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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Inger-Maria Mahlke</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 7 und Schluss</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jul 2012 13:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Travnicek]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Nawrat]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Matynova]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Hartlieb]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Moster]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Freunde, klare Sache Es war fantastisch. Von Klagen kann keine Rede sein. Selbst die Preisentscheidungen geben mir Anlass zur Freude, fielen sie doch so aus, wie ich vermutete (siehe Klaglos in Klagenfurt 5): Olga Martynova kriegt Gold, Inger-Maria Mahlke &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=528">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Viele Freunde, klare Sache</strong></h2>
<h3><strong>Es war fantastisch. Von Klagen kann keine Rede sein. Selbst die Preisentscheidungen geben mir Anlass zur Freude, fielen sie doch so aus, wie ich vermutete (siehe Klaglos in Klagenfurt 5): Olga Martynova kriegt Gold, Inger-Maria Mahlke schaffts aufs Treppchen. Matthias Nawrat hatte ich nicht auf der Rechnung, er bekam gleich zwei Preise: Einen von der Jury und einen vom Automaten der Riesenmaschine (siehe KiK 6 und KiK 5 Nachtrag), was man als Indiz dafür nehmen kann, dass sich die Kriterien von Jury und Riesenmaschine unterm Strich letztlich nicht grundsätzlich unterscheiden.</strong></h3>
<p>Beim Publikumspreis hatte ich keinen Schimmer. Buchhändlerin Petra Hartlieb aber umso mehr. Bevor der Briefumschlag vor den Kameras geöffnet wurde, meinte sie mit tiefer Wiener Weisheit: „Den kriegt eh die Travnicek.“ Was folgerichtig Sekunden später unter den Augen des Justiziars auch exakt so verkündet wurde: Cornelia Travnicek. „Bei einer Abstimmung im Internet“, sagt die kluge Frau Hartlieb, „hat die jüngste, netzaffinste Autorin die besten Chancen. Viele Freunde, gut vernetzt, viele Klicks, klare Sache.“ Tut immer gut, wenn man mit Fachleuten spricht.</p>
<p>Aus meiner Sicht möchte ich diesem knallharten Realismus noch einen leicht verträumten literaturkritischen Gedanken hinzufügen: Die zehn bis zwölf Seiten, die ein Bachmann-Text lang sein muss, sind eine ideale Länge für die klassische amerikanische Short-Story. Erzählungen nach diesem Modell kommen aber in Klagenfurt kaum vor und werden noch seltener preisgekrönt. Denn die Herzen der Jury erobern sie nur selten, die des Publikums aber, behaupte ich, umso zuverlässiger. Die zwei Geschichten im diesjährigen Wettbewerb, die diesem Erzählmuster am nächsten kamen, waren die von Stefan Moster und Cornelia Travnicek. Der eine ging leer aus, die andere bekam keinen Kritiker-, sondern den Publikumspreis.</p>
<p>Also legt auch dieses Resultat meinen Lieblings-Hypothesen kein Hindernis in den Weg, ganz im Gegenteil. Meine Begeisterung über Klagenfurt braucht also niemanden zu wundern, ebenso wenig wie jetzt wieder meine Begeisterung über diese verwegenen, draufgängerischen Alpenlandschaften, durch die der Zug Richtung München rollt.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 5</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jul 2012 17:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Leinen]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Klipphals]]></category>
		<category><![CDATA[Ijoma Mangold]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>
