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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Über Sprache</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Matthias Politycki: &#8220;Tankwart, das Lied vom Volltanken singend&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2018 12:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Denis Scheck]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Reich-Ranicki]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Politycki]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Bourdieu]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Frühwald]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Leben zwischen Manta und Mazda Matthias Politycki gehört für mich zu den originellsten Dichtern, die wir derzeit in der deutschen Literatur haben. Seine Gedichte bereiten mir sinnlich und intellektuell immer wieder ein prachvolles Vergnügen. Jetzt hat Politycki einen umfangreichen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2373">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Das Leben zwischen Manta und Mazda</strong></h1>
<div id="attachment_2377" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/05/MP1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2377" title="MP" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/05/MP1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias Politycki: &quot;Sämtliche Gedichte 2017-1987&quot;. Mit einem Nachwort von Wolfgang Frühwald. Verlag Hoffmann und Campe. 32 Euro</p></div>
<h2><strong>Matthias Politycki gehört für mich zu den originellsten Dichtern, die wir derzeit in der deutschen Literatur haben. Seine Gedichte bereiten mir sinnlich und intellektuell immer wieder ein prachvolles Vergnügen. Jetzt hat Politycki einen umfangreichen Band mit seinen <a href="http://www.matthias-politycki.de/Saemtliche-Gedichte-2017-1987~16-10316">&#8220;Sämtlichen Gedichten 2017-1987&#8243;</a> auf den Buchmarkt gewuchtet, den ich jedem, der Gedichte als Genuss und nicht als literaturwissenschaftliche Decodierungsvorlage betrachtet, ans Herz legen möchte. Das Buch enthält außerdem ein kluges Nachwort von Wolfgang Frühwald. Matthias Politycki und sein Verlag Hoffmann und Campe haben mir erlaubt, eines der Gedichte hier im Blog vorzustellen und einen kleinen, hoffentlich erhellenden Kommentar hinzuzufügen. Der Kommentar mir zugleich Gelegenheit gibt, über eine Interpretation nachzudenken, die ich vor über zwanzig Jahren zu eben diesem Gedicht geschrieben habe. Mein Dank an Autor und Verlag! </strong></h2>
<h2><strong>Zuerst natürlich das 1994 entstandene Gedicht von Politycki:<br />
</strong></h2>
<h2><strong><br />
Tankwart, das Lied vom Volltanken singend</strong></h2>
<p>Ist doch<br />
ziemlich egal, ob du einer von denen bist -<br />
einer der lausigen Lichthupenfürsten,<br />
die (mit ner Beifahrerloge in Blond)<br />
hier ihren Unterarm raushängen müssen</p>
<p>Ist doch<br />
wirklich egal, ob du einer von denen bist,<br />
die (mit ner schönen Bescherung zur Rechten<br />
und auch drei schreienden Schrazen im Fond)<br />
vollauf beschäftigt sind, Chips ranzuschaffen</p>
<p>Ist doch<br />
völlig egal, ob ich dir deine Mühle jetzt<br />
volltanken soll, denn schon morgen, da hab ich<br />
den Tag komplett frei und da steig ich, ihr<br />
windigen Manta- und Mazda-Rummurkser, ihr<br />
hochwürdigen Audi- und Volvos-Schnarchsäcke, steig<br />
in meinen Turbo-Metallic und dann: nix wie<br />
weg! Mann, die Kurve gekrazt</p>
<p>bis zu<br />
dieser, oh ja: <em>dieser</em> Tanke, und wenn ich<br />
das Fenster dann kaum einen Spalt runterkurble und<br />
keinen Mucks leiser gar dreh die Musik und auch<br />
keinen Deut rauf in die Stirn etwa schiebe die<br />
Brille mit blickdichtem Sonnenglas, wenn ich<br />
dann nur so leicht nicke und &#8211; na? Ist doch<br />
absolut schnurzpiepegal</p>
<h2><strong>Fitnesstrainer für die Erinnerung</strong></h2>
<p>Polityckis Gedicht hatte mir sofort gefallen, als ich es in seinem Band <a href="http://www.matthias-politycki.de/Jenseits-von-Wurst-und-Kaese~16-168">&#8220;Jenseits von Wurst und Käse&#8221;</a> (1995) zum ersten Mal las. Also schrieb ich damals für Marcel Reich-Ranicki eine kleine Interpretation dazu, die er am 30. März 1996 in der FAZ in seiner Reihe &#8220;Frankfurter Anthologie&#8221; veröffentlichte. Die Chance, das Gedicht jetzt in dem 639seitigen Band &#8220;Samtliche Gedichte&#8221; wiederzulesen, gibt mir folglich auch Gelegenheit, mir nach gut zwanzig Jahren noch einmal meine eigene Interpretation vorzuknöpfen. Hat die Zeit etwas an dem Gedicht geändert oder an meinem Blick darauf? Denn es ist, auch wenn es das im ersten Augenblick vielleicht nicht gleich sichtbar wird, ein politisches Gedicht, dass zu politischen Reaktionen und Interpretationen herausfordert. Und die können sich im Laufe von über zwanzig Jahren ändern.</p>
<p>Aber zunächst einmal zur sprachlichen Seite der Angelegenheit. Denn damit begann ich damals meinen Beitrag zur &#8220;Frankfurter Anthologie&#8221;:</p>
<p>&#8220;Gute Dichter ziehen aus, neue Sprachterritorien zu erbeuten. Sicher, sie kennen jene wunderbaren Wortlandschaften, in denen die Poeten früherer Jahre und Jahrhunderte ihre Lyrikernte einbrachten, und sie tun sich dort ebenfalls um. Aber solche bereits bekannten Areale allein genügen ihnen nicht. Sie wollen Neuland gewinnen und erforschen &#8211; denn die wissen, dass sich Sprache unentwegt wandelt.</p>
