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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Oliver Maria Schmitt</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>David Grossman: &#8220;Kommt ein Pferd in eine Bar&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2016 16:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[David Grossman]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Maria Schmitt]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Lust an tierisch bösen Pointen Kleine nachträgliche Überlegung zu David Grossmans fabelhaftem Roman &#8220;Kommt ein Pferd in eine Bar&#8221;. Man kann viel aus diesem Buch lernen &#8211; nicht zuletzt auch manches über die spezielle Bewusstseinslage des komischen Künstlers. &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1746">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Über die Lust an tierisch bösen Pointen</strong></h1>
<h2><strong>Kleine nachträgliche Überlegung zu David Grossmans fabelhaftem Roman &#8220;Kommt ein Pferd in eine Bar&#8221;. Man kann viel aus diesem Buch lernen &#8211; nicht zuletzt auch manches über die spezielle Bewusstseinslage des komischen Künstlers. Bei der extrem hochtourigen Debatte um Jan Böhmermann und seine satirische Gedicht-Kunst hätte das vielleicht nützlich sein können.</strong></h2>
<div id="attachment_1749" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/05/44192531z1.jpg"><img class="size-full wp-image-1749" title="44192531z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/05/44192531z1.jpg" alt="" width="290" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">David Grossman: &quot;Kommt ein Pferd in eine Bar&quot;. Roman. Übersetzung: Anne Birkenhauer. Hanser Verlag, 19,90 Euro</p></div>
<p>Im &#8220;Literarischen Quartett&#8221; vom 29. April hatte ich bereits Gelegenheit, ein paar Gedanken zu David Grossmans großartigem neuen Roman auszubreiten. (Die Sendung ist in der ZDF Mediathek zu finden unter: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst#/beitrag/video/2727238/Das-Literarische-Quartett-vom-2904.2016</p>
<p>Hier möchte ich gern eine zusätzliche Überlegung hinterherschicken.</p>
<p>Es gibt viele Künstlerromane, also Romane, in denen Biographie und berufliche Probleme von Künstlern oder Schriftstellern ausgebreitet werden. Alles in allem ist das ein bei Autoren, aber erstaunlicherweise auch bei Lesern recht beliebtes Genre. Viel selten aber gibt es ein Romane über den Werdegang und die Arbeit von dezidiert komischen Künstlern. Zu denen aber zählt der Held Dovele Grinstein in Grossmans Roman.</p>
<p>Das soll nicht so klingen, als wären Künstler und Künstler mit den besonderen Talent für Komisches zwei grundsätzlich unterschiedliche Naturen. Im Gegenteil. Dennoch gibt es naturgemäß ein paar Spezifika, die den einen Künstler eher ins komische Fach treiben, den anderen eher ins tragische oder elegische. Grossman beschreibt in seinem Roman aus meiner Sicht sehr glaubwürdig die Voraussetzungen, unter denen seine Hauptfigur ihre besonderen komischen Talente entwickelt: und diese Talente zielen keineswegs auf einen sanftmütig heitern sondern auf einen aggressiven, provozierenden, Verletzungen in Kauf nehmenden Witz.</p>
<p>In den ersten drei Aprilwochen wurde hierzulande exzessiv über den aggressiven Witz von Jan Böhmermanns debattiert.  Ob sein Erdoğan-Gedicht nötig / klug / von der Kunstfreiheit gedeckt / noch der Satire zuzurechnen / eine Beleidigung / menschenverachtend / volksverhetztend u.v.a.m. gewesen sei. (Inzwischen werden wieder andere Themen durchs Debattendorf getrieben. Wenn ich alles richtig mitgekriegt habe, ist derzeit die Rente dran. Oder ist die auch schon wieder vorbei?)</p>
<p>Während ich Grossmans Roman über Kindheit und Jugend des Standup-Comedian Dovele Grinstein las, über seinen Zorn auf die Welt und auf nicht wenige Menschen, glaubte ich, die Quelle von Böhmermans komischer und/oder polemischer Energie mit einem Mal genauer verstehen zu können. Großen Einfluss auf die juristischen Bewertung seines Erdoğan-Gedicht hat das zwar nicht, aber Böhmermanns Lust an der Provokation, an die Zuspitzung von Widersprüchen und ausgeprägter Bissigkeit von Pointen wurden mir verständlicher.</p>
<div id="attachment_1750" class="wp-caption alignright" style="width: 299px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/05/37449585z.jpg"><img class="size-full wp-image-1750" title="37449585z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/05/37449585z.jpg" alt="" width="289" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Oliver Maria Schmitt: &quot;Anarchoshnitzel schieen sie. Ein Punk-Roman für die besseren Kreise&quot;. Rowohlt Verlag. eBook. 8,49 Euro</p></div>
