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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Buch &amp; Bar</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Buch&amp;Bar 123: Raymond Chandler &#8220;Der lange Abschied&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Oct 2017 15:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Raymond Chandler]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Held nur aus Worten Buch&#38;Bar heute zum letzten Mal: Über die Macht der Literatur und die Rituale des Abschieds beim Lesen und Trinken Manche Schriftsteller können zaubern. Nur aus Worten erschaffen sie Figuren, die einen festen Platz in unserer &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2309">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Ein Held nur aus Worten</strong></h1>
<h2><strong>Buch&amp;Bar heute zum letzten Mal: Über die Macht der Literatur und die Rituale des Abschieds beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2312" class="wp-caption alignright" style="width: 302px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/10/36814508z.jpg"><img class="size-full wp-image-2312" title="36814508z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/10/36814508z.jpg" alt="" width="292" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Raymond Chandler: &quot;Der große Abschied&quot;. Roman. Aus dem Englischen von Hans Wollschläger. Diogenes Verlag. 12,90 Euro</p></div>
<p>Manche Schriftsteller können zaubern. Nur aus Worten erschaffen sie Figuren, die einen festen Platz in unserer Fantasie einnehmen, selbst wenn wir ihre Bücher gar nicht kennen. Raymond Chandler ist so ein Schriftsteller, und sein Held, der Privatdetektiv Philip Marlowe, ist so eine Figur.</p>
<p>Marlowe lebt in einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft und bewegt sich in ihr wie ein Fisch im Wasser. Aber er ragt doch über sie hinaus. Mitten in ehrloser Zeit ist er ein Mann von Ehre. Während alle enthemmt nach Geld grapschen, nimmt er nur Honorare, die ihm nach seinem Moralkodex zustehen. Während alle auf den eigenen Vorteil achten, hält er den Kopf hin für die Schwachen. Er ist ein hartgesottener Romantiker in der unromantischsten aller Welten.</p>
<p>Besonders glaubwürdig war diese Figur nie. Aber Chandler erzählt so perfekt von ihr, dass sie bis heute in zahllosen anderen Detektiv- oder Polizistenfiguren und also noch immer im kollektiven Gedächtnis fortlebt. In Chandlers schönstem Roman „Der lange Abschied“ (Diogenes, 10,90 Euro) lässt sich Marlowe von Gangstern verprügeln und von der Polizei einsperren, weil er an die Unschuld eines Freundes glaubt, mit dem ihn nicht mehr verbindet als ein paar gute Gespräche in einer Bar und ein paar gute Drinks.</p>
<p>Der beste Drink, den die beiden dann auch zu ihrem langen Abschied trinken, ist für sie der Gimlet: „Richtiger Gimlet besteht zur einen Hälfte aus Gin und zur anderen aus Rose’s Lime Juice und aus sonst nichts.“ In dieser Mischung ist der Gimlet deshalb zum klassischen Farewell-Drink geworden. Also trinke ich zu meinem Abschied von dieser Kolumnen-Reihe nun einen Gimlet auf die Geduld der Leser und auf Raymond Chandler.</p>
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<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR die mit dieser 123 Folge endet. Die Kolumne war schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Sie war also haargenau das, worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs servierte. Doch nach 123 Folgen ist es Zeit, sich nach anderem umzuschauen. Cheerio!</em></p>
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		<title>Buch&amp;Bar 122: Peter Catapano / Simon Critchley &#8220;Von Kung-Fu bis Ladypower&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2295</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Aug 2017 17:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Catapano]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Critchley]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach der Theorie für den nächsten Banken-Crash Buch&#38;Bar heute: Über die orgiastischen Vergnügungen alter und allerneuester Philosophen beim Denken und Trinken Auch die Philosophie ist nicht mehr das, was sie mal war. Früher dachten Philosophen über Gott &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2295">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Auf der Suche nach der Theorie für den nächsten Banken-Crash</strong></h1>
