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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 7 und Schluss</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jul 2012 13:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Travnicek]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Nawrat]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Matynova]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Hartlieb]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Moster]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Freunde, klare Sache Es war fantastisch. Von Klagen kann keine Rede sein. Selbst die Preisentscheidungen geben mir Anlass zur Freude, fielen sie doch so aus, wie ich vermutete (siehe Klaglos in Klagenfurt 5): Olga Martynova kriegt Gold, Inger-Maria Mahlke &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=528">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Viele Freunde, klare Sache</strong></h2>
<h3><strong>Es war fantastisch. Von Klagen kann keine Rede sein. Selbst die Preisentscheidungen geben mir Anlass zur Freude, fielen sie doch so aus, wie ich vermutete (siehe Klaglos in Klagenfurt 5): Olga Martynova kriegt Gold, Inger-Maria Mahlke schaffts aufs Treppchen. Matthias Nawrat hatte ich nicht auf der Rechnung, er bekam gleich zwei Preise: Einen von der Jury und einen vom Automaten der Riesenmaschine (siehe KiK 6 und KiK 5 Nachtrag), was man als Indiz dafür nehmen kann, dass sich die Kriterien von Jury und Riesenmaschine unterm Strich letztlich nicht grundsätzlich unterscheiden.</strong></h3>
<p>Beim Publikumspreis hatte ich keinen Schimmer. Buchhändlerin Petra Hartlieb aber umso mehr. Bevor der Briefumschlag vor den Kameras geöffnet wurde, meinte sie mit tiefer Wiener Weisheit: „Den kriegt eh die Travnicek.“ Was folgerichtig Sekunden später unter den Augen des Justiziars auch exakt so verkündet wurde: Cornelia Travnicek. „Bei einer Abstimmung im Internet“, sagt die kluge Frau Hartlieb, „hat die jüngste, netzaffinste Autorin die besten Chancen. Viele Freunde, gut vernetzt, viele Klicks, klare Sache.“ Tut immer gut, wenn man mit Fachleuten spricht.</p>
<p>Aus meiner Sicht möchte ich diesem knallharten Realismus noch einen leicht verträumten literaturkritischen Gedanken hinzufügen: Die zehn bis zwölf Seiten, die ein Bachmann-Text lang sein muss, sind eine ideale Länge für die klassische amerikanische Short-Story. Erzählungen nach diesem Modell kommen aber in Klagenfurt kaum vor und werden noch seltener preisgekrönt. Denn die Herzen der Jury erobern sie nur selten, die des Publikums aber, behaupte ich, umso zuverlässiger. Die zwei Geschichten im diesjährigen Wettbewerb, die diesem Erzählmuster am nächsten kamen, waren die von Stefan Moster und Cornelia Travnicek. Der eine ging leer aus, die andere bekam keinen Kritiker-, sondern den Publikumspreis.</p>
<p>Also legt auch dieses Resultat meinen Lieblings-Hypothesen kein Hindernis in den Weg, ganz im Gegenteil. Meine Begeisterung über Klagenfurt braucht also niemanden zu wundern, ebenso wenig wie jetzt wieder meine Begeisterung über diese verwegenen, draufgängerischen Alpenlandschaften, durch die der Zug Richtung München rollt.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 5(Nachtrag)</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jul 2012 09:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Ijoma Mangold]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Wilts]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Schleyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Orange ist das neue Türkis Dem ebenso uneigennützigen wie unermüdlichen Einsatz der Fotografin Susanne Schleyer verdankt dieser Blog das fotografische Dokument der Wettschwimm-Siegerehreung des vorangegangenen Jahres: Katharina &#8220;Forelle&#8221; Wilts überreicht die Trophäe 2011 an Thorsten Ahrend: Darüber hinaus verdichten sich &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=523">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Orange ist das neue Türkis</strong></h2>