<p>Aber selbst unter den Autoren, die in ihren Versen der ständigen Spracherneuerung auf den Fersen bleiben, bilden sich immer wieder fade Konventionen aus. So ist in der deutschen Gegenwartslyrik oft &#8211; mit wackerer Gesinnung, aber meist ein wenig abstakt &#8211; die Rede von übertriebenem Wohlstand oder vergifteter Natur, von der Fremdheit zwischen den Menschen und deren mangelnder Selbsterkenntnis. Sehr selten dagegen treten in Gedichten unserer Jahre &#8216;Tankstellen&#8217; oder &#8216;Chips&#8217;, &#8216;Mazda-Rummurkser&#8217; oder &#8216;Volvo-Scharchsäcke&#8217; in Erscheinung &#8211; und das ist verwunderlich, handelt es sich dabei doch um sehr zeitgenössische, sehr vertraute Phänomene. Kann es sein, dass in der Gegenwartslyrik unsere Gegenwart viel zu selten vorkommt?</p>
<p>Matthias Politycki (Jahrgang 1955) liebt es, die Leser seiner Gedichte mit alltäglichen, scheinbar banalen Worten und Wendungen zu konfrontieren, die nicht zum üblichen Lyrik-Vokabular gehören wie Sonne, Mond und Sterne. So ist das &#8216;Lied vom Volltanken&#8217;, das sein Tankwart singt, ganz auf das Adjektiv &#8216;egal&#8217; eingestimmt: liebevoll gesteigert von &#8216;ziemlich egal&#8217; über &#8216;wirklich egal&#8217; und &#8216;völlig egal&#8217; bis zu &#8216;absolut schnurzpiepegal&#8217;&#8221;.</p>
<p>Soweit damals meine ersten Bemerkungen zur Sprache des Gedichts. Diese Ansichten zu Polityckis Arbeit sind inzwischen weit verbreitet. Im Jahr 2000 rechnete ihn der Kritikerkollege Denis Scheck zu den wenigen Autoren deutsche Zunge, in deren Büchern man &#8220;ein Soundtrack des gelebten Lebens, eine Tonspur der bundesrepublikanischen Wirklichkeit&#8221; wiederfinden könne, wie Wolfgang Frühwald in seinem Nachwort dankenswerterweise zitiert. Ich war vermutlich nicht der erste und bin hoffentlich nicht der letzte, der sich über das große Talent Polityckis freut, bislang ungenutzte Sprachschätze unserer Zeit aus dem Sprechalltag zu bergen und in die Welt der Literatur zu überführen. Ich denke, diesen Punkt können wir abhaken, an dieser Leidenschaft dieses Autors und der entsprechenden Qualität seine Bücher besteht heute kein begründeter Zweifel mehr.</p>
<p>Nach diesem Einstieg bog in meiner Interpretation dann zu dem gesellschaftspolitischen Aspekt des Gedichtes ab. Denn das darin so liebevoll gesteigerte Adjektiv &#8220;egal&#8221; sah ich und sehe ich auch heute als deutlichen Hinweis an:</p>
<p>&#8220;Das unscheinbare Wort ist, so zeigt Polityckis Gedicht, zu einem zentralen Begriff unserer weitgehend egalitären Gesellschaft geworden. Natürlich gibt es nach wie vor Unterschiede zwischen den einzelnen Milieus, zwischen &#8216;lausigen Lichthupenfürsten&#8217; oder braven Familienvätern mit &#8216;drei schreienden Schazen im Fond&#8217;, zwischen Mazda- oder Audi-Besitzern. Und natürlich werden diese feinen Unterschiede, die nüchtern betrachtet minimal sind, von den Beteiligten gern mit ungeheurer Bedeutung aufgeladen, um sich zumindest die Illusion einer gesellschaftlichen Rangordnung zu retten.</p>
<p>Aber letztlich stehen wir, erinnert uns Politycki, dann doch alle an der gleichen Tankstelle. Das einst so gravierende soziale Gefälle ist letztlich in beträchtlichem Maße applaniert worden. Der Tankwart, der seine Kunden bedient, ist heute kein Diener mehr, und die anderen sind nicht seine Herren. Schon morgen hat er &#8216;wieder komplett den Tag frei&#8217; steigt in seinen &#8216;Turbo-Metallic&#8217;, fährt zu nächstgelegenen Zapfsäule und ist dort seinerseits Kunde, der auf ein beiläufiges Nicken seines mit &#8216;blickdichtem Sonnenglas&#8217; bewehrtem Kopf eilfertig umsorgt wird.&#8221;</p>
<p>Unschwer zu merken, dass damals meine Lektüre von Pierre Bourdieus &#8220;Feinen Unterschieden&#8221; seine Spuren im Gedicht-Kommentar hinterlassen hat. Aber ebenso unschwer ist zu spüren, dass der Kommentar vor der Agenda 2010 geschrieben wurde, die zwischen 2003 und 2005 unter Kanzler Schröder die Realitäten des Landes veränderten. Der Begriff &#8220;egalitär&#8221; gehört nicht zu den zentralen Begriffen, mit denen man derzeit den aktuellen Zustand der Bundesrepublik zu beschreiben versucht. Wenn heute vielmehr von einer &#8220;neuen Spaltung&#8221; der Gesellschaft gesprochen wird und davon, dass es eine beträchtliche Gruppe von Bürgern &#8220;angehängt&#8221; fühle von der Entwicklung des Landes, werden die Ursachen dafür regelmäßig auf die Agenda-Politik zurückgeführt.</p>
<p>Ob diese gegenwärtig sehr geläufige Diagnose richtig ist oder unzureichend, ob es dem Land ohne Agenda 2010 heute besser ginge oder nicht, möchte ich hier gern dahingestellt sein lassen. Es interessiert mich bei der Lektüre dieses Gedichtes (samt meiner Interpretation) im Grunde nicht. Darüber wäre in einer zähen und hoffentlich mit zuverlässigen soziologischen und wirtschaftspolitischen Fakten unterfütterten Debatte zu streiten.</p>