<h2><strong>Buch&amp;Bar heute: Über die orgiastischen Vergnügungen alter und allerneuester Philosophen beim Denken und Trinken</strong></h2>
<div>
<div id="attachment_2299" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/08/47406345z.jpg"><img class="size-full wp-image-2299" title="47406345z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/08/47406345z.jpg" alt="" width="280" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Peter Catapano und Simon Critchley: &quot;Von Kung-Fu bis Ladypower. 33 Übungen in moderner Philosophie&quot;. J.B.Metzler Verlag. 19,99 Euro</p></div>
<p>Auch die Philosophie ist nicht mehr das, was sie mal war. Früher dachten Philosophen über Gott nach oder die Unsterblichkeit der Seele oder die Frage, ob wir die Realität vielleicht verwechseln mit irgendwelchen Schatten an Höhlenwänden.</p>
<p>Inzwischen hausen Philosophen nicht mehr in Höhlen oder Fässern, sondern in coolen Apartments und schreiben für die „New York Times“. Denn die hat einen Blog, der in Erinnerung an den Stein der Weisen „The Stone“ heißt. In den Artikeln geht es „Von Kung-Fu bis Ladypower“ um das rätselvolle Dasein in unserer modernen Welt. Peter Catapano und Simon Critchley haben daraus ein Buch gemacht (Metzler, 19,99 Euro).</p>
<p>Hier denken Philosophen über Neurowissenschaften nach oder Hollywoods „Matrix“- Serie oder die Frage, ob Kant ein Feminist war. Oder darüber, was künftige Generationen über die dauerironischen Hipster von heute denken werden, die ihnen als ihr Lebenswerk eine Sammlung von Katzenvideos hinterlassen. Am besten gefallen hat mir die Begründung, weshalb selbst Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft immer erst hinterher wissen, warum die Banken schon wieder einen Crash hingelegt haben: Philosophisch betrachtet, betreiben Volkswirte nämlich gar keine exakte Wissenschaft, sondern so eine Art Pi-mal-Daumen-Handwerk.</p>
<p>Übrigens: Schon die antiken griechischen Philosophen haben bekanntlich gern einen gekippt. Am liebsten Wein. Dazu hielten sie Reden und nannten es nicht Sauftour, sondern Symposion. Und danach kamen freundliche Musikerinnen zu ihnen zu Besuch. Wenn ich da an die deutlich trockeneren Symposien von heute denke! Aber ach, die Philosophie ist eben nicht mehr das, was sie mal war.</p>
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<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<item>
		<title>Buch&amp;Bar 121: Björn Akstinat und Simon Akstinat  &#8220;Marx &amp; Engels intim&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jul 2017 09:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Akstinat]]></category>
		<category><![CDATA[Ferdinand Lassalle]]></category>
		<category><![CDATA[Ferdinand von Freiligrath]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Engels]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Akstinat]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Liebknecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Meisterbeleidiger Marx Heute in Buch&#38;Bar: Über das Vergnügen an superscharfen Sachen beim Lesen und Trinken Kürzlich, als ich in herrlicher Sommer-Abendsonne über Berlins Torstraße ging, fiel mein Blick in einem der Schaufenster auf eine Flasche Marx-Gin mit der vollbärtigen Karl &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2289">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Meisterbeleidiger Marx</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über das Vergnügen an superscharfen Sachen beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div>