<h3><strong><strong>Dem ebenso uneigennützigen wie unermüdlichen Einsatz der Fotografin Susanne Schleyer verdankt dieser Blog das fotografische Dokument der Wettschwimm-Siegerehreung des vorangegangenen Jahres: Katharina &#8220;Forelle&#8221; Wilts überreicht die Trophäe 2011 an Thorsten Ahrend:</strong></strong></h3>
<p><strong><strong><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/bachmannpreis2011_5882_schwimmsieger1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-525" title="Autorenarchiv Susanne Schleyer &amp; Michael J.Stephan" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/bachmannpreis2011_5882_schwimmsieger1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></strong></strong></p>
<p><strong><strong> </strong></strong></p>
<p>Darüber hinaus verdichten sich die Indizien (bzw. Zeugenaussagen), dass Ijoma Mangolds Badehose orange, nicht türkis gewesen ist. Ich werde das bei der Anschaffung von Bademode künftig berücksichtigen.</p>
<p>Matthias Nawrat hat den Preis der automatisierten Literaturkritik inzwischen erhalten. Er siegte nicht mit 0 Punkten, wie von mir fälschlich kolportiert, sondern mit 8 oder 9 Punkten (hier waren die Aussagen von Kathrin Passig nicht eindeutig). Überdies können die Kriterien dieses Wettbewerbs doch nicht im laufenden Wettbewerb geändert werden. Ich bedauere, das falsch verstanden zu haben, gebe aber zu bedenken, dass es gestern im Lendhafen-Café sehr spät war.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 6</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jul 2012 07:07:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Doris Knecht]]></category>
		<category><![CDATA[Ijoma Mangold]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Nawrat]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Hartlieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Halbstündige Schreie Gar nicht so leicht zu sagen, worin der Zauber eines Abends im Lendhafen-Café während der Bachmanntage besteht. Gestern wollte ich schon Fotos machen. Aber auch darauf wäre er, fürchte ich, nicht zu entdecken gewesen. Vermutlich besteht die Magie in einer &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=517">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Halbstündige Schreie</strong></h2>
<h3><strong>Gar nicht so leicht zu sagen, worin der Zauber eines Abends im Lendhafen-Café während der Bachmanntage besteht. Gestern wollte ich schon Fotos machen. Aber auch darauf wäre er, fürchte ich, nicht zu entdecken gewesen.</strong></h3>
<p>Vermutlich besteht die Magie in einer fein abgestimmten Mischung aus Gesprächen und Getränken unter Mitwirkung sanft fächelnder Sommerluft nebst leisem Säuseln in den Bäumen. Plus dem Gefühl, über Literatur plaudern zu können. Aber nicht zu müssen.</p>
<p>Gestern Abend beispielsweise war da die Wiener Buchhändlerin und Schriftstellerin Petra Hartlieb, mit der ich in halbstündige Freundenschreie über Doris Knechts Roman <em>Gruber geht</em> einstimmen konnte und gratis einen Lesetipp erhielt: Iain Levison (Lieber Deuticke Verlag, falls Du das hier liest, könntest Du mir freundlicherweise ein Vorabexemplar spendieren, ich bin schrecklich neugierig. Großartig. Vielen Dank).</p>
<p>Oder ich erfuhr von führenden Mitarbeitern von Riesenmaschine.de, dass beim Wettbewerb um den Preis der automatisierten Literaturkritik Matthias Nawrat mit 0 Punkten uneinholbar in Führung liegt und den Preis abstauben wird, falls, ja falls nicht in letzter Sekunde Änderungen der automatisierten Bewertungskriterien beantragt werden. (Alle Änderungsvorschläge werden ausnahmslos und ohne Ansehen der vorschlagenden Person angenommen.) (Achtung, liebe Leser: Sehen Sie hierzu bitte die Korrektur in Klaglos in Klagenfurt 5 Nachtrag!)</p>
