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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Bücher-Bar / Eine Kolumne</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne Folge 13</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 09:38:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Irmgard Keun]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt in dieser Kolumne Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um einen Tyrannen als Witzfigur und die Frage, wie man mit klugem &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2581">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt in dieser Kolumne Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um einen Tyrannen als Witzfigur und die Frage, wie man mit klugem Geplapper eine Diktatur entlarven kann<br />
</strong></h2>
<h1><strong>Sich das Grauen von der Seele lachen</strong></h1>
<p>Darf man über Hitler lachen? Einen Millionenmörder wie ihn als komische Figur zu zeigen, ist eine verdammt heikle Sache. Viele Filme und Romane sind daran gescheitert, weil sie sich über ihn lustig machten, indem sie ihn als dummen August hinstellen &#8211; ihn damit aber harmloser aussehen lassen, als er es war.</p>
<div id="attachment_2587" class="wp-caption alignleft" style="width: 373px"><img class="size-full wp-image-2587" alt="Irmgard Keun: &quot;Nach Mitternacht&quot;. Mit einem Nachwort von Heinrich Detering. Claassen Verlag. 22 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2022/02/62909200z.jpg" width="363" height="600" /><p class="wp-caption-text">Irmgard Keun: &#8220;Nach Mitternacht&#8221;. Mit einem Nachwort von Heinrich Detering. Claassen Verlag. 22 Euro</p></div>
<p>Anders ist das bei den zeitgenössischen Künstlern, die Hitler liebend gern ermordet hätte, wenn sie ihm in die Hände gefallen wären. Niemand könnte ihnen das Recht absprechen, Hitler als (Horror-)Clown zu zeigen, um sich das Grauen von der Seele zu lachen. Filme wie „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin oder „Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch sind grandiose Meisterwerke.</p>
<p>Ein kleines literarisches Meisterstück aus dieser Zeit kann man jetzt wiederentdecken: Irmgard Keuns „Nach Mitternacht“ (Claassen Verlag, 22 Euro). Der Roman erzählt zu Anfang von einem Besuch Hitlers in Frankfurt 1936. Er lässt sich von seinen Anhängern auf dem Opernplatz stundenlang feiern. Zwei junge Frauen schauen zu und beschreiben die Choreografie der endlosen Aufmärsche, des Strammstehens und Fahnenschwenkens, die für ihn abgespult wird. Sie erzählen auch von dem kleinen Mädchen, dass &#8211; wie bei solchen Nazi-Events üblich &#8211; dazu ausgewählt wurde, scheinbar spontan die Reihen der Zuschauer zu durchbrechen, um Hitler einen Blumenstrauß zu überreichen. Die beiden jungen Frauen schildern das scheinbar völlig naiv – und entlarven Hitler dennoch als den lächerlichen, von sich selbst berauschten Popanz, der er auch war. Es ist ein satirisches Kabinettstück, wie Irmgard Keun hier durch das angebliche Backfisch-Geplapper der zwei Zuschauerinnen den Hitler-Auftritt als billige Propagandaschau bloßstellt.</p>
<p>Irmgard Keun kannte den Nazi-Zirkus aus eigener Anschauung. Nachdem fast alle hitlerfeindlichen Autoren 1933 aus Deutschland fliehen mussten, blieb sie noch drei Jahre dort und konnte beobachten, wie sich die Menschen unter dem Einfluss der Diktatur zu Fanatikern und Denunzianten verwandelten: Die Gewaltherrschaft verwandelte die Menschen und öffnete Tür und Tor für ein gewalttätiges Verhalten untereinander im Alltag. Erst als Irmgard Keun dann 1936 schließlich doch ins Exil gehen musste, schrieb sie „Nach Mitternacht“. Der Roman wurde unter den Lesern der Emigrationsliteratur ein Riesenerfolg, Klaus Mann und Arthur Koestler haben sich wortstark für ihn eingesetzt. Aber danach wurde er viel zu schnell vergessen. Jetzt wird er im Rahmen des Literaturfestivals &#8220;Frankfurt liest ein Buch&#8221; vom 2. bis 15. Mai in dutzenden von Lesungen gefeiert.</p>
<p>Überlebt hat Irmgard Keun den Krieg auf gewagte Weise. Sie beging angeblich Selbstmord, ihr Tod wurde in ausländischen Zeitungen gemeldet. Dann verschaffte sie sich über einen SS-Mann falsche Papiere und tauchte in Deutschland unter. Sie war eine kluge, freche, mutige Frau und eine großartige Schriftstellerin.</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 12</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2021 10:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Amanda Gorman]]></category>