<p>Im Hinblick auf das Gedicht scheint mir anderes wichtiger: Nämlich seine Kraft, eine inzwischen fast 25 Jahre zurückliegende gesellschaftliche Atmosphäre beim Lesen zu vergegenwärtigen &#8211; eben weil es die Tonlage dieser Zeit und ihr Sprachmaterial literarisch so kunstvoll konserviert hat. Die Sprach-Sinnlichkeit und die Sprach-Freude Polityckis hat einen bestimmten gesellschaftlichen Moment durch das saloppe Schwingen der Verse, durch die kunstvolle Lässigkeit des Tonfalls eingefangen. Er führt seinen Lesern nicht nur einen Ausschnitt des Lebens unter egalitären Verhältnissen vor, er lässt sie diesen Moment mit Worten noch einmal nachschmecken. Mit Sonne, Mond und Sternen, also mit dem traditionell gewohnten lyrischen Sprachmaterial, das große Teile der zeitgenössischen Lyrik hierzulande noch immer dominiert, wäre das wohl kaum möglich. Politycki erfüllt so eine uralte Aufgabe der Literatur: die sinnliche Vergegenwärtigung von Vergangenheit. Er ist ein Fitnesstrainer für die Erinnerung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Buch&amp;Bar 114: David Tripolina</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jun 2017 15:52:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[David Tripolina]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir können mehr als nur Kalsarikännit ! Buch&#38;Bar heute: Über das zarte Gefühl von hüzün in jüngster Zeit beim Lesen und Trinken Die Norweger sind ein glückliches Volk. Nicht nur, dass sie auf Platz 1 der „World Happiness“-Rangliste der UN &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2250">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Wir können mehr als nur Kalsarikännit !</strong></h1>
<h2><strong>Buch&amp;Bar heute: Über das zarte Gefühl von hüzün in jüngster Zeit beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2253" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032383z1.jpg"><img class="size-full wp-image-2253" title="47032383z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/06/47032383z1.jpg" alt="" width="270" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">David Tripolina: &quot;Einzigartige Wörter&quot;. 333 Begriffe, die es nur in einer Sprache gibt - und was sie bedeuten. Riva Verlag. 9,99 Euro</p></div>
<p>Die Norweger sind ein glückliches Volk. Nicht nur, dass sie auf Platz 1 der „World Happiness“-Rangliste der UN stehen. Nein, sie verfügen außerdem noch über den absolut beneidenswerten Begriff Utepils für ein am ersten heißen Tag des Jahres im Freien getrunkenes Bier. Gibt es Schöneres als Utepils?</p>
<p><strong>David Tripolina</strong> hat 333 solcher exquisiten Vokabeln, die nur in einer Sprache existieren, in dem Buch <strong>„Einzigartige Wörter“</strong> versammelt (Riva, 9,99 Euro). Manches davon haut einen echt um: Die Türken (!) zum Beispiel kennen einen Ausdruck für das düstere Gefühl, wenn politisch alles den Bach runtergeht: hüzün. Mein Gott, was fühle ich mich hüzün in letzter Zeit. Wir alle sollten jetzt mehr tun als nur: hahn (Koreanisch: geduldiges Warten auf Besserung). Und trotz aller Melancholie angesichts der Nachrichten aus dem Weißen Haus, der Türkei oder der Führungsetage von München 1860 auf Kalsarikännit verzichten (Finnisch: Sich zu Hause in der Unterhose betrinken und keine Anstalten machen, das Haus zu verlassen). Mal ganz zu schweigen von Gratrunka (Schwedisch: Masturbieren, während man sehr traurig ist).</p>
<p>Sobald es jetzt wirklich warm wird, rate ich dringend zu Utepils. Doch falls mitten im Sommer wieder der Dauerregen einsetzen sollte, empfehle ich beim Kalsarikännit zu einem guten Single Malt wie <strong>Glen Scotia 16 years old</strong> von der schottischen Westküste. Erstens ist der Regen gewohnt und zweitens sehr umami (Japanisch: würzig im Geschmack). Und er bewirkt dieses herrliche Sgriob (Gälisch: Der zarte Juckreiz auf der Unterlippe, bevor man einen Schluck Whisky nimmt).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Julian Rosefeldt: &#8220;Manifesto&#8221; mit Cate Blanchett</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2027</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2016 08:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Buchbetriebs-Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmacksfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[André Breton]]></category>
		<category><![CDATA[Cate Blanchett]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Rosefeldt]]></category>
		<category><![CDATA[Louis Aragon]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Èluard]]></category>
		<category><![CDATA[Philippe Soupault]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wahrheit der Kunst in 13 Filmen Ich bin kein Kunstkritiker, zugegeben, und es ist für jeden Schuster ein guter Rat, bei seinen Leisten zu bleiben. Wenn ich hier als Literaturkritiker dennoch meiner Begeisterung für Julian Rosefeldts hinreißende Filmkunst-Installation &#8220;Manifesto&#8221; &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2027">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Die Wahrheit der Kunst in 13 Filmen</strong></h1>