<p>Schließlich konnte ich auf dem bemerkenswerten Unterschenkel von Lotta_K in fein ziselierten Schriftzeichen ihren Lieblingssatz aus den Jury-Diskussionen bewundern: &#8220;Frau Feßmann!&#8221;. Ein knapper Satz, zugegeben. Frau Lotta_K trägt sich mit dem Gedanken, den Schriftzug tätowieren zu lassen &#8211; und legt darüber hinaus Wert auf die Feststellung, dass die gestrige Bemerkung &#8220;Ijoma-Mangold-Gedächtnishose&#8221; (siehe: Klaglos in Klagenfurt 5) zwar spitzzüngig, keineswegs aber abwertend, sondern vielmehr emphatisch zu verstehen gewesen sei. Mehr so: &#8220;Ijoma-Mangold-Gedächtnishose! Juchuh!!&#8221;</p>
<p>Frau Lotta_K sprach, wörtlich, von &#8220;Ijomahosenbewunderung&#8221;. Ich erwäge seither die Anschaffung türkisfarbener Badebekleidung.</p>
<p>Womit der lebensverändernden Zauber eines Lendhafen-Café-Abends als bewiesen gelten darf. Was sind dagegen schon die paar Literaturpreise, die heute vergeben werden.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 5</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jul 2012 17:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Leinen]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Klipphals]]></category>
		<category><![CDATA[Ijoma Mangold]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>
		<category><![CDATA[Jo Lendle]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Wits]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Martynova]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Ahrend]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoch aufschäumendes Kielwasser Die erste Siegerin der Klagenfurter Wettkampftage steht fest. Katharina Wilts (Presse, Klett-Cotta Verlag) gewann das für Samstag 17.00 Uhr im Wörthersee angesetzte Wettschwimmen. Das Teilnehmerfeld musste bis zu einer Boje und zurück schwimmen. Unklar blieb bis zum &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=497">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Hoch aufschäumendes Kielwasser</strong></h2>
<h3><strong>Die erste Siegerin der Klagenfurter Wettkampftage steht fest. Katharina Wilts (Presse, Klett-Cotta Verlag) gewann das für Samstag 17.00 Uhr im Wörthersee angesetzte Wettschwimmen. Das Teilnehmerfeld musste bis zu einer Boje und zurück schwimmen. Unklar blieb bis zum Schluss, zu welcher Boje. Es sei eine weiße gewesen, behauptete das Organisationskommittee.</strong></h3>
<p><strong>Die Ergebnisse im Einzelnen:</strong></p>
<div id="attachment_502" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-249.jpg"><img class="size-medium wp-image-502" title="Bild 249" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-249-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Das Starterfeld fiebert dem Startklatschen entgegen</p></div>
<p>Vorjahressieger Thorsten Ahrend (Cheflektor Literatur, Wallstein Verlag) hatte mit dem Vorjahressieg die Verpflichtung übernommen, den Pokal fürs diesjährige Rennen zu stiften. Da Ahrend vorzeitig abreisen musste, wurde die Trophäe nicht von ihm, sondern ersatzweise von Angela Leinen (Sopranistin) übergeben. Es war ein grüner Plastikfrosch, batteriebetrieben, schwimmfähig.</p>
<div id="attachment_504" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2501.jpg"><img class="size-medium wp-image-504" title="Bild 250" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2501-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Der Start bringt den Wörthersee zum Brodeln. Im Vordergrund sehen Sie den Daumen unseres Kameramanns</p></div>
<p>Vom Verletzungspech wurde Dirk Knipphals (taz) verfolgt, er hatte sich beim strandbadbesuchsbedingten Eincremen mit Sonnenöl eine Zerrung zugezogen.</p>
<p>Das Feld startete tempramentvoll, war aber schon nach ca. 30 Metern platt, allein Katharina &#8220;Wörthersee-Forelle&#8221; Wilts machte ihrem Ruf als gefürchtete Leistungsschwimmerin alle Ehre, zog dem Feld davon, wich aber von der Wettkampfroute konsequent nach links ab, so dass ihr weiß aufschäumendes Kielwasser ein apartes Bogenmuster ergab.</p>
<div id="attachment_511" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2583.jpg"><img class="size-medium wp-image-511" title="Bild 258" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2583-e1341680443191-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Rechts Forelle Wilts im schwarzen Badnzug, links ihr hartnäckiger Konkurrent ganz in türkis. Links im Vordergrund die Tröphäe Sekunden vor der Verleihung</p></div>