		<category><![CDATA[Haruki Murakami]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Wolfgang Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Houellebecq]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt in dieser Kolumne Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um die Frage, auf welche Weise man als Schriftsteller oder Schriftstellerin richtig &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2568">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt in dieser Kolumne Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um die Frage, auf welche Weise man als Schriftsteller oder Schriftstellerin richtig gekleidet ist und wie die bedeutende Mode des Literaturbetriebs für die Nachwelt konserviert werden kann. </strong></h2>
<h1><b>Manche Dichter sind vielleicht nicht gut, aber dafür gut angezogen</b></h1>
<div id="attachment_2569" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><img class="size-medium wp-image-2569" alt="Haruki Murakami: &quot;Murakami T. Gesammelten T-Shirts&quot;. Übersetzt von Ursula Gräfe. 192 Seiten, 108 Abbildungen. Verlag DuMont. 24 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/11/9783832181802-228x300.jpg" width="228" height="300" /><p class="wp-caption-text">Haruki Murakami: &#8220;Murakami T. Gesammelten T-Shirts&#8221;. Übersetzt von Ursula Gräfe. 192 Seiten, 108 Abbildungen. Verlag DuMont. 24 Euro</p></div>
<p>Wo sind eigentlich Goethes Socken geblieben? Er soll schon in jungen Jahren welche aus Seide getragen haben, schließlich war seine Familie schwerreich. Aber über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Es fällt schwer, sich das einzugestehen, doch die bittere Wahrheit lautet: Ein Stück Goethe ist verloren gegangen.</p>
<p>Dabei war Goethe sehr zufrieden mit seinen Socken. Nur bei Sommerausflügen an den Rhein trug er darunter noch feine Ledergamaschen, damit sich die „entsetzlichen Rheinschnaken“ (Dichtung und Wahrheit) bei dem Versuch, Dichterblut abzuzapfen, den Rüssel ruinieren. Was uns sofort zur nächsten Frage führt: Wo sind eigentlich Goethes Gamaschen geblieben?</p>
<p>Natürlich ist es gut, wenn große Autoren solchen eminenten Problemen ihrer Nachwelt rechtzeitig vorbeugen. Deshalb hat der japanische Schriftsteller Haruki Murakami jetzt seinen Kleiderschrank geleert und eine sorgfältig illustierte und edierte historisch-kritische Gesamtausgabe seiner T-Shirts zusammengestellt: „Murakami T“ (DuMont, 24 Euro). Die Kuratoren künftiger Murakami-Museen sind nun bestens im Bilde, auf welche potentiellen Ausstellungsstücke sie konservatorisch zu achten haben.</p>
<p>Bekleidungsfragen wurden im Literaturbetrieb ja lange vernachlässigt. Aber damit hat die junge amerikanischen Dichterin Amanda Gorman nach ihrer Lesung für Präsident Joe Biden gründlich aufgeräumt und die Weltöffentlichkeit inzwischen wissen lassen, dass sie mit Prada und Estée Lauder zusammenarbeitet, um ihre Gedichte modisch jederzeit ins rechte Licht zu rücken.</p>
<p>Und nun kommen erregende Fashion-News auch von Michel Huellebecq, dem Vordenker des Clochard-Looks in der französischen Buchbranche. Huellebecq besuchte das Thomas-Bernhard-Haus im österreichischen Obernathal und probierte dort die Trachtenjacke des verblichenen Kollegen Thomas Bernhard an. Sie passte und gefiel ihm so gut, dass er sich seither häufiger in dem kostbaren Stück zeigt. Dem naheliegenden Verdacht, er habe sie geklaut, widersprach jetzt die Thomas-Bernhard-Gesellschaft in einer öffentlichen Erklärung: Huellebecq habe die Jacke nach der Anprobe „nicht mehr zurückgegeben“ und die Bernhard-Kuratoren hätten das „toleriert“.</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 11</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 13:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Cecilia Kang]]></category>
		<category><![CDATA[Frances Haugen]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>
		<category><![CDATA[Sheera Frenkel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um Facebook. Ich habe schon vor Jahren meinen Account gelöscht und nachdem ich jetzt &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2557">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um Facebook. Ich habe schon vor Jahren meinen Account gelöscht und nachdem ich jetzt &#8220;Inside Facebook. Die hässliche Wahrheit&#8221; gelesen habe, weiß  endlich auch warum.</strong></h2>
<h1><b>Nachrichten über Nachrichtenhändler</b></h1>
<div id="attachment_2561" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><img class="size-medium wp-image-2561" alt="Sheera Frenkel und Cecilia Kang: &quot;Inside Facebook. Die Hässliche Wahrheit&quot;. Übersetzt von Henning Dedekind, Marlene Fleißig, Frank Lachmann und Hans-Peter Remmler. S.Fischer Verlag,  24 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/10/41Hsd+dWqJL-195x300.jpg" width="195" height="300" /><p class="wp-caption-text">Sheera Frenkel und Cecilia Kang: &#8220;Inside Facebook. Die Hässliche Wahrheit&#8221;. Übersetzt von Henning Dedekind, Marlene Fleißig, Frank Lachmann und Hans-Peter Remmler. S.Fischer Verlag, 24 Euro</p></div>