<h2><strong>Ich bin kein Kunstkritiker, zugegeben, und es ist für jeden Schuster ein guter Rat, bei seinen Leisten zu bleiben. Wenn ich hier als Literaturkritiker dennoch meiner Begeisterung für <a href="http://www.julianrosefeldt.com/pages/biography">Julian Rosefeldt</a>s hinreißende <a href="http://www.smb.museum/ausstellungen/detail/julian-rosefeldt-manifesto.html">Filmkunst-Installation &#8220;Manifesto&#8221;</a> Luft machen möchte, kann ich als Entschuldigung zumindest anführen: Unter den in den 13 Filmen verlesenen Manifeste sind etliche, die auch in den modernen Literaturgeschichte viel Wind um sich machten. Außerdem: &#8220;Manifesto&#8221; hat mir so viel Spaß gemacht, so viel sowohl intellektuelle wie sinnliche Freude bereitet, dass mir meine Schuster-Leisten-Bedenken hier einfach Schnurz sind.</strong></h2>
<div id="attachment_2028" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault-3.jpg"><img class="size-full wp-image-2028" title="hqdefault-3" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault-3.jpg" alt="" width="196" height="110" /></a><p class="wp-caption-text">Cate Blanchett in &quot;Manifesto&quot; von Julian Rosefeld als Obdachloser</p></div>
<p>Zunächst der Datenteil: &#8220;Manifesto&#8221; ist noch bis zum 6. November im &#8220;Hamburger Bahnhof &#8211; Museum für Gegenwart&#8221; in Berlin zu sehen. Das Museum liegt nur ein paar hundert Meter vom Berliner Hauptbahnhof entfernt. Leichter kann ein Besuch kaum gemacht werden, und es lohnt sich, versprochen.</p>
<p>Die konzeptionelle Seite von Rosefeldts fabelhafter Arbeit ist schnell erklärt. Die Kunst der Moderne hat eine starke Neigung zum Manifest. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sich alle paar Jahre irgendein Künstler daran gemacht, per manifestöser Grundsatzerklärung zu verkünden, was die wahre Kunst sei und was die falsche, wie Kunst richtig zu verstehen sei, wo die Grenze zwischen alter, überlebter und neuer, zukunftsweisender Kunst verlaufe. Undsoweiterundsofort. Man kennt diesen Ausschließlichkeits- und Alleinvetretungsanspruch, diesen illiberalen Größenwahn, der von der Moderne regelrecht gezüchtet und bejubelt wurde. Darunter eben auch einige in der Literaturgeschichte viel zitierte Manifeste von André Breton, Philippe Soupault, Paul Èluard, Louis Aragon und anderen</p>
<div id="attachment_2029" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault.jpg"><img class="size-full wp-image-2029" title="hqdefault" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault.jpg" alt="" width="196" height="110" /></a><p class="wp-caption-text">Cate Blanchett in &quot;Manifesto&quot; von Julian Rosefeld als Lehrerin</p></div>
<p>Julian Rosefeldt lässt nun in 13 Filmen über 60 solche Manifeste ganz oder in Teilen vorlesen. Die Pointe seiner &#8220;Manifesto&#8221;-Installation ist, dass diese 13 Filme gleichzeitig auf 13 geschickt im Raum verteilten Leinwände projiziert werden. Die Manifeste fallen sich also gleichsam ins Wort, widersprechen und relativieren sich. Der ironische Gestus von Rosefeldts Arbeit wird sofort klar: Wenn auch 13 Kanälen gleichzeitig verkündet wird, was und wie Kunst in Wahrheit sei, an wird die Anmaßung, die in solchen Manifesten steckt, DIE WAHRHEIT DER KUNST zu kennen, unübersehbar.</p>
<p>Doch dies ist nur die konzeptionelle Dimension von &#8220;Manifesto&#8221;. Die sinnliche, ästhetische Dimension erst macht diese Arbeit so großartig. Rosefeldt hat &#8211; vom ersten Prologfilm abgesehen &#8211; seine 12 Filme mit überwältigender Liebe zum Detail ausgestatten und für sie spektakuläre Drehorte gefunden, die er mit viel Witz den jeweiligen Manifesten zugeordnet hat. So ist es ausgerechnet eine Trauerrednerin, die Manifeste des Dadaismus vorträgt, eine Börsenmaklerin, die die Thesen des Futurismus vertritt oder eine Arbeiterin, die ihr tristes Leben zwischen Plattenbau und Industrieanlage verbringt, die die hochfliegenden Utopien der modernen Architektur vorträgt.</p>
<div id="attachment_2030" class="wp-caption alignleft" style="width: 206px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault-1.jpg"><img class="size-full wp-image-2030" title="hqdefault-1" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/hqdefault-1.jpg" alt="" width="196" height="110" /></a><p class="wp-caption-text">Cate Blanchett in &quot;Manifesto&quot; von Julian Rosefeld als Nachrichtensprecherin</p></div>
<p>Kurz: Das Ganze ist sehr sehr sehr klug und sehr sehr sehr komisch. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich immerzu lächelnd vor Rosefeldts Leinwänden saß und staunend diese 12 filmischen Augenweiden abgraste nach den zahlosen geschickt arragierten Anspielungen und Kommentaren zu dem Exklusivitätsirrsinn der jeweils proklamierten Manifeste.</p>
<p>Aber es kommt noch ein eminentes Vergnügen hinzu: In allen 12 Filme spielt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cate_Blanchett">Cate Blanchett</a> die Verkünderin der Manifeste. Und zwar in 13 extrem verschiedenen Rollen: Als männlicher Obdachloser, Brokerin, Arbeiterin in einer Müllverbrennungsanlage, Vorstandsvorsitzende, Punkerin, Puppenspielerin, Familientyrannin am Mittagstisch, Lehrerin, Wissenschaftlerin, Trauerrednerin, Choreographin  oder Anchorwoman einer Nachrichtensendung, die zu einer Außenreporterin schaltet &#8211; die selbstverständlich auch von Cate Blanchett gespielt wird.</p>