<p>Lediglich ein dem Berichterstatter unbekannter Teilnehmer mit türkiser Badehose, von den spitzzüngigen Damen des Literaturbetriebs als &#8220;Ijoma-Mangold-Gedächtnishose&#8221; tituliert, vermochte das Tempo von Wörthersee-Forelle-Wilts mitzuhalten, zumal er sich das aparte Bogenmuster sparte und orientierungssicher aufs Ziel zuhielt. Es war ein Wimpernschlag-Finale. Wilts schlug nach Beobachtungen des Berichterstatters wenige Hundertstelsekunden vor ihrem Konkurrenten an.</p>
<p>Kathrin Passig (Autorin, meistens Rowohlt Verlag) setzte verlässlich ihre Zusage um, und sorgte dafür, dass kein Wettkampf-Teilnehmer nach ihr ins Ziel kam.</p>
<p>Mit diesen schönen Bildern &#8211; wie Jo Lendle (DuMont Verlag) es formulierte &#8211; verabschieden wir uns von den Zuschauern und geben zurück ins Funkhaus.</p>
<p>P.S.: Mein Tipp für den morgigen Wettkampf-Teil: Die Jury preiskrönt Olga Martynova. Meine Favoritin Inger-Magia Mahlke hat eine Chance mit aufs Treppchen zu kommen. Der Publikumspreis ist mir ein Rätsel, da bin ich gespannt und freue mich darauf dazuzulernen.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 4</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 15:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>

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		<description><![CDATA[Prolegomena zu einem Versuch über das Lachen beim Leiden aus streng literarischer Sicht Alles wird tatsächlich immer besser in Klagenfurt. Jetzt ist beim Wettlesen sogar die Literatur besser geworden. Das Beste daran ist, dass nunmehr sogar in tieftraurigen Depressions-Erzählungen nicht &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=490">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Prolegomena zu einem Versuch über das Lachen beim Leiden aus streng literarischer Sicht</strong></h2>
<h3><strong>Alles wird tatsächlich immer besser in Klagenfurt. Jetzt ist beim Wettlesen sogar die Literatur besser geworden. Das Beste daran ist, dass nunmehr sogar in tieftraurigen Depressions-Erzählungen nicht nur tieftraurige Depressions-Erfahrung beschrieben, sondern auch mal ein handfester Witz gerissen wird.</strong></h3>
<p>Ich halte das ja für ein gutes Zeichen. Denn die unerfreulichen Dinge des Lebens sind ebenso wie die erfreulichen für den Schriftsteller letztlich schlicht Material. Will er ein guter Schriftsteller sein, muss er aus dem Material etwas machen. Es transformieren, es verwandeln. Ich habe den Eindruck, als würden sich deutschsprachige Schriftsteller viel zu oft von trübseligen Themen umstandslos zu trübseligen Büchern anregen lassen. Mir scheint es dagegen die größere Kunstleistung zu sein, den Leser spüren zu lassen, welch herbe Lebensfragen gerade literarisch verhandelt werden, ihn aber gelegentlich zu überraschen und herauszufordern, indem schnell mal von Moll in Dur gewechselt oder plötzlich ein Lichtstreif in die ewige Finsternis eingelassen wird. Manchmal wirkt die Finsternis nach so einem Aufflackern gleich noch viel finsterer.</p>
<p>Genau das machte Inger-Maria Mahlke heute früh in ihrer Lesung. Sie erzählt von einer alleinerziehenden Mutter, ehemals Pflegekraft im Krankenhaus, dann Backshop-Bäckerin, die ihren Job verliert und daraufhin als Latex-Domina in einem SM-Studio arbeitet. Dass es ihr bei all dem nicht sonderlich gut geht, liegt nahe, zumal sie Latex offenbar nicht mag und ihre berufliche Neuorientierung vor ihrem Sohn verbergen möchte. Der war aber nach der Schule im Backshop und hat seine Mutter dort vermisst. „Ich bin wieder in der Pflege“, beschwichtigt sie ihm. Und als er nachfragt, auf welcher Station sie arbeite, antwortet sie trocken: „Schmerzpatienten“.</p>
<p>Also, ich fand das saukomisch. Wie der Sohn hier mit der Wahrheit an der Nase herumgeführt wird.  Scharf. Aber leider hat außer mir keiner über die Stelle lachen können.</p>