<p>Als Mark Zuckerberg noch nicht der weltbekannte Facebook-Boss Mark Zuckerberg war, sondern Student in Harvard, experimentierte er bereits mit einem sozialen Netzwerk für seine Mitstudenten. Schon bald prahlte er in einem Online-Chat mit einem Freund, er könne Informationen über fast jeden in Harvard beschaffen, er haben bereits „4000 E-Mails, Bilder, Adressen“. Auf die erstaunte Frage, wie er das geschafft habe, antwortete er: „Die Leute haben es eingegeben.“ Und nach einer Pause: „Ich weiß nicht, warum.“ Erneute Pause: „Sie ‚vertrauen mir’.“ Und dann: „Vollidioten“.</p>
<p>Es ist immer schön zu wissen, was ein Unternehmer von den Leuten hält, die ihn reich machen. Für jeden, der im Fall von Mark Zuckerberg mehr darüber erfahren möchte, ist das Buch von Sheera Frenkel und Cecilia Kang eine wahre Fundgrube: „Inside Facebook. Die hässliche Wahrheit“ (S.Fischer, 24 Euro).</p>
<p>Für Kenner der IT-Branche ist das alles vermutlich nicht neu. Viele dieser Nerds geben einem ja gern das Gefühl, sie wüssten alles, was es zu wissen gibt, stehen dann aber mit offenen Schnürsenkeln vor einem, weil sie keinen Schimmer haben, wie sie die Dinger zukriegen sollen</p>
<p>Für mich war es jedenfalls lehrreich zu lesen, dass Facebook über die Möglichkeit verfügt, herauszufinden, was seine User tun, wenn sie auf anderen Websites unterwegs sind – und sich mit dieser Fähigkeit vor seinen Anzeigenkunden brüstet. Oder wie früh Zuckerbergs Sicherheitsteam wusste, dass russische Hacker per Facebook illegal Wahlkampf für Donald Trump machten. Und es nicht energisch zu verhindern, sondern vielmehr lange zu vertuschen versuchte. Oder dass Facebook-Posts zu der Hetzjagd auf Rohingyas in Myanmar beitrugen, die dann im Massenmord endete. Und dass die Erkundungsmission der UN zu dem Urteil kam, soziale Medien hätten eine „entscheidende Rolle“ bei diesem Genozid gespielt.</p>
<p>Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit der Aussage der Facebook Whistleblowerin Frances Haugen weiß man noch genauer, wie rücksichtslos Facebook seine Profitinteressen über die Stabilität von Demokratie und Gesellschaft stellt. Hier der Link zu einem <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/whistleblowerin-frances-haugen-facebook-will-dass-ihr-an-falsche-entscheidungen-glaubt-a-75a5ecf9-a395-4ee9-89da-53a26de5bd37">Spiegel-Video</a> dazu. Unter dem Stichwort Frances Haugen gibt es darüber hinaus jede Menge Informationen zum Thema.</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 10</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2021 06:44:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Bürofloskeln]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Ehmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um das Befinden der deutsche Sprache und die Freude, wenn zwei Worte sich ganz &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2539">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um das Befinden der deutsche Sprache und die Freude, wenn zwei Worte sich ganz besonders lieb haben und ganz, ganz dicht aneinanderrücken</strong></h2>
<h1><b>Von Nacktnasen im Knuffelkontakt</b></h1>
<div id="attachment_2543" class="wp-caption alignleft" style="width: 329px"><img class="size-full wp-image-2543" alt="Hermann Ehmann: &quot;Läuft! Neue unverzichtbare Bürofloskeln&quot;. Verlag C.H.Beck.155 Seiten. 9,95 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/10/41MWJraujuS._SX317_BO1204203200_.jpg" width="319" height="499" /><p class="wp-caption-text">Hermann Ehmann: &#8220;Läuft! Neue unverzichtbare Bürofloskeln&#8221;. Verlag C.H.Beck.155 Seiten. 9,95 Euro</p></div>
<p>Vor zwei Jahren hätte ich noch keinen Schimmer gehabt, was das Wort Brückenlockdown bedeuten soll. Oder das Wort Balkonklatscher. Oder Bundesnotbremse. Heute werfe ich mit diesen Begriffen um mich wie ein Karnevalsprinz mit Bonbons.</p>
<p>Seltsam: Sobald vom Zustand der deutschen Sprache die Rede ist, wird immer nur genörgelt und gemeckert. So als pfiffe sie auf dem letzten Loch. Niemand lobt sie mal. Niemand spricht von ihren unglaublichen Fähigkeiten. In Wahrheit ist die deutsche Sprache nämlich sehr gut in Form. Sie ist auf gut Deutsch: topfit</p>
<p>In der kurzen Zeit, seit es Corona gibt, hat sie ein ganzes Arsenal neuer Begriffe entwickelt. Wir laden heute zur Abstandsparty ein, begrüßen Freunde mit Fußgruß, trinken mit ihnen ein Distanzbier, reden über den Impfturbo und tragen dabei unsere Kinnwindel. Klar, wir sind pandemüde, bleiben aber weiterhin bemaskt, weil wir nicht rumaerosolen und superspreadern wollen, denn sonst wird wieder geshutdownt.</p>
<p>Ich liebe das. Ich bewundere das Deutsche für die Gabe, zwei alte Worte zusammenzubacken, um damit etwas Neues präzise auf eine Formel zu bringen – wie Niesscham zum Beispiel oder Lockerungsdrängler. Und ist es nicht fabelhaft, wie selbstbewusst sich das Deutsche englische Vokabeln grammatikalisch zurechtkaut, wenn es zum Beispiel darum geht, ob gezoomt oder gar geboostert werden soll?</p>