<div id="attachment_2290" class="wp-caption alignright" style="width: 343px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/41ROhVIIuBL._SX331_BO1204203200_.jpg"><img class="size-full wp-image-2290" title="41ROhVIIuBL._SX331_BO1,204,203,200_" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/41ROhVIIuBL._SX331_BO1204203200_.jpg" alt="" width="333" height="499" /></a><p class="wp-caption-text">Björn Akstinat und Simon Akstinat: &quot;Marx &amp; Engels intim&quot;. Erstaunliches aus dem unzensierten Briefwechsel von Karl Marx und Friedrich Engels. IMH Service. (Vertrieb über amazon) 9,95 Euro</p></div>
<p>Kürzlich, als ich in herrlicher Sommer-Abendsonne über Berlins Torstraße ging, fiel mein Blick in einem der Schaufenster auf eine Flasche <strong>Marx-Gin</strong> mit der vollbärtigen Karl Marx-Ikone auf den Etikett. Ich mochte beides und suchte seither nach einem passenden und aktuellen Marx-Buch, um den Gin hier in der Kolumne unterbringen zu können.</p>
<p>Gefunden habe ich „<strong>Marx &amp; Engels intim“</strong> (IMH-Service, 9,95 Euro). Die Herausgeber <strong>Björn</strong> und <strong>Simon Akstinat</strong>  haben in dem Taschenbüchlein bemerkenswerte Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Marx und Engels zusammengestellt. Ich beschränke mich hier mit meinen Zitaten ausschließlich auf Marx’ erstaunliche Freude an Beleidigungen: Engels’ Vater nennt er brieflich einen „Schweinehund“. Von einem frisch verstorbenen Onkel spricht er dagegen nur als einem „alten Hund“. Ferdinand Lassalle, den Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, bezeichnet er als der „jüdischen Nigger“ oder „wasserpolackischen Juden“. In seiner Funktion als Vorkämpfer der Arbeiterklasse schrieb er : „Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht.“ Von dem Mitgründer der SPD Wilhelm Liebknecht spricht er als „Vieh“ und von dem linken Dichter Ferdinand von Freiligrath als „Scheißkerl“. Über seinen Schwiegersohn Paul Lafargue, dessen Mutter eine kubanische Kreolin war, behauptet Marx, er habe eine „üble Narbe von dem Negerstamm“ habe. Die Pointe, dass Marx ihn außerdem in einem Brief an eine Tochter den „Abkömmling eines Gorillas“ nannte, haben die Herausgeber ausgespart. Darauf einen kräftigen Schluck Marx-Gin. Prost.</p>
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<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Buch&amp;Bar 120: Hans-Werner Wahl &#8220;Die neue Psychologie des Alterns&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jul 2017 09:56:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Positive am Positivsein! Heute in Buch&#38;Bar: Über die unbändige Freude der Jungen auf die Lebensweisheiten der Alten beim Lesen und Trinken Älterwerden ist eine Erfolgsgeschichte. Es sein denn, man hält es für den größeren Triumph, mit 27 in Gras &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2285">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Das Positive am Positivsein!</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über die unbändige Freude der Jungen auf die Lebensweisheiten der Alten beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2286" class="wp-caption alignright" style="width: 274px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/47032354z.jpg"><img class="size-full wp-image-2286" title="47032354z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/47032354z.jpg" alt="" width="264" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Hans-Werner Wahl: &quot;Die neue Psychologie des Alterns. Überraschende Erkenntnisse über unsere längste Lebensphase.&quot; Kösel Verlag, 19,99 Euro</p></div>
<p>Älterwerden ist eine Erfolgsgeschichte. Es sein denn, man hält es für den größeren Triumph, mit 27 in Gras zu beißen. Manche Rockstars wie Janis Joplin, Kurt Cobain oder Amy Winehouse haben ja hart an so einem frühen Finish gearbeitet. Ich fand ihre Einstellung immer ein wenig seltsam und habe mich deshalb beruflich anders orientiert. Nicht so in Richtung Weltstar.</p>