		<category><![CDATA[Jo Lendle]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Wits]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Martynova]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Ahrend]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoch aufschäumendes Kielwasser Die erste Siegerin der Klagenfurter Wettkampftage steht fest. Katharina Wilts (Presse, Klett-Cotta Verlag) gewann das für Samstag 17.00 Uhr im Wörthersee angesetzte Wettschwimmen. Das Teilnehmerfeld musste bis zu einer Boje und zurück schwimmen. Unklar blieb bis zum &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=497">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Hoch aufschäumendes Kielwasser</strong></h2>
<h3><strong>Die erste Siegerin der Klagenfurter Wettkampftage steht fest. Katharina Wilts (Presse, Klett-Cotta Verlag) gewann das für Samstag 17.00 Uhr im Wörthersee angesetzte Wettschwimmen. Das Teilnehmerfeld musste bis zu einer Boje und zurück schwimmen. Unklar blieb bis zum Schluss, zu welcher Boje. Es sei eine weiße gewesen, behauptete das Organisationskommittee.</strong></h3>
<p><strong>Die Ergebnisse im Einzelnen:</strong></p>
<div id="attachment_502" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-249.jpg"><img class="size-medium wp-image-502" title="Bild 249" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-249-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Das Starterfeld fiebert dem Startklatschen entgegen</p></div>
<p>Vorjahressieger Thorsten Ahrend (Cheflektor Literatur, Wallstein Verlag) hatte mit dem Vorjahressieg die Verpflichtung übernommen, den Pokal fürs diesjährige Rennen zu stiften. Da Ahrend vorzeitig abreisen musste, wurde die Trophäe nicht von ihm, sondern ersatzweise von Angela Leinen (Sopranistin) übergeben. Es war ein grüner Plastikfrosch, batteriebetrieben, schwimmfähig.</p>
<div id="attachment_504" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2501.jpg"><img class="size-medium wp-image-504" title="Bild 250" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2501-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Der Start bringt den Wörthersee zum Brodeln. Im Vordergrund sehen Sie den Daumen unseres Kameramanns</p></div>
<p>Vom Verletzungspech wurde Dirk Knipphals (taz) verfolgt, er hatte sich beim strandbadbesuchsbedingten Eincremen mit Sonnenöl eine Zerrung zugezogen.</p>
<p>Das Feld startete tempramentvoll, war aber schon nach ca. 30 Metern platt, allein Katharina &#8220;Wörthersee-Forelle&#8221; Wilts machte ihrem Ruf als gefürchtete Leistungsschwimmerin alle Ehre, zog dem Feld davon, wich aber von der Wettkampfroute konsequent nach links ab, so dass ihr weiß aufschäumendes Kielwasser ein apartes Bogenmuster ergab.</p>
<div id="attachment_511" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2583.jpg"><img class="size-medium wp-image-511" title="Bild 258" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/07/Bild-2583-e1341680443191-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Rechts Forelle Wilts im schwarzen Badnzug, links ihr hartnäckiger Konkurrent ganz in türkis. Links im Vordergrund die Tröphäe Sekunden vor der Verleihung</p></div>
<p>Lediglich ein dem Berichterstatter unbekannter Teilnehmer mit türkiser Badehose, von den spitzzüngigen Damen des Literaturbetriebs als &#8220;Ijoma-Mangold-Gedächtnishose&#8221; tituliert, vermochte das Tempo von Wörthersee-Forelle-Wilts mitzuhalten, zumal er sich das aparte Bogenmuster sparte und orientierungssicher aufs Ziel zuhielt. Es war ein Wimpernschlag-Finale. Wilts schlug nach Beobachtungen des Berichterstatters wenige Hundertstelsekunden vor ihrem Konkurrenten an.</p>
<p>Kathrin Passig (Autorin, meistens Rowohlt Verlag) setzte verlässlich ihre Zusage um, und sorgte dafür, dass kein Wettkampf-Teilnehmer nach ihr ins Ziel kam.</p>
<p>Mit diesen schönen Bildern &#8211; wie Jo Lendle (DuMont Verlag) es formulierte &#8211; verabschieden wir uns von den Zuschauern und geben zurück ins Funkhaus.</p>