<p>Andererseits gibt es natürlich auch Worte, die Neues nicht auf kreative Weise neu bezeichnen, sondern die nur dazu dienen, cool zu klingen und das Gemeinte hinter sprachlichen Nebelkerzen verschwinden zu lassen. Der Journalist <a href="https://www.chbeck.de/autor/?authorid=14000">Hermann Ehmann</a> hat solche Angeber- und Verdunklungsfloskeln gesammelt und kommentiert in seinem Buch <a href="https://www.chbeck.de/ehmann-laeuft_/product/31838163">„Läuft!“</a> (Beck, 9,95 Euro). Wer also wissen will, um welche miesen Tricks es geht, wenn die Kollegen im Büro plötzlich von Active Sourcing, von Bandwidth oder vom Syncen reden, der sollte dringend bei Ehmann nachschlagen.</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 9</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2021 16:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Amets Arzallus]]></category>
		<category><![CDATA[Ibrahima Balde]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um eine Flüchtlingsgeschiche, die das Zeug zu einem großen Roman hat: Wie rette ich &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2530">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um eine Flüchtlingsgeschiche, die das Zeug zu einem großen Roman hat: Wie rette ich einen Bruder, der am anderen Ende Afrikas verschollen ist? Die Geschichte eines Wegs durch die Wüste, die man nicht so schnell vergisst:</strong></h2>
<h1><b>Das neue Herz der Finsternis</b></h1>
<p>Von Kain und Abel bis hin zu den Royals William und Harry sind Bibel und Boulevardzeitungen voller Geschichten über Zank zwischen Brüdern. Von Brüderliebe dagegen wird selten erzählt. Die mythischen Zwillinge Castor und Pollux sind das beste Beispiel, das mir dazu einfällt. Als Castor getötet wird, ist Pollux so untröstlich, dass er Gottvater Zeus darum bittet, ihn im Totenreich suchen zu dürfen, um zumindest vorübergehend bei ihm sein zu dürfen.</p>
<div id="attachment_2532" class="wp-caption alignleft" style="width: 327px"><img class="size-full wp-image-2532" alt="Ibrahima Balde / Amets Arzallus: &quot;Kleiner Bruder&quot;. Aus dem Baskischen übersetzt von Raul Zelik. Suhrkamp Verlag, 14 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/09/41VwzKPwTXS._SX315_BO1204203200_.jpg" width="317" height="499" /><p class="wp-caption-text">Ibrahima Balde / Amets Arzallus: &#8220;Kleiner Bruder&#8221;. Aus dem Baskischen übersetzt von Raul Zelik. Suhrkamp Verlag, 14 Euro</p></div>
<p>Ibrahima Balde, ein junger Mann aus Guinea in Westafrika, hat genau diese Geschichte heutzutage erlebt. Und da Ibrahima Analphabet ist, hat der baskische Sänger Amets Arzallus sie für ihn aufgeschrieben: „Kleiner Bruder“ (Suhrkamp, 14 Euro).</p>
<p>Ibrahima arbeitet in Guinea für einen LKW-Fahrer. Da er selten zu Hause ist, kann er sich nicht um seinen kleinen Bruder Alhassane kümmern, obwohl ihm sein Vater kurz vor dem Tod aufgetragen hat, auf ihn zu achten. Irgendwann kommt ein Anruf vom fernen Mittelmeer am anderen Ende Afrikas: Alhassane hat die übliche Fluchtroute quer durch die Sahara in Richtung Europa genommen, ist in ein gefährliches Lager in Libyen geraten und in höchster Not.</p>
<p>Sofort bricht Ibrahima auf. Um zu Alhassane zu kommen, muss er dieselbe Route nehmen wie Tausende Flüchtlinge vor ihm und nach ihm. Er kämpft um Plätze in Bussen, in LKWs oder Pickups und einmal muss er sogar hunderte Kilometer durch die Wüste, bis seine Beine unerträglich anschwellen. An jedem Etappenziel wird er von Fluchthelfern ausgeraubt und schuftet dann wochenlang für Hungerlöhne, um die Weiterfahrt bezahlen zu können. Er wird geschlagen, er wird beschossen, er wird erpresst und einmal sogar in eine Art  Gefängnis gesteckt – doch nichts kann ihn stoppen, nichts. Kein Weg ist zu weit, kein Risiko zu groß. Er will zu seinem Bruder.</p>
<p>Das riesige Lager am libyschen Meer erweist sich als wahres Inferno, irgendwo in diesem Lager wird immer gerade gekämpft, geschossen, gestorben. Das neue Herz der Finsternis. Aber Ibrahima zögert nicht, er betritt dieses Totenreich bewaffnet nur mit einem winzigen Fotos seines Bruders und dem unbeirrbaren Glauben, sich inmitten der Gefechte zu ihm durchfragen zu können. Es ist eine sehr moderne, sehr traurige Heldengeschichte.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 8</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2522</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2021 08:16:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Jamaica Kincade]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute geht es um Jamaica Kincaid: Eine Autorin, die aus einem wahren Sonnenparadies stammt und so eindringlich &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2522">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute geht es um Jamaica Kincaid: Eine Autorin, die aus einem wahren Sonnenparadies stammt und so eindringlich von dessen Schattenseiten erzählt, dass ich zu frösteln begann.<em><br />