<p>Altersforscher <strong>Hans-Werner Wahl</strong> hat jetzt überraschende Erkenntnisse zusammengetragen über <strong>„Die neue Psychologie des Alterns“</strong> (Kösel, 19,99 Euro). Da ich inzwischen die 27 überschritten habe, beginnen mich solche Bücher zu interessieren. Wussten Sie zum Beispiel, dass eine positive Einstellung zum Altern einen erstaunlichen Einfluss darauf hat, wie alt man tatsächlich wird? Leute, die im Älterwerden nichts als Elend und Unglück sehen können, fallen dem Knochenmann im Durchschnitt gut sieben Jahre früher anheim. Wer aber die Jahre jenseits der 70 als Chance sieht auf neue, bemerkenswerte Erfahrungen, hat auch größere Chancen, mehr davon zu erleben.</p>
<p>Seither male ich mir aus, weißhaarig an der Bar zu sitzen und Jüngeren, die ehrfürchtig lauschen, meine frei erfundenen Lebensweisheiten auf die Nase zu binden. Großartig. Und dazu vielleicht einen <strong>Cocktail Old Timer</strong> zu trinken: 2 cl Apricot Brandy, 2 cl Triple Sec, eine Zitronenspirale und eine Maraschino-Kirsche. Ein kleiner, milder Drink, denn im Alter verträgt man leider nicht mehr so viel Alkohol. Was definitiv keine Erfolgsgeschichte ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Buch&amp;Bar 119: Anke Fesel und Chris Keller &#8220;Berlin Heartbeats&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2281</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Jul 2017 08:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Fesel]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Keller]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Glück der Veteranen Heute in Buch&#38;Bar: Über die Abenteuer der Freiheit beim betrachten nostalgischer Fotos und natürlich beim Lesen und Trinken Nicht nur Kriege, sondern auch schöne Ereignisse der Geschichte bringen Veteranen hervor. So zum Beispiel der Mauerfall von &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2281">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Das Glück der Veteranen</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über die Abenteuer der Freiheit beim betrachten nostalgischer Fotos und natürlich beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2282" class="wp-caption alignright" style="width: 332px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46775406z.jpg"><img class="size-full wp-image-2282" title="46775406z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46775406z.jpg" alt="" width="322" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Anke Fesel / Chris Keller: &quot;Berlin Heartbeats&quot;. Stories from the wild years. Suhrkamp Verlag. 29,90 Euro</p></div>
<p>Nicht nur Kriege, sondern auch schöne Ereignisse der Geschichte bringen Veteranen hervor. So zum Beispiel der Mauerfall von Berlin, der die Stadt für ein paar Jahre in einen Abenteuerspielplatz für Erlebnishungrige verwandelte. Die Helden von damals, die sich intensiver als andere in den Taumel stürzten, sind die Veteranen von heute.</p>
<p><strong>Anke Fesel </strong>und<strong> Chris Keller</strong> haben für sie ein leicht nostalgisches Fotoalbum der wilden Jahre in dokumentarischem Schwarzweiß zusammengestellt: <strong>„Berlin Heartbeats“</strong> (Suhrkamp, 29,90 Euro). Dazu gibt’s Erinnerungen von alten Kämpen wie Klaus Biesenbach, Frank Castorf oder Sasha Waltz. Überall in der wiedervereinigten Stadt war plötzlich Platz da, schreibt Judith Hermann, „zum Filme zeigen, Radiomachen, Fotografieren, Theaterstücke aufführen: wie Spielen, ohne dass das wirklich etwas wollte, es war alles sehr leicht.“ Doch, fügt sie hinzu, das Glück der unbeschwerten (Selbst-)Entdeckungslust hatte zwei Seiten: „Es hatte auf der einen Seite etwas Zielloses – und auf der anderen Seite war es genau deshalb so bedrückend.“</p>
<p>Drinks werden ja gern nach legendenträchtigen Städten benannt: vom Parisian über den London Buck oder den Manhattan bis hin zum Singapore Sling. Seltsam, in dieser Hinsicht hat das schwer legendenträchtige Berlin noch viel aufzuholen. Immerhin hatte die kürzlich geschlossene „Rivabar“ im S-Bahnbogen am Alexanderplatz schon mal <strong>The Mitte Cocktail</strong> entwickelt: 5 cl Weinbrand, 2 cl Persico, 2 cl roten Wermut, 2 cl Orangensaft. Perfekt um mit Herzpochen in „Berlin Heartbeats“ zu blättern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Buch&amp;Ei 118: Cara Nicoletti &#8220;Yummy Books!