<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Karl Marx</title>
	<atom:link href="http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;tag=karl-marx" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.uwe-wittstock.de</link>
	<description>Über Literatur und Literaten</description>
	<lastBuildDate>Mon, 11 May 2026 08:37:49 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5</generator>
		<item>
		<title>Feature Marx und Engels</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2344</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2344#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2018 10:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Engels]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2344</guid>
		<description><![CDATA[Zwei Freunde, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten Ich habe für den Hessischen Rundfunk ein Feature geschrieben über die Freundschaft von Karl Marx und Friedrich Engels. Es wird am kommenden Sonntag von 18 Uhr abends an auf HR2 zu hören &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2344">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Zwei Freunde, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten</strong></h1>
<h2><strong>Ich habe für den Hessischen Rundfunk ein Feature geschrieben über die Freundschaft von Karl Marx und Friedrich Engels. Es wird am kommenden Sonntag von 18 Uhr abends an auf HR2 zu hören sein.</strong></h2>
<div id="attachment_2345" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/04/friedrich-engels-karl-marx-100_t-1520341791753_v-16to9.jpg"><img class="size-medium wp-image-2345" title="friedrich-engels-karl-marx-100~_t-1520341791753_v-16to9" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/04/friedrich-engels-karl-marx-100_t-1520341791753_v-16to9-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Bärtige Freunde: Friedrich Engels / Karl Marx</p></div>
<p>Schon äußerlich waren sie ein ungleiches Paar: Friedrich Engels groß, schlank, und sportlich, Karl Marx dagegen gedrungen, mit seltsam eckigen Bewegungen und einer Leidenschaft für Aufenthalte in Bibliotheken. Aber auch sonst waren sie höchst gegensätzlich: Marx kam aus einer aufgeklärten, Engels aus einer frömmlerischen Familie. Marx bemühte sich zeitlebens um den Anschein gutbürgerlicher Lebensformen, während Engels sie als Zwang empfand und lange mit zwei Frauen gleichzeitig zusammenlebte. Marx arbeitete chaotisch, und hinterließ bergeweise unfertige Manuskripte. Engels war ein elegant formulierender Journalist und Autor, der in kürzester Zeit klar strukturierte Bücher zu schreiben vermochte.</p>
<p>Dennoch wurde ihre Freundschaft neben der von Goethe und Schiller zu der wohl bedeutendsten der deutschen Geistesgeschichte. Das Feature geht der Frage nach, wie derart unterschiedliche Menschen über fast vier Jahrzehnte zu einer überaus produktiven Zusammenarbeit finden konnten. Er rekonstruiert ihr Verhältnis vor allem aus dem Briefwechsel der beiden Männer, in dem sie nahezu alles teilten: ihre politisch hochfliegenden Pläne ebenso wie ihre intimsten Geheimnisse, ihren Antisemitismus ebenso wie ihre Neigung, nahezu alle anderen Sozialisten lustvoll zu beleidigen und herabzuwürdigen. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft des 19. Jahrhunderts, ohne die die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts einen anderen Verlauf genommen hätte.</p>
<h3><strong>Über den Sender geht das Feature am</strong><strong> 22. April von 18:04 Uhr bis 19 Uhr in hr2-kultur</strong></h3>
<p><strong>Anschließend ist es im streaming nachzuhören (kein Download möglich)</strong></p>
<p>Link:  <strong><a href="https://www.hr2.de/literatur/hoerspiel-feature/index.html" target="_blank" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?hl=de&amp;q=https://www.hr2.de/literatur/hoerspiel-feature/index.html&amp;source=gmail&amp;ust=1524029988282000&amp;usg=AFQjCNHHEWVmCpu1r5svxsAtiOpTfUFfxA">https://www.hr2.de/literatur/<wbr>hoerspiel-feature/index.html</wbr></a></strong></p>
<p><strong>(auf der Seite muss man etwas runterscrollen)</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=2344</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Interview zu &#8220;Karl Marx beim Barbier&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2337</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2337#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2018 14:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx beim Barbier]]></category>
		<category><![CDATA[Marxismus. Biografie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2337</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Karl Marx beim Barbier&#8221;. Ein Interview WDR 3 Mosaik &#124; 13.04.2018 &#124; 08:33 Min Der WDR3 hat in seiner Sendung Mosaik ein schönes Interview mit mir gemacht zu meinem Buch &#8220;Karl Marx beim Barbier&#8221;. Hier ist der Link zur Mediathek, &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2337">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>&#8220;Karl Marx beim Barbier&#8221;. Ein Interview</strong></h1>
<h1><strong>WDR 3 Mosaik | 13.04.2018 | 08:33 Min</strong></h1>