</em></strong></h2>
<h1><b>Der Fluch der Karibik</b></h1>
<div id="attachment_2523" class="wp-caption alignleft" style="width: 272px"><img class="size-full wp-image-2523" alt="Jamaica Kincade: &quot;Nur eine kleine Insel&quot;. Übersetzt von Ilona Lauscher. Kampa Verlag, 18 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/08/60148659z.jpg" width="262" height="420" /><p class="wp-caption-text">Jamaica Kincade: &#8220;Nur eine kleine Insel&#8221;. Übersetzt von Ilona Lauscher. Kampa Verlag, 18 Euro</p></div>
<p>Jamaica Kincaid wurde 1949 auf der Karibikinsel Antigua geboren. Mit 17 ging sie als Au-pair-Mädchen nach New York. Neben der Arbeit büffelte sie an einer Abendschule, erhielt ein Stipendium, brach aber ihr Studium ab, um Schriftstellerin zu werden. Schon ihre frühen Short-Stories erschienen in den besten Zeitschriften, in <a href="https://www.theparisreview.org/">„The Paris Review“</a> und im <a href="https://www.newyorker.com/contributors/jamaica-kincaid">„New Yorker“</a>. Eine der Geschichten im &#8220;New Yorker&#8221; trug den Titel <a href="https://www.newyorker.com/magazine/1978/06/26/girl">&#8220;Girl&#8221;</a>, sie ist nur 40 Zeilen lang, aber ebenso ergreifend wie kurz.  Heute lehrt Jamaica Kincade, wenn sie keine Romane oder Erzählungen schreibt, an der Harvard University.</p>
<p>Antigua ist keine große Insel, nur 16 Kilometer lang und 24 Kilometer breit. Sie ist wunderschön und bettelarm. Hundertfünfzig Jahre lang ließen hier weiße Siedler afrikanische Sklaven auf Plantagen um ihr Leben schuften. Erst 1981, vor vierzig Jahren, wurde das Land wirklich unabhängig.</p>
<p>Jamaica Kincaid gehört nicht zu den Autorinnen und Autoren, die von dem Glück berichten, dass die Sklaverei abgeschafft wurde, sondern zu denen, die voll Zorn sind darüber, dass Nationen, die sich gern zivilisiert nennen, jemals Sklaverei betrieben haben. In ihrem Buch „Nur eine kleine Insel“ (Kampa, 18 Euro) erzählt sie vom vergangenen Elend Antiguas unter britischer Herrschaft und vom Elend danach unter der angeblich unabhängigen Regierung.</p>
<p>Sie berichtet strikt aus der Perspektive der ehemaligen Sklaven, denen jedes Verständnis fehlt für die Brutalität ihrer ehemaligen Herren: „Wir dachten, sie seien wie Tiere, ein Stück unter dem menschlichen Niveau.“ Queen Victoria, in deren Namen so viel Unrecht verübt wurde, ist für sie nichts als eine „abstoßende Person“. Und auf die Frage, warum es ihrem Land nach seiner Befreiung noch immer nicht besser geht, antwortet Jamaica Kincaid, dass die korrupte neue Regierung genau das nachahmt, was sie von dem Kolonialregime gelernt hat: wie man Leute einsperrt oder umbringt, und wie man den Reichtum des Landes abräumt, um ihn auf Schweizer Konten zu deponieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 7</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2021 07:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[H.D.Walden]]></category>
		<category><![CDATA[Linus Reichlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Abenteuer im Kopf. Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute: Nature writing &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2515">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Abenteuer im Kopf.</strong></h2>
<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute: Nature writing ist derzeit zwar Trend, aber nicht so mein Din<em>g</em><em>.</em> Ich bin zwei mit der Natur und war deshalb sofort neugierig auf ein schmales Buch mit dem vielversprechenden Titel <em>Ein Stadtmensch im Wald</em>.<em><br />
</em></strong></h2>
<h1><b>Die Flucht zurück zu den Menschen</b></h1>
<h3>Ich bin in Städten aufgewachsen. Ich habe mich in Städten immer wohl gefühlt. Von Wäldern kann ich das nicht sagen. Wälder sind gefährlich. Als Kind stellte ich fest, dass es Leute gibt, die Bäume nicht Bäume nennen, sondern Ulme, Erle, Esche, Eiche oder von mir aus auch Linde. Ich fand das überflüssig, letztlich sehen sie alle gleich aus: Stamm, Äste, Grünzeug. Ein wenig meine ich das heute noch.</h3>
<h3>Jetzt las ich das Buch „Ein Stadtmensch im Wald“ (Galiani, 14 Euro). Es stammt angeblich von dem Autor H.D. Walden. Doch das ist ein Pseudonym, hinter dem der Schweizer Schriftsteller Linus Reichlin steckt.</h3>
<div id="attachment_2516" class="wp-caption alignright" style="width: 194px"><img class="size-medium wp-image-2516" alt="H.D.Walden (Linus Reichlin): &quot;Ein Stadtmensch im Wald&quot;. Galiani Verlag, 112 Seiten, 14 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/60477536z-184x300.jpg" width="184" height="300" /><p class="wp-caption-text">H.D.Walden (Linus Reichlin): &#8220;Ein Stadtmensch im Wald&#8221;. Galiani Verlag, 112 Seiten, 14 Euro</p></div>