&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2277</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 09:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Cara Nicoletti]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schwere Aufgabe, ein weich gekochtes Ei zu servieren Heute in Buch&#38;(ausnahmsweise)Ei: Über die Freuden beim Lesen und Essen statt beim Lesen und Trinken Cara Nicoletti ist Schriftstellerin, Bäckerin und Metzgerin. Ich gestehe, diese Berufskombination ließ mich aufhorchen. Da sie &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2277">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Die schwere Aufgabe, ein weich gekochtes Ei zu servieren</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;(ausnahmsweise)Ei: Über die Freuden beim Lesen und Essen statt beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2278" class="wp-caption alignright" style="width: 303px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46775112z.jpg"><img class="size-full wp-image-2278" title="46775112z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46775112z.jpg" alt="" width="293" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Cara Nicoletti: &quot;Yummy Books! In 50 Rezepten durch die Weltliteratur&quot;. Übersetzung: Tanja Handels und Susanne Kammerer, Suhrkamp Verlag. 16,95 Euro</p></div>
<p><strong>Cara Nicoletti</strong> ist Schriftstellerin, Bäckerin und Metzgerin. Ich gestehe, diese Berufskombination ließ mich aufhorchen. Da sie ebenso gern liest wie kocht, bot sie ihren Freunden an, Rezepte aus deren Lieblingsromanen zum Leben zu erwecken. Mit dem Ergebnis, dass ihre Küche nicht mehr stillstand.</p>
<p>Jetzt hat sie <strong>„Yummy Books!“</strong> (Suhrkamp 16,96 Euro) geschrieben, in dem sie nicht nur „in 50 Rezepten durch die Weltliteratur“ führt, sondern auch erzählt, was ihr beim Kochen so alles widerfahren ist. Ob ihr Essen schmeckt, weiß ich nicht. Doch wenn es so gut ist wie ihr Buch, dürften ihre Freunde nach den Mahlzeiten Teller, Besteck und Finger abgeleckt haben. Sie schreibt lehrreich und lustig, geist- und gaumenanregend. Selbst einem so berühmten Roman wie Jane Austens „Emma“ weißt sie ungewöhnliche und witzige Perspektiven abzugewinnen. Man könne, schreibt sie, über die Titelheldin sagen was man wolle, „aber mit Schweinen kennt sie sich aus.“ Ganze zwei Seiten widme der Roman der Frage, wie ein frisch geschlachtetes Mastschwein zer- und verteilt werden solle.</p>
<p>Leider bin ich als Koch ein Stümper. Doch selbst für solche unglückliche Naturen hält Cara Nicoletti Trost bereit. Ein Profi-Koch habe sie einmal einem gnadenlosen Test unterzogen. Sie sollte ihm <strong>ein weich gekochtes Ei</strong> servieren, und sie hat die Größe zuzugeben, dass sie an dieser Aufgabe gescheitert ist. Mir gelingt es manchmal und ab jetzt werde ich bin dann unglaublich stolz auf mich sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<item>
		<title>Buch&amp;Bar 117: Rüdiger von Chamier &#8220;Hunde essen, Hunde lieben&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2272</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Jul 2017 10:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdiger von Chamier]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer wird Freund, wer wird Leckerbissen? Heute in Buch&#38;Bar: Über einen hundemoralischen Kulturgegensatz beim Lesen und Essen Es gibt Themen, mit denen man das Herz des Publikums sofort erobert. Mit Geschichten über treuherzige Hunde zum Beispiel. Bei Geschichten über Hundeschlachtungen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2272">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1 data-canvas-width="156.88814083333335"><strong>Wer wird Freund, wer wird Leckerbissen?</strong></h1>
<h2 data-canvas-width="104.79735000000001"><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über einen hundemoralischen Kulturgegensatz beim Lesen und Essen</strong></h2>
<div data-canvas-width="104.79735000000001">