<p>Fabelhaft gefiel mir, um noch mal kurz den Literaturkritiker rauszukehren, außerdem wie Inger-Maria Mahlke im inneren Selbstgespräch ihrer Helden immer wieder das Subjekt der Sätze weglässt, sobald die von sich selbst spricht: „Hast das Wechselgeld abgezählt…“, „Hattest einen Stein im Bauch…“, „Bist als Vampir zum Fasching gegangen…“ Die Heldin kommt im eigenen inneren Monolog auf diese Weise gar nicht als Person vor, sondern als Leerstelle. Einen solchen Grad von Ich-Leere darf man wohl eine knochenharte Depression nennen. Sprachlich fand ich das reizvoll, denn es bringt zugleich Tempo in die Prosa, ohne sie spröde oder für den Leser mühselig zu machen.</p>
<p>Von mir bekommt Inger-Maria Mahlke hiermit also – Trommelwirbel – einen Stern verliehen, und für den Witz, den sie in das Elends-Einerlei ihrer Heldin geschmuggelt hat, bekommt sie – Fanfaren – gleich noch zwei.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 3</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 06:20:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[Empfang beim Bürgermeister Alles wird gut. Mehr noch: Alles wird immer besser. Es gibt  Menschen, die daran zweifeln, das alles immerzu besser wird. Klagenfurt kann als von nun an als schlagender Beweis für die Alles-wird-gut-These gelten. Früher gab es den Bürgermeisterempfang auf &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=470">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Empfang beim Bürgermeister</strong></h2>
<div id="attachment_480" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2281.jpg"><img class="size-medium wp-image-480" title="Bild 228" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2281-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Im Hintergrund: Schloß Maria Loretto, im Vordergrund: Literaturbetrieb</p></div>
<p>Alles wird gut. Mehr noch: Alles wird immer besser.</p>
<p>Es gibt  Menschen, die daran zweifeln, das alles immerzu besser wird. Klagenfurt kann als von nun an als schlagender Beweis für die Alles-wird-gut-These gelten. Früher gab es den Bürgermeisterempfang auf Schloß Maria Loretto während der Bachmann-Tage noch nicht. Jetzt gibt es ihn. Und wie die hier beigegebenen Fotos jedermann überzeugen werden: Das darf man wohl eine Verbesserung nennen.</p>
<div id="attachment_482" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2261.jpg"><img class="size-medium wp-image-482" title="Bild 226" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2261-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Blick von Schloß Maria Loretto auf der Wörthersee. Stellen Sie sich dazu bitte Gläserklingen vor und Gespräche über die literarische Lage der Nation</p></div>
<p>Das Schloss wurde 1652 erbaut, war lange im Besitz eine Famile names Orsini, schließlich kam es in den Besitz der Stadt Klagenfurt und wurde kürzlich erst, wie Bürgermeister Christian Schneider in seiner Begrüßungsrede sagte, von der Stadt Klagenfurt &#8220;generalst saniert&#8221;. Auch dieser Superlativ wird ein wunderbares Erinnerungsstück an diese Klagenfurter Tage bleiben.</p>
<p>In der Abendsonne sehen, den spektakulärem Blick auf den Wörthersee genießen, das kalte Büffett abräumen, jederzeit den schönen Serviererinnen frische Drinks vom Tablett pflücken können und mit den anderen Literaturbetrieblern schwatzen. Besser geht&#8217;s kaum mehr. Ich will allerdings nicht verhehlen, dass sich gestern Abend selbst auf diesem erschütternd schönen Bürgermeister-Empfang Stimmen bemerkbar machten, kritische Stimmen, die meinten, die literarischen Qualitäten des Wettbewerbs hätten noch nicht ganz das Niveau seiner touristischen und gastronomischen Aspekte erreicht.</p>
<p>Ich erwähne das hier, ich kommentiere es nicht: Denn das Motto</p>
<div id="attachment_476" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-231.jpg"><img class="size-medium wp-image-476" title="Bild 231" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-231-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Abschied von Schloß Maria Loretto gegen 0:30 Uhr</p></div>