<h3>Erzählt wird von einem Naturbanausen, der aus Furcht vor Corona in eine einsame Waldhütte flieht. Er will nichts als allein und in Sicherheit sein. Bäume, Tiere, Pflanzen sind ihm fremd wie der Mars. Doch dann kommen ihn die Tiere besuchen, weil sie Futter wollen, und er beginnt, sie mit Hilfe einer App allmählich kennenzulernen. Was zwei Flügel hat, ist ein Vogel, soviel weiß er. Doch die App erklärt ihm, was ein Kleiber ist, was ein Dompfaff oder eine Mönchsgrasmücke.</h3>
<h3>Vor allem verliebt er sich in einen Waschbären, der jede Nacht um zwei Uhr auftaucht, um Meisenknödel zu klauen. Kurz: Nach und nach verwandelt ihn die Waldeinsamkeit in einen heiligen Franziskus, der mit den Tieren spricht und lebt.</h3>
<h3>Bis er einen Schuss hört und begreift, dass es im Wald auch Jäger gibt. Jäger, die Waschbären ermorden. Tagelang rennt er durch den Forst, um den Jäger um das Leben seines Waschbären anzuflehen. Bis ihm klar wird, wie verrückt sein Wunsch ist, ein einzelnes Tier retten zu wollen, und dass der Wald beginnt, ihn tiefer und tiefer in eine Wahnwelt einzuspinnen. Schleunigst packt er seine Sachen und flieht zurück zu den Menschen, zurück in die Stadt. Ein kluges, ein witziges Buch, ein Bericht aus dem Herzen der Finsternis namens Wald.</h3>
<h3></h3>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 6</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 12:58:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Adele Brand]]></category>
		<category><![CDATA[Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Füchse]]></category>
		<category><![CDATA[Karin Schumacher]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Die Abenteuer im Kopf. Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute macht &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2507">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Die Abenteuer im Kopf.</strong></h2>
<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute macht sich der <em>Büchersäufer G</em>edanken, ob er bald schon im Wald lebt und an Schuhen kaut<br />
</strong></h2>
<h1><b>Über die Stadt von morgen und andere Katastrophen</b></h1>
<p>Früher lebten die Füchse im Wald. Heute ziehen sie den Großstadtdschungel vor. Forscher haben nachgezählt: In Berlin trifft man inzwischen fünfmalmehr Füchse als in einer berlingroßen Fläche in Brandenburg. Einer von ihnen hat inzwischen sogar seinen eigenen <a href="http://https://www.tip-berlin.de/stadtleben/fuechse-in-berlin/">Instagram-Kanal</a> (@derbergmannfuchs)</p>
<p><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2509" rel="attachment wp-att-2509"><img class="alignright size-full wp-image-2509" alt="58394688z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/58394688z.jpg" width="286" height="420" /></a>Da gleichzeitig immer mehr Menschen aufs Land ziehen, ist der Trend klar: Die Städte werden voller Füchse sein, die Menschen in Wäldern hausen. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Hier ist eine groß angelegte Umvolkung durch die fuchsbevorzugende Merkel-Regierung im Gange, und die AfD tut nichts dagegen.</p>
<p>In Berlin sind bereits Füchse beobachtet worden, die mit dem <a href="http://https://www.tagesspiegel.de/berlin/wildtiere-in-berlin-fuechse-im-bvg-bus-koenn-wa-ooch-mit/20481750.html">Bus</a> zur Arbeit fahren. Empört stellten die übrigen Fahrgäste fest, dass die Tiere keine Tickets haben. Nachfragen bei den Behörden ergaben, dass die Füchse keine Fahrkarten brauchen, da sie künftig als Kontrolleure eingesetzt werden und menschliche Schwarzfahrer während der Fahrt über Bord gehen lassen sollen.</p>
<p>Höchste Zeit, sich über die fuchsrote Gefahr zu informieren. Unter dem originellen Titel „Füchse“ sind jetzt gleich zwei neue Bücher über Füchse erschienen von Karin Schumacher (Matthes &amp; Seitz, 20 Euro) und Adele Brand (C.H.Beck, 22 Euro). Sie verraten alles, was man über die neuen Nachbarn aus dem Bau nebenan wissen muss.</p>
<p><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2508" rel="attachment wp-att-2508"><img class="alignleft size-medium wp-image-2508" alt="58013578z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/58013578z-192x300.jpg" width="192" height="300" /></a>Schon in den Märchen treten sie als gewitzte Betrüger und Räuber auf. Bedeutende Vertreter der Füchse finden sich inzwischen  im Autobau (VW Fox), in der Hetzjagd (Fox News) beim Tanz (Foxtrott) und bei der Balkonbepflanzung (Fuchsie).</p>