<p>Kurz: Ich möchte den Roman dem literaturempfänglichen Teil des Publikum nicht nur deshalb ans Herz legen, weil es schicht ein großartiger Roman ist. Sondern auch, weil man hier meines Erachtens eine Menge lernen kann über die Antriebe, Motive und Ziele der komischen Kunst. Als Nachtrag zur Böhmermann-Debatte ist das in meinen Augen sehr reizvoll.</p>
<p>Gestern hatte ich Gelegenheit mit Oliver Maria Schmitt, Ex-Chefredakteur der Titanic und Autor einiger zauberhaft böser komischer Romane (&#8220;Anarchoshnitzel schreen sie&#8221;und Sammelbände, ein paar Minuten über Grossmans neuen Roman zu sprechen. Ich bat ihn, sich das Buch anzuschauen und meinen Eindruck zu überprüfen. Er gehört zweifellos zu den Leuten, die etwas von scharfer Komik und aggressivem Witz verstehen. Ich bin gespannt.</p>
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		<title>Buch &amp; Bar (17): Oliver Maria Schmitt</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2015 16:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Maria Schmitt]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach dem vermissten Rum oder: Pointen pflastern seinen Weg Klar, Essen ist auch wichtig. Aber in dieser Kurz-Kolume BUCH &#38; BAR geht es nur um Lesen und Trinken. Warum? Weil beides, in richtiger Qualität und Dosierung, einen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1237">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Auf der Suche nach dem vermissten Rum oder: Pointen pflastern seinen Weg</strong></h1>
<h2><strong>Klar, Essen ist auch wichtig. Aber in dieser Kurz-Kolume BUCH &amp; BAR geht es nur um Lesen und Trinken. Warum? Weil beides, in richtiger Qualität und Dosierung, einen kostbaren Fingerbreit über die klägliche Wirklichkeit hinausheben kann.</strong></h2>
<h2><strong>Heute: Über berauschendes Lesen, Lachen und Trinken<br />
</strong></h2>
<p>Wenn es gerecht &#8211; oder wenigstens unterhaltsam &#8211; zuginge auf dieser Welt, hätte Oliver Maria Schmitt längst seine Late Night Show. Er ist schneller als Lucky Luke, witziger als Oliver Welke, dreckiger als Harald „Dirty Harry“ Schmidt in besten Zeiten. Aber mal ehrlich: deutsches Fernsehen und echt schnelle, echt dreckige, echt witzige Witze?</p>
<div id="attachment_1241" class="wp-caption alignright" style="width: 299px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2015/06/41775950z.jpg"><img class="size-full wp-image-1241" title="41775950z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2015/06/41775950z.jpg" alt="" width="289" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Oliver Maria Schmitt: &quot;Ich bin dann mal Ertugrul&quot;. Traumreisen durch die Hölle und zurück. Rowohlt Berlin 2015. 16,96 Euro (E-Book: 14,99 Euro)</p></div>
<p>Zum Trost gibt es Oliver Maria Schmitt  in Buchform. Auch das ein Oliver Maria Schmitt in Hochform. Als er einst im legendären Frankfurter „Klabunt“ (die einzige Kneipe, in der ich je einen Pilz-Schnaps angeboten bekam &#8211; und auch trank) seinen Punkroman <em>Anarcho-Shnitzel schrieen sie</em> vorstellte, nahm die Luftnot durchs Lachen medizinisch bedenkliche Formen an. Jetzt erscheinen seine höchst pointenträchtigen Abenteuerreiseberichte <em>Ich bin dann mal Ertugrul</em> (Rowohlt, 16,95 Euro), ebenfalls erstklassige Witz-Ware. Ob er zum Hemingway-Lookalike-Contest in Key West antritt, ob er besten Bordeaux-Experten weltweit eine „Assemblage“ von sehr gutem Rotwein mit sehr guter Cola („Keine Pepsi!“) vorschlägt oder auf der Frankfurter Buchmesse ein Romanmanuskript vertickt &#8211; immer ist er dreist, bissig, knallhart komisch.</p>
<p>Ganz Nicaragua stellt <span style="text-decoration: underline;">Schmitt</span> auf den Kopf bei der Suche nach dem sagenhaften Rum Flor de Caæa Centenario Gold 18 yrs.. Doch als er das sanfte, bernsteinfarbene Wunder endlich in Händen hält, verkneift sogar er sich jeden vorlauten Witz. Weil das Wort „Goldrausch“ für ihn mit einem Mal eine völlig neue Bedeutung erhält.</p>
<address><em>Die Kolumne erschien im Focus vom 25. April 2015. </em></address>
<address><em> 2014 startete meine Kurz-Kolumne Buch &amp; Bar im Focus. Sie ist schon deshalb unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></address>
<p>&nbsp;</p>
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