<p>dieser Kolumne bleibt unbeirrbar: Klaglos in Klagenfurt.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 2</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=464</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2012 13:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Stichmann]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Wilts]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>
		<category><![CDATA[Lojze Wieser]]></category>
		<category><![CDATA[Maja Haderlap]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Hörner]]></category>

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		<description><![CDATA[Jemand Gekrümmtes im Schlafzimmer Der Himmel ist blau, lau fächelt Luft, der See lockt, die Beisl warten. Klagenfurt ist eine Lust. Der Besuch des Bachmannwettbewerbs lässt sich von einer Sommerfrische mit bloßem Auge nicht mehr zu unterscheiden. Die Schriftsteller sitzen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=464">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Jemand Gekrümmtes im Schlafzimmer</strong></h2>
<h3><strong>Der Himmel ist blau, lau fächelt Luft, der See lockt, die Beisl warten. Klagenfurt ist eine Lust.</strong></h3>
<p>Der Besuch des Bachmannwettbewerbs lässt sich von einer Sommerfrische mit bloßem Auge nicht mehr zu unterscheiden. Die Schriftsteller sitzen nur noch von 10.15 Uhr bis 15.15 Uhr im Studio, um ihrem Lesewerk nachzugehen. Die Zuhören auch. Die Zeit davor und danach wird unnachsichtig dem Lebensgenuss gewidmet. Entspannte Menschen stehen leicht bekleidet beieinander und führen entspannte Gespräche. Was Wolfgang Hörner von der Renaissance erzählt! Was Kathrin Passig von Dublin! Was Katharina Wilts von Abenteuern im Hohenlohe’schen! Was Lojze Wieser von Wieser Verlag! Was Maja Haderlap über den Österreichischen Bundespräsidenten! Und am Samstag gibt es Wettschwimmen im See!</p>
<p>Wenn ich doch mal einen besorgten Blick entdecke, richtet er sich nicht in ein Manuskript, sondern in den Himmel, denn für den Nachmittag wird Gewitter befürchtet. Aber warum auch in die Manuskripte, wenn dort Sätze warten wie „Wer findet schon gerne jemand Gekrümmtes in seinem Schlafzimmer vor?“ (Andreas Stichmann) Ja, wer tut das schon gern, denke ich auf dem Fahrrad Richtung See, Hotelhandtuch und Sonnenöl im Gepäck. Ja, wer? Literatur ist wahrhaft eine Lust. In Klagenfurt. Und nirgendwo ein Gewitter in Sicht.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 1</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jul 2012 16:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Ingeborg Bachmann]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Wiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Also sprach Wiele Der Bachmann-Auftakt ist schon mal fabelhaft, denn im Zug nach Klagenfurt las ich in der Frankfurter Allgemeinen von heute (4.Juli) eine kritische Einstimmung auf den Wettbewerb von Jan Wiele und eine bessere kritische Einstimmung als Wieles kann &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=460">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Also sprach Wiele</strong></h2>
<h3><strong>Der Bachmann-Auftakt ist schon mal fabelhaft, denn im Zug nach Klagenfurt las ich in der <em>Frankfurter Allgemeinen</em> von heute (4.Juli) eine kritische Einstimmung auf den Wettbewerb von Jan Wiele und eine bessere kritische Einstimmung als Wieles kann ich mir gar nicht vorstellen.</strong></h3>
<p>Jan Wiele hat Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen und sich gemerkt, was drinsteht. Doch zu seinem Entsetzen nehmen am Wettlesen in Klagenfurt auch Schriftsteller teil, die keine Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen haben und nicht wissen, was drin steht. Wiele findet das „frappierend“.</p>
<p>Klar, Wiele kennt sich aus und weiß: Es geht beim Bachmannpreis nicht darum, so zu schreiben wie Ingeborg Bachmann. Das wäre ja „absurd“, haha, schreibt er. Aber irgendwie wurmt ihn die Sache, und also hält er sicherheitshalber doch mal Ausschau nach ein paar heißen Sätzen aus Ingeborg Bachmanns Literatur-Schatzkästlein, die er im Befehlston brüllen kann, um diesen kenntnislosen Schriftsteller-Sauhaufen sauber ausgerichtet in Klagenfurt antreten zu lassen: lauter stramme Bachmänner.</p>