<p>Davon, wie gefährlich die Raubzüge der Füchse werden können, weiß die Bevölkerung der Kleinstadt <a href="http://https://www.gemeinde-foehren.de/de/willkommen/">Föhren</a> in Rheinland-Pfalz ein schmerzvolles Lied zu singen. Zwischen 2009 und 2010 stahl eine Füchsin rund 200 Schuhe von Terrassen oder Hauseingängen. In ihrem Bau wurden 86 Stiefel, Pantoffeln oder Pumps gefunden und an die rechtmäßigen Besitzer zurückerstattet. Doch die Füchsin ließ sich nicht beirren und entwendete oft genug dieselben Exemplare noch einmal. Die Einwohner Föhrens entwickelten trotzdem viel Verständnis für die schuhfetischistische Füchsin und tauften sie auf den Namen „<a href="http://https://www.spiegel.de/panorama/leute/imelda-marcos-schuhsammlung-vom-verfall-bedroht-a-857419.html">Imelda</a>“.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Bücher-Bar / Eine Kolumne / Folge 5</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2021 13:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Aylin Sönmez]]></category>
		<category><![CDATA[Libby Jones]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Und das Reisen im Kopf. Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute: &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2496">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Und das Reisen im Kopf.</strong></h2>
<h2><strong>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</strong></h2>
<h2><strong>Heute: Der <em>Büchersäufer </em>hat als Stubenhocker im Lockdown Speck angesetzt und fragt sich, wie er bis zum Post-Corona-Sommer seine Bikini-Figur zurückbekommen kann.</strong></h2>
<h1><b>Was Sie schon immer mal tun wollten, sich aber nie trauten</b></h1>
<h3>So wie es derzeit aussieht, werden wir alle nur noch ein paar Wochen Stubenarrest haben. Es ist also allmählich an der Zeit darüber nachzudenken, wie man in den verbleibenden letzten Lockdown-Wochen wieder so in Form kommen will, dass man sich außer Haus überhaupt sehen lassen kann. Dafür bieten sich vor allem zwei Tätigkeitsbereiche an.</h3>
<h3><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2498" rel="attachment wp-att-2498"><img class="alignright size-medium wp-image-2498" alt="60091392z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/60091392z-211x300.jpg" width="211" height="300" /></a> Der zweite ist das Kochen. Nichts vermisst der daheim eingesperrte Arbeitnehmer so schmerzlich, wie den täglichen Gang zur liebgewordenen Kantine. Um die Verlusterfahrung in Grenzen zu halten, wurde für die Quarantäne-Zeiten „Das große Home-Office-Kochbuch“ entwickelt (Neumann &amp; Göbel, 8 Euro). Das Werk bringt 77 Rezepte und dazu einen Haufen revolutionäre Küchentricks speziell für Leute, die ihre eigene Küche in Vor-Lockdown-Zeiten eher selten betreten haben. Zum Beispiel den Tipp, es mal mit <strong>Meal Prepping</strong> zu versuchen. Meal Prepping ist das coole Wort für Omas „Vorkochen“: Wer heute für zwei Tage kocht, hat morgen noch was im Topf. Super Idee. Oder den Tipp, sogenannte „Vorräte“ anzulegen, statt für jede Tiefkühlpizza einzeln zum Supermarkt zu laufen. Man glaubt es nicht.</h3>
<h3><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2497" rel="attachment wp-att-2497"><img class="alignleft size-medium wp-image-2497" alt="71MMGYA6a9L._AC_UY327_QL65_" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/71MMGYA6a9L._AC_UY327_QL65_-210x300.jpg" width="210" height="300" /></a>An den fortgeschrittenen Corona-Koch wendet sich das <strong>Gerüchteküchen-Rezeptbuch</strong> von Aylin Sönmez: „Lügenkresse“ (Independet, 8,90 Euro). Es will randalierenden Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern oder Maskenmuffeln auf nahrhafte Weise das Maul stopfen. Auf der Speisekarte stehen hier unter anderem das „Geimpfte Spahnferkel“, die „Ofenkartoffel im Aluhut“ und der „Vegane Reichsburger“.</h3>
<h3><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2499" rel="attachment wp-att-2499"><img class="alignright size-full wp-image-2499" alt="58506566n" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2021/04/58506566n.jpg" width="242" height="151" /></a>Sollte damit noch nicht jeder Hunger gestillt sein, ist es an der Zeit, sich auf den anderen der beiden Tätigkeitsbereiche für letzte lange Lockdown-Abende zu besinnen. Das entsprechende <strong>Lehrbuch</strong> stammt von der Amerikanerin Libby Jones und heißt „Striptease daheim“ (Matthes &amp; Seitz, 15 Euro). Es enthält nicht nur eine kluge Choreografie, wie Damen (oder von mir aus Herren) Kleidungsstücke ablegen können, sondern auch zur Vorbereitung auf den großen Auftritt passende Schmink- und Gymnastiktipps. Und außerdem detaillierte Anleitungen zu Stripteasetypischen Bewegungsmustern wie dem „Shimmy“, dem „Bounce“, dem „Stomp“ und – oh mein Gott! – sogar den „Bump“! Unfassbar! Ein Buch, das in Coronazeiten (aber auch danach) in keinem Haushalt fehlen sollte.</h3>
<h3></h3>
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		<title>Die Bücher-Bar 4 / Eine Kolumne</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2020 14:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher-Bar / Eine Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Cholera]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Drosten]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Defoe]]></category>