<p>P.S.: Mein Tipp für den morgigen Wettkampf-Teil: Die Jury preiskrönt Olga Martynova. Meine Favoritin Inger-Magia Mahlke hat eine Chance mit aufs Treppchen zu kommen. Der Publikumspreis ist mir ein Rätsel, da bin ich gespannt und freue mich darauf dazuzulernen.</p>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 4</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 15:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Inger-Maria Mahlke]]></category>

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		<description><![CDATA[Prolegomena zu einem Versuch über das Lachen beim Leiden aus streng literarischer Sicht Alles wird tatsächlich immer besser in Klagenfurt. Jetzt ist beim Wettlesen sogar die Literatur besser geworden. Das Beste daran ist, dass nunmehr sogar in tieftraurigen Depressions-Erzählungen nicht &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=490">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Prolegomena zu einem Versuch über das Lachen beim Leiden aus streng literarischer Sicht</strong></h2>
<h3><strong>Alles wird tatsächlich immer besser in Klagenfurt. Jetzt ist beim Wettlesen sogar die Literatur besser geworden. Das Beste daran ist, dass nunmehr sogar in tieftraurigen Depressions-Erzählungen nicht nur tieftraurige Depressions-Erfahrung beschrieben, sondern auch mal ein handfester Witz gerissen wird.</strong></h3>
<p>Ich halte das ja für ein gutes Zeichen. Denn die unerfreulichen Dinge des Lebens sind ebenso wie die erfreulichen für den Schriftsteller letztlich schlicht Material. Will er ein guter Schriftsteller sein, muss er aus dem Material etwas machen. Es transformieren, es verwandeln. Ich habe den Eindruck, als würden sich deutschsprachige Schriftsteller viel zu oft von trübseligen Themen umstandslos zu trübseligen Büchern anregen lassen. Mir scheint es dagegen die größere Kunstleistung zu sein, den Leser spüren zu lassen, welch herbe Lebensfragen gerade literarisch verhandelt werden, ihn aber gelegentlich zu überraschen und herauszufordern, indem schnell mal von Moll in Dur gewechselt oder plötzlich ein Lichtstreif in die ewige Finsternis eingelassen wird. Manchmal wirkt die Finsternis nach so einem Aufflackern gleich noch viel finsterer.</p>
<p>Genau das machte Inger-Maria Mahlke heute früh in ihrer Lesung. Sie erzählt von einer alleinerziehenden Mutter, ehemals Pflegekraft im Krankenhaus, dann Backshop-Bäckerin, die ihren Job verliert und daraufhin als Latex-Domina in einem SM-Studio arbeitet. Dass es ihr bei all dem nicht sonderlich gut geht, liegt nahe, zumal sie Latex offenbar nicht mag und ihre berufliche Neuorientierung vor ihrem Sohn verbergen möchte. Der war aber nach der Schule im Backshop und hat seine Mutter dort vermisst. „Ich bin wieder in der Pflege“, beschwichtigt sie ihm. Und als er nachfragt, auf welcher Station sie arbeite, antwortet sie trocken: „Schmerzpatienten“.</p>
<p>Also, ich fand das saukomisch. Wie der Sohn hier mit der Wahrheit an der Nase herumgeführt wird.  Scharf. Aber leider hat außer mir keiner über die Stelle lachen können.</p>
<p>Fabelhaft gefiel mir, um noch mal kurz den Literaturkritiker rauszukehren, außerdem wie Inger-Maria Mahlke im inneren Selbstgespräch ihrer Helden immer wieder das Subjekt der Sätze weglässt, sobald die von sich selbst spricht: „Hast das Wechselgeld abgezählt…“, „Hattest einen Stein im Bauch…“, „Bist als Vampir zum Fasching gegangen…“ Die Heldin kommt im eigenen inneren Monolog auf diese Weise gar nicht als Person vor, sondern als Leerstelle. Einen solchen Grad von Ich-Leere darf man wohl eine knochenharte Depression nennen. Sprachlich fand ich das reizvoll, denn es bringt zugleich Tempo in die Prosa, ohne sie spröde oder für den Leser mühselig zu machen.</p>
<p>Von mir bekommt Inger-Maria Mahlke hiermit also – Trommelwirbel – einen Stern verliehen, und für den Witz, den sie in das Elends-Einerlei ihrer Heldin geschmuggelt hat, bekommt sie – Fanfaren – gleich noch zwei.</p>
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