<h2><strong>Der WDR3 hat in seiner Sendung Mosaik ein schönes Interview mit mir gemacht zu meinem Buch &#8220;Karl Marx beim Barbier&#8221;. Hier ist der Link zur Mediathek, wo das Interview nachgehört werden kann:</strong></h2>
<p><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-karl-marx-beim-barbier-100.html" target="_blank" data-saferedirecturl="https://www.google.com/url?hl=de&amp;q=https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-karl-marx-beim-barbier-100.html&amp;source=gmail&amp;ust=1523974025695000&amp;usg=AFQjCNHO0ZFwpnTuktZpIwxPcStkKu1ivA">https://www1.wdr.de/mediathek/<wbr>audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-<wbr>karl-marx-beim-barbier-100.<wbr>html</wbr></wbr></wbr></a></p>
<p>Zur Sicherheit hier noch einmal als Download:</p>
<p><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/04/MARXwdr3.mp3">MARXwdr3</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=2337</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2018/04/MARXwdr3.mp3" length="8421989" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Buch&amp;Bar 121: Björn Akstinat und Simon Akstinat  &#8220;Marx &amp; Engels intim&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2289</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2289#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Jul 2017 09:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Akstinat]]></category>
		<category><![CDATA[Ferdinand Lassalle]]></category>
		<category><![CDATA[Ferdinand von Freiligrath]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Engels]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Akstinat]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Liebknecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2289</guid>
		<description><![CDATA[Meisterbeleidiger Marx Heute in Buch&#38;Bar: Über das Vergnügen an superscharfen Sachen beim Lesen und Trinken Kürzlich, als ich in herrlicher Sommer-Abendsonne über Berlins Torstraße ging, fiel mein Blick in einem der Schaufenster auf eine Flasche Marx-Gin mit der vollbärtigen Karl &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2289">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Meisterbeleidiger Marx</strong></h1>
<h2><strong>Heute in Buch&amp;Bar: Über das Vergnügen an superscharfen Sachen beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div>
<div id="attachment_2290" class="wp-caption alignright" style="width: 343px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/41ROhVIIuBL._SX331_BO1204203200_.jpg"><img class="size-full wp-image-2290" title="41ROhVIIuBL._SX331_BO1,204,203,200_" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/07/41ROhVIIuBL._SX331_BO1204203200_.jpg" alt="" width="333" height="499" /></a><p class="wp-caption-text">Björn Akstinat und Simon Akstinat: &quot;Marx &amp; Engels intim&quot;. Erstaunliches aus dem unzensierten Briefwechsel von Karl Marx und Friedrich Engels. IMH Service. (Vertrieb über amazon) 9,95 Euro</p></div>
<p>Kürzlich, als ich in herrlicher Sommer-Abendsonne über Berlins Torstraße ging, fiel mein Blick in einem der Schaufenster auf eine Flasche <strong>Marx-Gin</strong> mit der vollbärtigen Karl Marx-Ikone auf den Etikett. Ich mochte beides und suchte seither nach einem passenden und aktuellen Marx-Buch, um den Gin hier in der Kolumne unterbringen zu können.</p>
<p>Gefunden habe ich „<strong>Marx &amp; Engels intim“</strong> (IMH-Service, 9,95 Euro). Die Herausgeber <strong>Björn</strong> und <strong>Simon Akstinat</strong>  haben in dem Taschenbüchlein bemerkenswerte Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Marx und Engels zusammengestellt. Ich beschränke mich hier mit meinen Zitaten ausschließlich auf Marx’ erstaunliche Freude an Beleidigungen: Engels’ Vater nennt er brieflich einen „Schweinehund“. Von einem frisch verstorbenen Onkel spricht er dagegen nur als einem „alten Hund“. Ferdinand Lassalle, den Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, bezeichnet er als der „jüdischen Nigger“ oder „wasserpolackischen Juden“. In seiner Funktion als Vorkämpfer der Arbeiterklasse schrieb er : „Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht.“ Von dem Mitgründer der SPD Wilhelm Liebknecht spricht er als „Vieh“ und von dem linken Dichter Ferdinand von Freiligrath als „Scheißkerl“. Über seinen Schwiegersohn Paul Lafargue, dessen Mutter eine kubanische Kreolin war, behauptet Marx, er habe eine „üble Narbe von dem Negerstamm“ habe. Die Pointe, dass Marx ihn außerdem in einem Brief an eine Tochter den „Abkömmling eines Gorillas“ nannte, haben die Herausgeber ausgespart. Darauf einen kräftigen Schluck Marx-Gin. Prost.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=2289</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Buch&amp;Bar 101: Andrea Diener &#8220;Ab vom Schuss&#8221;</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2165</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2165#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 09:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Diener]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2165</guid>