		<category><![CDATA[Grippe]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Heine]]></category>
		<category><![CDATA[Pest]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Und das Reisen im Kopf. Der Büchersäufer stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat. Heute: &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2473">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Was bleibt uns in Zeiten der Krise? Die Bücher! Das Lesen! Und das Reisen im Kopf.</h2>
<h2>Der <em>Büchersäufer</em> stellt hier Bücher vor, die er mit Genuss bis zur Neige geleert, oder an denen er lieber nur kurz genippt hat.</h2>
<h2>Heute: Der <em>Büchersäufer </em>macht sich Sorgen über die Seuchenanfälligkeit der Verlage und hat einen Vorschlag</h2>
<h1><strong>Nachdenken über das tödlichste Tier der Welt</strong></h1>
<div id="attachment_2474" class="wp-caption alignleft" style="width: 198px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2474" rel="attachment wp-att-2474"><img class="size-medium wp-image-2474" alt="Heinrich Heine: Ich rede von der Cholera. Hoffmann und Campe. 59 Seiten. 14 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2020/06/59202487z-188x300.jpg" width="188" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Heinrich Heine: Ich rede von der Cholera. Hoffmann und Campe. 59 Seiten. 14 Euro</p></div>
<p>Die Verlage stürzen sich derzeit auf die großen Seuchen, dass es eine Pracht ist. Nach Dutzenden von aktuellen Corona-Büchern, kommen jetzt die historischen Pandemien dran. Von Daniel Defoe erscheint das 300 Jahre alte Buch über „Die Pest in London“ (Jung &amp; Jung, 25 Euro). Von Heinrich Heine seine knapp 190 Jahre alte Reportage „Ich rede von der Cholera“ (Hoffmann und Campe, 14 Euro). Dazu Erinnerungen an die 100 Jahre alte Spanische Grippe von Harald Salfellner (Vitalis, 24,30 Euro) und Wilfried Witte (Wagenbach, 12 Euro).</p>
<p>Für jedes Seuchen-Interesse ist gesorgt. Ob sie nun ein Buch haben wollen über „Pest und Corona“ (Herder Verlag, 18 Euro) oder eines über „Pest und Cholera“ (Unionverlag, 12,95 Euro), ob über „Grippe, Pest und Cholera“ (Steiner Verlag, 24,90 Euro) oder über „Grippe, Cholera und Pest“ (BoD, 10 Euro).  Sogar medizinisch gewagte Neukombinationen werden erprobt wie „Das Tagebuch eines Geistlichen während der Cholerapest zu Saratow“ (BoD, 10 Euro) oder „Die Scharlachpest“ (BoD, 12,90 Euro).</p>
<div id="attachment_2475" class="wp-caption alignright" style="width: 199px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2475" rel="attachment wp-att-2475"><img class="size-medium wp-image-2475" alt="Daniel Defoe: Die Pest in London. Übersetzung: Rudolf Schaller. Verlag Jung &amp; Jung. 386 Seiten. 25 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2020/06/59191715z-189x300.jpg" width="189" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Daniel Defoe: Die Pest in London. Übersetzung: Rudolf Schaller. Verlag Jung &amp; Jung. 386 Seiten. 25 Euro</p></div>
<p>Ich weiß nicht, was Christian Drosten dazu sagt. Aber um mal den Gerechtigkeitsgedanken ins Spiel zu bringen: Bei so viel Aufmerksamkeit für Seuchen müssen sich, denke ich mir, die übrigen Leiden und Gebrechen ziemlich zurückgesetzt vorkommen. Sicher, der im Buchgeschäft wichtige Gruselfaktor ist bei Seuchen besonders hoch, weil die Opfer schnell nach Millionen zählen. Aber auch in dieser Hinsicht wäre es leichtfertig, nur auf Pest &amp; Co. zu setzen.</p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel das gefährlichste Tier der Welt, die Mücke, die Malaria überträgt. Sie infiziert pro Jahr rund 200 Millionen Menschen, über eine Million davon sterben. Pro Jahr.</p>
<p>Natürlich ist der Buchmarkt an den Chancen, die so eine Dauerkatastrophe bietet, nicht achtlos vorübergegangen. Vor acht Jahren schrieb die Autorin Carmen Stephan einen Roman über die Krankheit, und zwar aus der Perspektive der Mücke, die gerade eine junge Frau angesteckt hat: „Mal Aria“ (Fischer, 9,99 Euro). Wäre das nicht ein Tipp für die aktuelle Corona-Literatur? Den Krimi aus Virus-Perspektive gibt es noch nicht. Christian Drostens erster Fall! Garantierter Bestseller. Herr Drosten, übernehmen Sie!</p>
<div id="attachment_2476" class="wp-caption alignleft" style="width: 207px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?attachment_id=2476" rel="attachment wp-att-2476"><img class="size-medium wp-image-2476" alt="Carmen Stephan: &quot;Mal Aria&quot;. Roman. Fischer Taschenbuch. 9,99 Euro" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2020/06/38080878n-197x300.jpg" width="197" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Carmen Stephan: &#8220;Mal Aria&#8221;. Roman. Fischer Taschenbuch. 9,99 Euro</p></div>
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