<div id="attachment_2273" class="wp-caption alignright" style="width: 306px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46990828z.jpg"><img class="size-full wp-image-2273" title="46990828z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/46990828z.jpg" alt="" width="296" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Rüdiger von Chamier: &quot;Hunde essen, Hunde lieben. Die Tabugeschichte des Hundeverzehrs und das erstaunliche Kapitel deutscher Hundeliebe&quot;. Tectum Verlag, 19,95 Euro</p></div>
<p data-canvas-width="257.7909750000001">Es gibt Themen, mit denen man das Herz des Publikums sofort erobert. Mit Geschichten über treuherzige Hunde zum Beispiel. Bei Geschichten über Hundeschlachtungen stehen die Chancen dagegen schlechter.</p>
<p data-canvas-width="176.106825">Vermutlich wird also <strong>Rüdiger von Chamier</strong>s Buch <strong>„Hunde essen, Hunde lieben“</strong> (Tectum, 19,95 Euro) über die Tabugeschichte des Hundeverzehrs kein Bestseller werden. Bedauerlich, denn es ist klug, exzellent geschrieben und, wie ich betonen möchte, kein Rezeptbuch. (Von ein, zwei Zubereitungstipps abgesehen.) Vielmehr ist es der Frage auf der Spur, weshalb eigentlich der Hund in einigen Ländern als bester Freund des Menschen gilt, in anderen aber als Leckerbissen. Und weshalb manche hochgemute Tierfreunde Hunde verspeisende Nationen für moralisch minderwertig erachten, Hühner verspeisende Nationen aber nicht so. Eine kultursoziologisch reizvolle Frage.</p>
<p data-canvas-width="242.9220666666667">Nebenbei: Wussten Sie, dass Hundeschlachtungen zum Zweck der Fleischgewinnung hierzulande erst 1986 verboten wurden? Deutschland hat also erst seit rund dreißig Jahren in hundemoralischer Hinsicht das Lager gewechselt.</p>
<p data-canvas-width="251.97035916666673">Kein schönes Thema, zugegeben. Deshalb möchte ich einen möglichen fiesen Nachgeschmack gern runterspülen mit einem Drink namens <strong>Salty Dog</strong>. Er ist gewissermaßen eine Promenadenmischung unter den Cocktails, denn es gibt Unklarheiten, wer zu seiner Entstehung beiträgt. Gin oder Wodka? 3 cl entweder von dem einen oder von dem anderen, gemixt mit 12 cl Grapefruitsaft, dazu ein Longdrink-Glas mit Salzrand und Eis – fertig ist ein Salty Dog, den man sich einverleiben kann, ohne einem armen Tier das Fell über die Ohren zu ziehen.</p>
<p data-canvas-width="251.97035916666673"><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
</div>
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		<item>
		<title>Buch&amp;Bar 116: David Van Reybrouck &#8220;Gegen Wahlen&#8221; und Jason Brennan &#8220;Gegen Demokratie&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2266</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2266#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2017 09:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[David Van Reybrouck]]></category>
		<category><![CDATA[Jason Brennan]]></category>

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		<description><![CDATA[Soll man politische Macht verlosen? Heute in Buch&#38;Bar: Über die gedankenspielerische Abschaffung der Demokratie beim Lesen und Trinken Demokratische Abstimmungen sind heikel. Denn sie können – siehe Brexit, Trump, Türkei – anders ausgehen als erhofft. Da ist es natürlich eine &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2266">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Soll man politische Macht verlosen?</strong></h1>
<div>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über die gedankenspielerische Abschaffung der Demokratie beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2268" class="wp-caption alignright" style="width: 263px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/45005131z.jpg"><img class="size-full wp-image-2268" title="45005131z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/45005131z.jpg" alt="" width="253" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">David von Reybrouck: &quot;Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist&quot;. Aus dem Niederländischen von Arne Braun. Wallstein Verlag. 17,90 Euro</p></div>
<p>Demokratische Abstimmungen sind heikel. Denn sie können – siehe Brexit, Trump, Türkei – anders ausgehen als erhofft. Da ist es natürlich eine prima Idee, demokratische Wahlen einfach abzuschaffen.</p>