<p>Die Virtuosität, ach was: die Genialität der Darstellerin Blanchett ist hinreißend. Nur 12 Drehtage hatte sie für &#8220;Manifesto&#8221;, ist also buchstäblich an jedem Drehtag in eine andere Haut geschlüpft und hat ihre Figuren mit überwältigender Suggestionskraft auf die Leinwand gebracht. Sie beweist &#8211; und das ist vielleicht der klügste Kunstgriff Rosefeldts &#8211; damit eine Wandlungsfähigkeit, in der man die unendliche Wandlungsfähigkeit der Kunst selbst wiedererkennen kann, die sich eben nicht von Manifesten definieren, festlegen und verhaften lässt, sondern ihren größten Reiz daraus zieht, niemals festlegbar zu sein.</p>
<div id="attachment_2031" class="wp-caption aligncenter" style="width: 959px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/csm_Rosefeldt_Manifesto_4_Querformat_1920x937_md_68c266f205.jpg"><img class="size-full wp-image-2031" title="csm_Rosefeldt_Manifesto_4_Querformat_1920x937_md_68c266f205" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/10/csm_Rosefeldt_Manifesto_4_Querformat_1920x937_md_68c266f205.jpg" alt="" width="949" height="464" /></a><p class="wp-caption-text">Cate Blanchett in &quot;Manifesto&quot; von Julian Rosefeld als Punkerin</p></div>
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		<title>Mails sonder Zahl</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=935</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Feb 2014 16:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschmacksfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderzahl Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der kleine Sonderzahl Verlag mal riesengroß auftrat Ich verdanke dem Wiener Sonderzahl Verlag einen äußerst unterhaltsamen Samstag. Offenbar hat ein Mitarbeiter des Verlags am Freitagabend per Mail-Verteiler eine Routine-Anfrage an alle bekannten Literaturkritiker verschickt: Ob sie die Programmvorschau künftig &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=935">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Als der kleine Sonderzahl Verlag mal riesengroß auftrat</strong></h2>
<h3><strong>Ich verdanke dem Wiener Sonderzahl Verlag einen äußerst unterhaltsamen Samstag. Offenbar hat ein Mitarbeiter des Verlags am Freitagabend per Mail-Verteiler eine Routine-Anfrage an alle bekannten Literaturkritiker verschickt: Ob sie die Programmvorschau künftig digital oder in Papierform erhalten möchten. Der unglückselige Mitarbeiter hat allerdings &#8211; vermutlich irrtümlicherweise &#8211; dafür gesorgt, dass jede Antwort auf diese Anfrage an sämtliche Adressen des Kritiker-Verteilers weitergeleitet wurde. Und danach offenbar den Arbeitsplatz in Richtung Wochenende verlassen, ohne auf den Rücklauf zu achten.</strong></h3>
<p>Mit dem Ergebnis, dass sich in diesem Kritiker-Verteiler in kürzester Zeit eine herrliche Mail-Lawine entwickelte: Es wurde nicht nur jeder Kritiker darüber unterrichtet, wie seine Kollegen die Sonderzahl-Vorschau zu Kenntnis zu nehmen wünschen, ob elektronisch oder analog. Nein, der rasant anschwellende Mail-Gesang informierte auch in Echtzeit über die Nervenstärke der hochverehrten Mit-Kritiker. Freitagabend waren es schon rund 50 Mails in meinem Verzeichnis, Samstagfrüh dann noch einmal 75. Solcher Mitteilungsflut stand mancheiner der sonst so souverän urteilenden Literaturkenner nicht völlig gelassen gegenüber.<br />
Es begann zunächst, wie sich das für Kritiker gehört, fragend und um Aufklärung bemüht:</p>
<p><em>Aber warum bekomme ich ständig die Antwortmails an diesen Sonderzahl-Verlag geschickt? Scheint irgendetwas falsch verdrahtet zu sein.</em></p>
<p>Doch bald schon wurde der Ton schärfer:</p>
<p><em>Erstens brauche ich Ihre Vorschau weder auf Papier noch digital &#8211; zweitens brauche ich auf gar keinen Fall alle Meldungen Ihres Verteilers in cc.</em><br />
<em>Etwas genervt</em></p>
<p>Dann wurde der scharfe Ton knapper:</p>
<p><em>Bitte diesen Irrsinn abstellen!</em></p>
<p><em></em>Auch die Zahl der Ausrufezeichen nahm rasant zu:</p>
<p><em>Es reicht jetzt!!!</em></p>
<p>Und:</p>
<p><em>unerhört!!!</em></p>
<p>Das für Kritiker berufsnotwendige Temperament machte sich in Versalien bemerkbar:</p>
<p><em>Ich brauche ab sofort NULL Information von Ihnen.</em></p>
<p><em></em>Der Verlag Sonderzahl wird wohl künftig damit rechnen müssen, für einige Literatursachverständige nicht allein seines Programms wegen zu einem festen Begriff geworden zu sein:</p>
<p><em>diese sonderzahl geht mir irgendwie auf den nerv kann man das abstellen</em><br />
<em>bitte hören sie alle auf, meinen mailbriefkasten zuzufüllen &#8230; zum letzten</em><br />
<em>mal.</em><br />
<em>Keine Mails mehr von Sonderzahl! </em></p>
<p>Doch nun meldeten sich die Analytiker unter den Lawinenopfern zu Wort:</p>
<p><em>Ein Wort zur Güte: Begreifen Sie denn nicht, Sonderzahl hat einen dilettantischen IT-Fehler gemacht. Sie können das nicht, die eMail-Massenversände. Anstatt die Adressdatei ins BC  zu setzen, haben die ihre ganze Adressdatei als Empfängerfeld eingesetzt. Jeder der antwortet, antwortet allen, Sie könnes es in der Tat nur stoppen, wenn Sie schweigen. Anders geht es nicht, die Antworten werden automatisch multipliziert und an alle geschickt!<br />
</em></p>
<p>Eine Schweige-Aufforderung an Kritiker zu verschicken, ist freilich eine heikle Sache. Sie erwies sich, selbstverständlich, als nicht erfolgreich. Vielmehr wurden sogar Angebote zur grenzüberschreitenden Entwicklungshilfe wurden gemacht:</p>