<p>Er selber hat nämlich, wir erinnern uns, Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen und sich gemerkt was drinsteht. Und das sollen jetzt gefälligst alle machen. Also gibt er erst mal die am tötesten totgeritten Bachmann’sche Wahrheit zum Besten, nämlich dass dieselbe, also die Wahrheit, dem Menschen zumutbar sei. Man merkt, selbst vor komplett abgenudelten Plattitüden hat Wiele keine Angst, weshalb er umgehend zu einer greift und unserer bachmannfernen Oberflächenliteratur (Wiele) oberlehrerhaft „ins Stammbuch“ schreibt: „Aber Darstellung verlangt Radikalisierung und kommt aus Nötigung“. Wow! Wer wollte daran zweifeln, dass dieser wunderbare Satz die ultimative Schriftstellernothilfe in allen Schreibnotlagen ist.</p>
<p>Aber so richtig Fahrt nimmt Wiele erst auf, wenn es um Ingeborg Bachmanns Poetikvorlesung geht. Hier kehrt er den Klare-Kante-Wiele raus und erlässt Verordnungen für schlichtweg jeden Autor, wie es sich selbst die Sippe Kim nur in Nordkorea traut. Denn was von Ingeborg Bachmann in dieser Vorlesung „über ‚das schreibende Ich‘ oder den ‚Umgang mit Namen‘ in literarischen Texten gesagt wird, sollte jeder, der selbst einen verfassen möchte, einmal gehört haben.“ Also sprach Wiele.</p>
<p>Kurz: Ohne Bachmann geht nichts. Gar nichts. Wer ihr Werk nicht kennt, kann literarisch einpacken – soviel wurde mir klar mit Wieles Hilfe inmitten der hochdramatischen, ach, was schreibe ich: nervenzerfetzenden Alpenlandschaften auf dem Weg nach Klagenfurt. Doch das ist längst nicht alles, was Wiele allen Bachmann-Ignoranten in seinem Artikel hinreibt. Er kann‘s noch besser. Bachmanns Werk ist, schreibt er, „noch immer nicht ganz ausgemacht“. Selbst die jüngsten Editionen erfüllen nur eine „‘Basisfunktion‘ für die Forschung“, bis der „Briefnachlass“ der Autorin 2025 geöffnet werden dürfe.</p>
<p>Wahnsinn! Ohne das Werk Bachmanns ist man literarisch eine Null, das Werk Bachmanns aber „noch immer nicht ganz ausgemacht“ – also irgendwie noch gar nicht richtig da, noch gar nicht richtig zu verstehen.</p>
<p>Ja, und wie geht’s jetzt weiter? Ist die Literatur jetzt vorübergehend geschlossen, bis Bachmanns Briefe 2025 aufgemacht werden? Was sollen die Schriftsteller solange tun? Nichts mehr schreiben? Auch nichts mehr lesen? Besser ins Kino gehen? Warten, bis Wiele die Briefe sauber hinten aufschlitzt, sie liest, sich merkt und uns allen erklärt, was drinsteht? Ist das alles, was den Autoren dieser Welt übrig bleibt? Fragen über Fragen. Wer gibt Antwort? Himmel hilf! Oder besser: Wiele hilf! Wiele weiß bestimmt Bescheid.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt &#8211; vorab</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jul 2012 15:10:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[Zarte Bekanntheit! Großer Ruhm? Der allsommerliche Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis findet jetzt zum 36. Mal statt. Rund zehn Jahre war ich nicht mehr in Klagenfurt, nun möchte ich das früher so vertraute Ritual mal wieder besichtigen. Schließlich war ich als &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=449">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Zarte Bekanntheit! Großer Ruhm? </strong></h2>
<h3><strong>Der allsommerliche Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis findet jetzt zum 36. Mal statt. Rund zehn Jahre war ich nicht mehr in Klagenfurt, nun möchte ich das früher so vertraute Ritual mal wieder besichtigen. Schließlich war ich als Lektor des S.Fischer Verlags in den neunziger Jahren regelmäßiger Besucher dort. Man möchte doch gern wissen, was aus alten Bekannten so geworden ist. Sollte es Amüsantes, Auffälligen, Absonderliches zu berichten geben, will ich das gern klaglos aus Klagenfurt in der hier startenden <em>Klaglos in Klagenfurt</em>-Kolumne tun.</strong></h3>