<p>Der Belgier David Van Reybrouck schlägt in seinem Buch „Gegen Wahlen“ (Wallstein, 17,90 Euro) vor, neben den gewählten Volksvertretern auch Bürger für eine Legislaturperiode in die Parlamente zu schicken, die per Losverfahren bestimmt, gut bezahlt und intensiv geschult werden. Das würde die Macht der Parteien einschränken. Und der Amerikaner Jason Brennan empfiehlt in „Gegen Demokratie“ (Ullstein, 24 Euro) unter anderem, nur diejenigen Bürger wählen zu lassen, die grundlegende staatsbürgerliche Kenntnisse nachweisen können. Schließlich darf ja auch keiner Auto fahren ohne Fahrprüfung.</p>
<p>Ob das die Politik besser macht? Weiß der Himmel, keine Ahnung. Sicher ist nur: Gesetze zur Beschneidung des demokratischen Wahlrechts müssten wohl durch demokratische Wahlen beschlossen werden. Das könnte schwierig werden.</p>
<div id="attachment_2269" class="wp-caption alignleft" style="width: 265px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/47072155z.jpg"><img class="size-full wp-image-2269" title="47072155z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/47072155z.jpg" alt="" width="255" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Jasin Brennan: &quot;Gegen Demokratie. Warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen&quot;. Übersetzung: Stephan Gebauer. Ullstein verlag. 24 Euro</p></div>
<p>Abends in der Bar ist mir noch ein anderer Reformvorschlag eingefallen. Der römische Historiker Tacitus schrieb mal, die Germanen hätten bei politischen Versammlungen immer viel Wein getrunken, da sie meinten, Betrunkene könnten nicht lügen. Ich weiß nicht, was Verfassungsrechtler davon halten. Aber lustiger wäre es schon, wenn im Parlament nicht mehr die Roten gegen die Schwarzen anträten, sondern Pinot noir gegen Grünen Veltliner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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		<title>Buch&amp;Bar 115: Caroline Lahausen und Sylvia Doria &#8220;Lust auf Laube&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2261</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2261#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2017 14:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Lahusen]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Doria]]></category>

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		<description><![CDATA[Finstere Zeiten, die den Glauben an Lauben rauben Heute in Buch&#38;Bar: Über den heldenmütigen Kampf gegen die allerneuesten Katastrophen beim Lesen und Trinken Können wir uns Gartenlauben überhaupt noch leisten? Nicht in finanzieller Hinsicht, meine ich, sondern in politischer? Heute? &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2261">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Finstere Zeiten, die den Glauben an Lauben rauben</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über den heldenmütigen Kampf gegen die allerneuesten Katastrophen beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div>
<div id="attachment_2264" class="wp-caption alignright" style="width: 350px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032666z.jpg"><img class="size-full wp-image-2264" title="47032666z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032666z.jpg" alt="" width="340" height="419" /></a><p class="wp-caption-text">Caroline Lahusen und Sylvia Doria: &quot;Lust auf Laube&quot;. Die neue Schrebergarten-Kultur. Fotos: Moritz Schmid, Sonja Tobias, Nadja Buchczik. DVA. 29,95 Euro</p></div>
<p>Können wir uns Gartenlauben überhaupt noch leisten? Nicht in finanzieller Hinsicht, meine ich, sondern in politischer? Heute? Denken Sie an Trump, Terror, abschmelzende Polkappen, Kai Pflaume und andere Katastrophen. Da wollen Sie einfach im Garten abhängen und glücklich sein? Ja, geht’s noch?</p>