<p><em>Sonderzahl sollte vielleicht endlich mal reagieren vielleicht eine kleinen Nachtschicht einlegen, einen IT-Spezialisten engagieren, etwas unternehmen. Ich kann sonst vielleicht einen IT-Studenten aus der Schweiz schicken <img src='http://blog.uwe-wittstock.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  </em></p>
<p>Naturgemäß fand sich in der Schar der hochtrainierten Rezensenten bald einer, der den kultur-, zivilisations- und zeitkritischen Aspekt der Angelegenheit in angemessen düster-melancholischen Ton herausarbeitete.</p>
<p><em>Liebe ( und zum Teil sehr aufgebrachte) Kolleginnen und Kollegen,</em><br />
<em>gerade bin ich nach Hause gekommen und habe nochmals in meine Berufs-Mail geschaut &#8211; inzwischen finden sich dort Aberdutzende von Sonderzahl-Antwort-Mails. Ich kann Sie nur bitten, die Sache gelassen hinzunehmen &#8211; und vor allem den engagierten kleinen Verlag nicht fortwährend zu beschimpfen und ihm mit Liebesentzug zu drohen.</em><br />
<em>Was hier abgeht, ist ganz einfach: Es ist der Sieg der alles platt walzenden Eigendynamik von digitaler Kommunikation über jeden/jede von uns &#8211; den Verlag selbst eingeschlossen. Irgendetwas &#8211; keine Ahnung, was &#8211; ist auf dem Sonderzahl-Server oder bei der Programmierung der Mail schiefgelaufen. Der Verlag selbst ist &#8211; logischerweise &#8211; nicht mehr besetzt, kann also nicht eingreifen. Also rotiert das System selbstherrlich vor sich hin und zeigt uns exemplarisch, was wir als E-Mailer &amp; I-Phoner &amp; Smartphoner wirklich sind: Objekte einer längst sich selbst bestätigenden &amp; eben gelegentlich auch außer Rand &amp; Band geratenden Kommunikation.</em></p>
<p>Das war in seiner analytischen Brillanz derart adornomäßig unübertrefflich, dass die weiteren Kommentare zwangsläufige einen anderen Aspekt ins Gespräch bringen mussten, um überhaupt noch Punkte machen zu können:</p>
<p><em>Sehr geehrte Damen und Herren des Sonderzahl-Verlags,</em><br />
<em>vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, aber mit einer Rundmail von Freitag, Ihren Vorschauversand betreffend, haben Sie den deutschsprachigen Literaturbetrieb erfolgreich gegen sich und die Produkte Ihres Hauses aufgebracht. Zu diesem speziellen Beitrag zum Wiener Aktionismus kann man nur gratulieren. Man wäre Ihnen für die Beendigung  der Aktion allmählich aber dankbar.</em></p>
<p>Damit war das Stichwort gefallen, dem einer Kritiker-Versammlung &#8211; wie virtuell sich auch immer sein mag &#8211; einfach nicht widerstehen kann. Ist es möglich, das kleine Kommunikations-Desaster unter künstlerischer Hinsicht betrachten? Ist es vielleicht sogar möglich, es sich mit salbungsvollen Zitaten (samt Fußnoten) garnieren und menschelnde Lebensweisheiten daraus zu destillieren?</p>
<p><em>Liebe Leidensgenossinnen und Leidensgenossen <img src='http://blog.uwe-wittstock.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> &#8230;</em><br />
<em>lassen sie es uns mal als unfreiwilliges Experiment und Kunstaktion betrachten. Hier ein Gedanke zum Thema &#8211; von Marina Abramovic:</em><br />
<em>&#8220;Die Geschwindigkeit unseres Lebens beschleunigt sich am Ende dieses Jahrhunderts immer mehr. Unsere Konzentrationsspannen werden immer kürzer. Unsere Kinder Zippen </em>(!)<em> sich durch die Fernsehprogramme (und wir uns analog dazu durch die Apps). Eine Folge davon ist, dass wir immer rastloser und neurotischer werden. Der Mensch sollte wieder ins Nichtstun investieren. Es ist wie bei einer Bank: je mehr man investiert, desto mehr bekommt man zurück. In diesem Fall ist die Zeit das Investment&#8221;. (aus Double Edge, Kunstmuseum Kanton Thurgau). </em><br />
<em>wenn es also einen Supergau gibt&#8230;</em><br />
<em>nehmen wir es gelassen&#8230;</em><br />
<em>denken darüber nach&#8230;</em><br />
<em>und schmeissen das Handy und/oder den Computer den Berg runter..</em><br />
<em>vielleicht hilfts ja..</em></p>
<p>Um ganz offen zu sein: Ich haben leise Zweifel daran, ob die Autorin dieser Anregung der eigenen Aufforderung Taten folgen und ihre IT-Ausrüstung der Schwerkraft überließ. Selbst die Urheber solcher Lebensweisheiten wollen so lebensweise dann doch nicht sein. Aber solchermaßen künstlerisch auf Trapp gebracht, war dann auch die ersten sprachlich rundum gelungene Reaktionen zu bestaunen. Die erste betrachtete den ganzen Vorgang streng unterm Gesichtspunkt moderner Kunst, die bekanntlich ja immer streng im Gegensatz zu dem schlechten Zustand der Realität stehen und eine Gegenwelt errichten soll:</p>
<p>&#8230;wenn es Kunst ist, ist es okay, wenn es okay ist, kann es keine Kunst sein und wenn es nicht okay ist, ist es eben doch Kunst &#8211; man kommt da gar nicht raus&#8230;</p>
<p>Die zweite bemerkenswerte Reaktion beschränkte sich aufs lakonische Sprachspiel:</p>
<p><em>Mails sonder Zahl</em></p>
<p>Eine Reaktion, die unmittelbar die adäquate literaturkritische Anerkennung nach sich zog:</p>
<p><em>Genau: vergesst die Lyrik nicht</em></p>
<p>Einmal in der Welt der Literatur angekommen, ließ auch eine Talentprobe von Thomas Bernhardschen Furor nicht mehr lange auf sich warten. Sie richtete sich allerdings überraschenderweise (aber Überraschung, Irritation, Brüskierung sind ja vielfach erprobte Mittel der literarischen Moderne) nicht gegen Sonderzahl, sondern gegen die Kollegenschaft:</p>
<p><em>namentlich an alle schlaumaier, die gestern und heute mit teils dummdreisten</em><br />