<p>Zur besseren Übersicht schon mal die Teilnehmer-Liste 2012:</p>
<p>- <strong>Leopold Federmair</strong>, geboren 1957 in Wels in Oberösterreich, lebt in Hiroshima in Japan. Literarischer Übersetzer und Autor. Veröffentlichte Erzählungen, Essays und Romane, 2006 den Band <em>Ein Fisch geht an Land</em> und jüngst 2010 <em>Erinnerung an das, was wir nicht waren</em>.</p>
<p>- <strong>Isabella Feimer</strong>, geboren 1976 in Mödling bei Wien, lebt in Wien. Theaterregisseurin und Autorin, veröffentlichte Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften.</p>
<p>- <strong>Simon Froehling</strong>, geboren 1978 in Brugg im Kanton Aargau, lebt in Zürich, schweizerisch-australischer Doppelstaatsbürger. Veröffentlichte Bühnenstücke, Prosa und Lyrik.</p>
<p>- <strong>Sabine Hassinger</strong>, geboren 1958 in Bad Kreuznach, lebt in Berlin. Musiktherapeutin und Autorin. Veröffentlichte Prosa und Hörspiele. Unter anderem 1997 <em>Die Wortfürsorge.</em></p>
<p>- <strong>Lisa Kränzler</strong>, geboren 1983 in Ravensburg, lebt in Freiburg/Breisgau. Bildende Künstlerin und Autorin. Ihr ersten Roman heißt <em>Export A.</em></p>
<p>- <strong>Inger-Maria Mahlke</strong>, geboren 1977 in Hamburg, lebt in Berlin. Romandebüt 2010 mit <em>Silberfischchen</em>.</p>
<p>- <strong>Olga Martynova</strong>, geboren 1962 in Dudinka, lebt in Frankfurt/Main. Veröffentlichte Lyrik, Essays und 2010 den Roman <em>Sogar Papageien überleben</em>. Und mit Jelena Schwarz das Buch: <em>Rom liegt irgendwo in Russland</em>. <em>Zwei russische Dichterinnen im lyrischen Dialog über Rom </em>2006</p>
<p>- <strong>Stefan Moster</strong>, geboren 1964 in Mainz, lebt in Espoo (Finnland). Übersetzer, Lektor, Herausgeber und Autor, veröffentlichte 2011 zuletzt der Roman <em>Lieben sich zwei</em>.</p>
<p>-<strong> Matthias Nawrat</strong>, geboren 1979 in Opole in Polen, lebt im schweizerischen Biel und in Bamberg. Journalist und Autor, veröffentlichte Kurzgeschichten und den Roman <em>Wir zwei allein</em>.</p>
<p>- <strong>Hugo Ramnek</strong>, geboren 1960 in Klagenfurt, lebt in Zürich. Schauspieler, Lehrer und Schriftsteller, Romandebut 2010 mit <em>Der letzte Badegast</em>.</p>
<p>- <strong>Mirjam Richner</strong>, geboren 1988 in Gränichen im Kanton Aargau, lebt in Unterentfelden, ebenfalls Aargau. Veröffentlichte eine Kurzgeschichte und Novellen-Auszüge.</p>
<p>- <strong>Matthias Senkel</strong>, geboren 1977 in Greiz in Thüringen, lebt in Leipzig. Veröffentlichte Prosa, sein Debütroman <em>Frühe Vögel</em> erscheint 2012.</p>
<p>- <strong>Andreas Stichmann</strong>, geboren 1983 in Bonn, lebt in Hamburg. Autor von Erzählungen, unter anderem in dem Band <em>Jackie in Silber. </em>Sein Debütroman <em>Das große Leuchten</em> erscheint im September.</p>
<p>- <strong>Cornelia Travnicek</strong>, geboren in Traismauer in Niederösterreich, lebt in St. Pölten. Veröffentlichte Erzählungen und zuletzt 2012 den Roman <em>Chucks</em>.</p>
<p>Zugegeben, manche der Teilnehmer können im Literaturbetrieb eine zarte Bekanntheit für sich reklamieren, aber literarische Berühmtheiten sind definitiv nicht darunter. Das war früher gelegentlich anders, als Ulrich Plenzdorf beispielsweise 1978 lange nach seinen <em>Leiden des jungen W. </em>oder Hermann Burger 1985 deutlich nach <em>Schilten </em>und <em>Die künstliche Mutter </em>in Klagenfurt antraten und naturgemäß gewannen. Der Bachmann-Wettbewerb ist heute zu einer literarischen Nachwuchsveranstaltung geworden, auch wenn manche antretenden Autoren schon satt in den Fünfzigern stehen. Aber das macht nichts, auch der Nachwuchs, oder besser: gerade der Nachwuchs braucht seine Chance, und wenn er sie hier kriegt, ist das eine saubere Sache. Also: Von mir keine Klagen aus Klagenfurt, zumal Nachwuchs ja immer für Überraschungen gut ist. Man darf gespannt sein.</p>
<p><em>Hier die Homepage: http://bachmannpreis.eu/de/information/3739</em><br />
<em>Hier das Programm: http://bachmannpreis.eu/de/bachmann_preis/3890</em></p>
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