je 3 ml Mezcal und Tequila, je 2 ml Ginger-Sirup und Limettensaft, 1 ml Honig und Gurkenstreifen, aufgefüllt mit Lagerbier. Probiert habe ich ihn noch nicht. Klingt, als wäre er erfrischend. Ich werde ihn im Sommer testen.

 

2014 startete BUCH & BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.

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