<em>mails diese kiste hier weiter sponnen: ist es wirklich sooo schwer zu</em><br />
<em>checken?!? es gibt hier a) eine mailingliste sonderzahl2@mail.aufdraht.at</em><br />
<em>die offenkundig von außen bedient werrden kann und dann das tut was</em><br />
<em>mailinglisten tun sollen – an alle die auf ihr eingetragen sind weiterleiten</em><br />
<em>und b) die eigentliche absenderadresse verlag@&#8230;</em><br />
<em>hätte gestern insb. jeder von denen, die hier seither dummdreist spammen und</em><br />
<em>dummdreist das maul aufreissen, selber auch nur für einen cent</em><br />
<em>technikverständnis wäre NIE etwas passiert! denn: wer bat denn irgendwen an</em><br />
<em>die gesamte liste zu schreiben via mutmasslich “antworten an alle”?!? hätte</em><br />
<em>keiner von jenen die hier herumpoltern und weiteren traffic verursachen</em><br />
<em>etwas anderes getan als was man tun will wenn man einen einzelnen account</em><br />
<em>erreichen will, nämlich NUR an verlag@sonderzahl.at  gemailt, aka antwort</em><br />
<em>einzig und allein an den absender der original-pressestellenafrage, wäre</em><br />
<em>niemand über deren bisher einmalige bitte mitzuteilen, ob man e-mails oder</em><br />
<em>gedruckte vorschauen will, hinaus belästigt worden.</em><br />
<em>und dann noch diese 24/7-anspruchsmentalität – zum kotzen solche sog.</em><br />
<em>kollegen!</em></p>
<p><em></em>Bemerkenswert, wie hier &#8211; als Beispiel experimenteller Schreibweisen &#8211; die orthographischen und grammatikalischen Strukturen der Sprache aufgesprengt werden und so die Ordnungslosigkeit des erlebten Kommunikationskataströphchens auch formal in den Text eingeschrieben sind. Von der Zeichensetzung mal ganz zu schweigen. Großer Sport! Ganz großes Kino! Hier zeigt sich, wie Kritik selbst zur Kunst wird &#8211; so wie Alfred Kerr es forderte. Hier, in dieser Kritiker-Beschimpfung, spricht der wahre Kritiker-Meister und ihm wird zu huldigen sein, sobald der Sonderzahl-Unfall für die Gründung der ersten Sonderzahl-Selbsthilfe-Gruppe gesorgt hat. Denn auch die wie gefordert:</p>
<p><em>Ich bin für ein Treffen der Sonderzahl-Opfer auf der nächsten Frankfurter Buchmesse.</em></p>
<p><em></em>Sehr gut! Als Treffpunkt schlage ich vor: den Sonderzahl-Stand. Und bitte, bitte ladet mich dazu ein. Das möchte ich auf keinen Fall versäumen. Selten habe ich über die Literaturkritik hierzuland so Vieles und Vielfarbiges gelernt wie heute bei der gekürte meiner Mails.</p>
<p>PS: Inzwischen gib es eine objektivere und nicht so vergnügungssüchtige Darstellung des Sonderzahl-Spaßes. Hier der Link, für alle, die noch mehr wissen wollen:</p>
<p>http://www.lesenmitlinks.de/meta-spam-2-0/</p>
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		<title>Jugendwort den Jahres 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2012 07:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich, die Facebookschlampe Okay, zugegeben, ich bin kein native speaker der aktuellen Jugendsprache, sondern lausche ihr staunend. Dennoch hat mich der Langenscheidt Verlag seit 2010 eingeladen, an den Entscheidungen zum Jugendwort des Jahres teilzunehmen. In der 6-köpfigen Jury sitzen außer &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=710">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Ich, die Facebookschlampe</strong></h2>
<h3><strong>Okay, zugegeben, ich bin kein <em>native speaker</em> der aktuellen Jugendsprache, sondern lausche ihr staunend. Dennoch hat mich der Langenscheidt Verlag seit 2010 eingeladen, an den Entscheidungen zum Jugendwort des Jahres teilzunehmen. In der 6-köpfigen Jury sitzen außer zwei sehr jungen Menschen (Jugendmagazin &#8220;Spiesser&#8221;) und zwei blutjungen Menschen (Schule) noch der Linguist Matthias Heine („Die Welt“) und ich („Focus“) als Literaturkritiker. Da also ältere Herrschaften in diesem Germium unübersehbar eine Minderheit sind, und es ohnehin nur eine Schlussauswahl aus jährlich rund 40.000 Einsendungen trifft, darf es vielleicht als fachkundig und vertrauenswürdig genug betrachtet werden.</strong></h3>
<p>Im diesjährigen Wettbewerb war der Einfluss des Internets auf die Jugendsprache nicht zu übersehen. Bei den diversen Abstimmungen unter den Juroen ging das im Netz vielbenutzte Akronym „YOLO“ rasch in Führung und trug schließlich siegreich den Titel „Jugendwort des Jahres 2012“ davon: Es steht für „You Only Live Once“ und ist unüberhörbar als Aufforderung zu verstehen, alle Erlebnischancen zu nutzen, die sich bieten. Vor 30 oder 40 Jahren hätten Absolventen humanistischer Gymnasien stattdessen wohl schlicht „Carpe diem“ gesagt.</p>
<p>Auf Platz 2 wurde die Abkürzung „FU!“ gewählt – eine im Internet weit verbreitete, wenn auch bedauerlich fantasiearme Abkürzung für „Fuck You“. Man merkt den beiden diesjährigen Spitzenreitern den Drang zur schnellen Verständigung im Netz an. Der Wunsch knappe Kommentare zu hinterlassen ist offenkundig größer als der, wohlerwogene Besinnungsaufsätze zu schreiben. Die vier in der Jury anwesenden Jugendsprachler versicherten nachdrücklich und glaubhaft, dass beide Worte nicht nur netz-schriftsprachlich, sondern unter den Angehörigen ihrer Jahrgänge auch im mündlichen Gespräch gebräuchlich seien.</p>
<p><strong>Yalla, Yalla!</strong></p>