<p>Es ist empörend, aber <strong>Caroline Lahusen</strong> und <strong>Sylvia Doria</strong> schlagen genau das vor. Ihr Fotoband heißt <strong>„Lust auf Laube“</strong> (DVA, 29,95 Euro) und feiert eine neue, angeblich hippe Schrebergartenkultur. Wer in dem Buch blättert, sieht freundliche Menschen, die in freundlicher Umgebung freundliche Dinge tun. Erschreckend! Ist das überhaupt erlaubt? Wo bleibt da das politische Krisenbewusstsein? Im Kräuterbeet verbuddelt? Wenn es früher hieß: Schwerter zu Pflugscharen, dann muss es heute heißen: Lauben zu Protestzentren! Hängematten zu Demo-Transparenten! Gießkannen zu Megafonen! Oder so.</p>
<p>Oder auch nicht. Denn, seien wir ehrlich, der Grillabend neulich im Garten war erholsam und ließ uns Kraft sammeln, um den allerneuesten Katastrophen zu trotzen. Zum Grillkotelett gab es Bier. Im Buch ist das genauso, die Autorinnen haben ein wenig Product-Placement für das Münchner Craft Beer <strong>Crew Republic</strong> in den Band eingeschmuggelt. Ich schließe mich dieser Empfehlung vollinhaltlich an: Das Pale Ale <strong>Foundation 11</strong> rundet jeden Lauben-Grillabend herb-fruchtig ab.</p>
</div>
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<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Buch&amp;Bar 114: David Tripolina</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2250</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2250#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Jun 2017 15:52:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[David Tripolina]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir können mehr als nur Kalsarikännit ! Buch&#38;Bar heute: Über das zarte Gefühl von hüzün in jüngster Zeit beim Lesen und Trinken Die Norweger sind ein glückliches Volk. Nicht nur, dass sie auf Platz 1 der „World Happiness“-Rangliste der UN &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2250">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Wir können mehr als nur Kalsarikännit !</strong></h1>
<h2><strong>Buch&amp;Bar heute: Über das zarte Gefühl von hüzün in jüngster Zeit beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2253" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032383z1.jpg"><img class="size-full wp-image-2253" title="47032383z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032383z1.jpg" alt="" width="270" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">David Tripolina: &quot;Einzigartige Wörter&quot;. 333 Begriffe, die es nur in einer Sprache gibt - und was sie bedeuten. Riva Verlag. 9,99 Euro</p></div>
<p>Die Norweger sind ein glückliches Volk. Nicht nur, dass sie auf Platz 1 der „World Happiness“-Rangliste der UN stehen. Nein, sie verfügen außerdem noch über den absolut beneidenswerten Begriff Utepils für ein am ersten heißen Tag des Jahres im Freien getrunkenes Bier. Gibt es Schöneres als Utepils?</p>
<p><strong>David Tripolina</strong> hat 333 solcher exquisiten Vokabeln, die nur in einer Sprache existieren, in dem Buch <strong>„Einzigartige Wörter“</strong> versammelt (Riva, 9,99 Euro). Manches davon haut einen echt um: Die Türken (!) zum Beispiel kennen einen Ausdruck für das düstere Gefühl, wenn politisch alles den Bach runtergeht: hüzün. Mein Gott, was fühle ich mich hüzün in letzter Zeit. Wir alle sollten jetzt mehr tun als nur: hahn (Koreanisch: geduldiges Warten auf Besserung). Und trotz aller Melancholie angesichts der Nachrichten aus dem Weißen Haus, der Türkei oder der Führungsetage von München 1860 auf Kalsarikännit verzichten (Finnisch: Sich zu Hause in der Unterhose betrinken und keine Anstalten machen, das Haus zu verlassen). Mal ganz zu schweigen von Gratrunka (Schwedisch: Masturbieren, während man sehr traurig ist).</p>
<p>Sobald es jetzt wirklich warm wird, rate ich dringend zu Utepils. Doch falls mitten im Sommer wieder der Dauerregen einsetzen sollte, empfehle ich beim Kalsarikännit zu einem guten Single Malt wie <strong>Glen Scotia 16 years old</strong> von der schottischen Westküste. Erstens ist der Regen gewohnt und zweitens sehr umami (Japanisch: würzig im Geschmack). Und er bewirkt dieses herrliche Sgriob (Gälisch: Der zarte Juckreiz auf der Unterlippe, bevor man einen Schluck Whisky nimmt).</p>
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<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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