<p>Den dritten Rang erreichte das aus dem Arabischen stammende Wort „Yalla!“, das so viel wie „Beeil dich!“ oder &#8220;Dalli dalli!&#8221; bedeutet. Als Vater von drei in Frankfurt beheimateten Söhnen zwischen 16 und 22 Jahren kann ich mich für den Gebrauch dieses neuen Fremdwortes durch deutsche Muttersprachler verbürgen.</p>
<p>Die ersten drei Entscheidungen waren sicher gut und richtig, aber nicht sonderlich komisch. Ein nicht geringer Teil des öffentlichen Interesses, den das „Jugendwort des Jahres“ genießt, beruht nicht zuletzt darauf, dass etliche der Wortschöpfungen satirische oder kabarettistische Qualitäten haben. So war 2011 „Zwergenadapter“ als Synonym für „Kindersitz“ im Wettbewerb, 2010„Arschfax“ für „Unterhosenetiketten, die hinten aus der Hose hängen“ oder 2008 „Stockente“ für „Anhänger den Nordic-Walking-Sports“.</p>
<p><strong>Wulffen, guttenbergen</strong></p>
<p>Anschluss an diese großen Vorläufer findet die Konkurrenz 2012 vielleicht mit dem auf den 4. Platz gewählten Verb „wulffen“, das in Anspielung auf die Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff sowohl für „jemandem die Mailbox vollquatschen“, „lügen“ oder „auf Kosten anderer leben“ steht. Enge Verwandtschaft unterhält offenkundig es zu dem 2010 auf Platz 3 gewählten Verb „guttenbergen“, dass zumal im schulischen Umfeld gern als Stellvertreter für „abschreiben“ benutzt wurde (oder noch wird).</p>
<p>Auf Platz 5 schaffte es in diesem Jahr schließlich „Komasutra“, das den „versuchten Geschlechtsverkehr zwischen zwei sehr betrunkenen Personen“ intelligent auf den Begriff bringt, witzig ist und außerdem noch auf eine gewisse kulturhistorische Bildung der Nutzer schließen lässt.</p>
<p><strong>Liken und schlampen im Netz</strong></p>
<p>Wie groß die Bedeutung des Internets für die Jugendsprache inzwischen geworden ist, zeigt auch „Me Gusta“, die spanische Variante der netz-typischen Kommentarfloskel „Gefällt mir“. Die Wendung gehörte ebenfalls zu den meistgenannten Einsendungen und fand in den Diskussionen der Jury einige Fürsprecher, konnte sich auf dem Weg zu den Top-Five aber nicht durchsetzen. Auf der Liste der Einsendungen weit oben stand zudem der Begriff „Facebookschlampe“, der Facebook-User bezeichnen soll, „die unbekannte Leute als Freunde akzeptieren, um ihre Freundesliste zu vergrößern“. Ein Neologismus, der, was auf der Hand liegt, ohne das Internet nicht denkbar wäre, allerdings auch an das Verhalten im Netz gefesselt bleibt, da es in der analogen Welt Ähnliches kaum geben dürfte.</p>
<p>Der Begriff passt im übrigen, wie ich zugestehen muss, hervorragend auf mich, da ich mich im genannten sozialen Netzwerk exakt entsprechend der Definition einer „Facebookschlampe“ verhalte. Als mildernde Umstände darf ich vielleicht anführen, dass ich a) bislang nicht ahnte, dass solches Verhalten verpönt ist und b) meine Facebook-Seite vornehmlich beruflichen und nicht persönlichen Zwecken dient.</p>
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		<title>Die Dichter des Zorns</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2012 12:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Literatur über einen Erregungszustand: Zorn Ein Radioessay Für Literatur, die sich unübersehbar dem Wahren, dem Schönen, dem Guten verschrieben hat, gibt es kaum Rechtfertigungsprobleme. Es gehört zur vertrauten humanistischen Vorstellungswelt, dass die Arbeit der Dichter aufs Positive zielt. Man glaubt &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=717">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Literatur über einen Erregungszustand: Zorn<br />
Ein Radioessay</strong></h2>
<h3><strong>Für Literatur, die sich unübersehbar dem Wahren, dem Schönen, dem Guten  verschrieben hat, gibt es kaum Rechtfertigungsprobleme. Es gehört zur  vertrauten humanistischen Vorstellungswelt, dass die Arbeit der Dichter  aufs Positive zielt. Man glaubt voraussetzen zu dürfen, dass es ihnen darum geht, ihre Leser zu bessern  oder zu belehren, das Leben erfreulicher und die Welt glücklicher zu  machen. Eine Literatur des Zorns passt nicht gut in dieses Bild. Doch  solche braven Vorstellungen von Literatur sind nicht nur vorschnell,  sondern gleich in doppelter Hinsicht falsch. Denn natürlich zielen die  Dichter zum einen nicht nur aufs Positive, oft genug ist es ihren  schlicht gleichgültig, ob sie mit ihren Büchern irgendjemanden bessern  oder glücklicher machen. Zum anderen steht nicht fest, ob denn Zorn  etwas Negatives ist.</strong></h3>
<p>Von der Ilias bis zu Goethe und Schiller, von Hölderlin und Kleist bis zu Kafka,  Enzensberger und in den Gedichten von Robert Gernhardt hat der Zorn in der Literatur eine herausragende Rolle gespielt. Über das Thema habe ich einen Radioessay geschrieben, der heute im Deutschlandfunk gesendet wurde. Hier der Link zu der Audio-Fassung zum nachhören:</p>
<p><strong>http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&amp;broadcast=445216&amp;datum=20121125&amp;playtime=1353832248&amp;fileid=624514a9&amp;sendung=445216&amp;beitrag=1929951&amp;/</strong></p>
<p>Und falls das nicht funktioniert, hier der Link zur Textfassung:</p>
<p><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1929951/</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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