		<description><![CDATA[Irgendwo im nirgendwo der mongolischen Steppe Heute: Über das Ende der Landlust beim Lesen und Trinken Manche Menschen mögen keine Städte. Sie leben gern zwischen Feld, Wald und Wiese. Schön. Andere Menschen sehen das anders, Karl Marx zum Beispiel sprach &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2165">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Irgendwo im nirgendwo der mongolischen Steppe</strong></h1>
<h2><strong>Heute: Über das Ende der Landlust beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2166" class="wp-caption alignright" style="width: 315px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/03/44981373z.jpg"><img class="size-full wp-image-2166" title="44981373z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/03/44981373z.jpg" alt="" width="305" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Andrea Diener: &quot;Ab vom Schuss&quot;. Reisen in die internationale Provinz. Rowohlt Verlag. 14,99 Euro</p></div>
<p>Manche Menschen mögen keine Städte. Sie leben gern zwischen Feld, Wald und Wiese. Schön. Andere Menschen sehen das anders, Karl Marx zum Beispiel sprach vom „Idiotismus des Landlebens“. Als Kind der Südeifel im frühen 19. Jahrhundert wusste er verdammt genau, wovon er da sprach. Aber das ist lange her, und wer glaubt heute noch an Karl Marx? Nicht mal Sahra Wagenknecht.</p>
<p><strong>Andrea Diener</strong> hat sich in einigen echt öden Weltwinkeln rumgetrieben für ihr Buch <strong>„Ab vom Schuss“</strong> (Rowohlt, 14,99 Euro). Ihr Resümee lautet bündig: „Provinz ist da, wo Landlust aufhört.“ Sie ist eine Frau mit Witz und Stil und Verstand. Selbst den verstaubtesten Gegenden kann sie wahlweise ein wenig Charme oder zumindest eine Pointe abgewinnen. Sie spielte Minigolf im Westharz. Besuchte einen Vergnügungspark in der chinesischen Kleinstadt Kaifeng. War zu Gast in einer insolventen Glasbläserei in Slowenien. Streifte durch ein russisches Museum irgendwo in der mongolischen Steppe. Kurz, sie schreckte vor nichts zurück. Aber sie lebt in Frankfurt, umgeben von Hochhäusern.</p>
<p>Voller Bewunderung hebe ich mein Glas auf Frau Diener und ihren Mut. Sicherheitshalber habe ich das Glas zuvor füllen lassen mit einem <strong>Cosmopolitan</strong>-Cocktail: 3 cl Wodka Zitrone, 1 cl Cointreau, 4 cl Cranberrysaft, 1 cl Limettensaft. Das ist der favorisierte Drink aus „Sex and the City“. Betonung liegt eindeutig auf „City“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=2165</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gespräch mit Martin Mosebach über Charles Dickens</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1618</link>
		<comments>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1618#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2016 14:38:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Dickens]]></category>
		<category><![CDATA[J.K. Rowling]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1618</guid>
		<description><![CDATA[ &#8221;Vor allem: keine Psychologie!&#8221; Ein Gespräch mit dem Erzähler Martin Mosebach über den gigantischen Erfolg des Erzählers Charles Dickens, der heute Geburtstag hat: Weshalb seine Romane das Vorbild für Entenhausen sind, warum er zwar die Kinderarbeit seiner Zeit anprangerte, aber &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1618">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong> &#8221;Vor allem: keine Psychologie!&#8221;</strong></h1>
<h2><strong>Ein Gespräch mit dem Erzähler Martin Mosebach über den gigantischen Erfolg des Erzählers Charles Dickens, der heute Geburtstag hat: Weshalb seine Romane das Vorbild für Entenhausen sind, warum er zwar die Kinderarbeit seiner Zeit anprangerte, aber über die Kinderprostitution kein Wort verlor und wieso er die Gesetze der kapitalistischen  Gesellschaft besser verstanden hatte als Karl Marx<br />
</strong></h2>
<p><strong>Uwe Wittstock: </strong>  Dickens’ Erfolg ist gigantisch. Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von mehreren hundert Millionen. „Oliver Twist“ wurde mehr als 20-mal verfilmt, noch häufiger die Weihnachts-Geistergeschichte um den herzlosen Scrooge. Was macht diese literarische Anziehungskraft aus?</p>
<div id="attachment_1621" class="wp-caption alignright" style="width: 308px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/33194133z1.jpg"><img class="size-full wp-image-1621" title="33194133z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/33194133z1.jpg" alt="" width="298" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Hans-Dieter Gelfert: &quot;Charles Dickens, der Unnachahmliche&quot;. Eine Biografie. Verlag C.H. Beck, 14,95 Euro</p></div>
<p><strong>Martin Mosebach:</strong>   Die berühmten Romane „Oliver Twist“ und „David Copperfield“ oder auch die „Weihnachtsgeschichte“ haben den Welterfolg des Genres Jugendliteratur erst eigentlich möglich gemacht. Ihr Rezept: eine klare Trennung zwischen bösen und guten Charakteren und dazu einen jungen Helden, der sich als Identifikationsfigur anbietet. Jeder Jugendliche, der sich einsam, unverstanden und also unglücklich fühlt – wie man das als junger Mensch gelegentlich tut -, findet in diesen Romanen ein literarisches Gegenüber, in das er sich einfühlen kann. Und am Schluss siegt das Gute. Der junge Held triumphiert, die Sehnsucht junger Leser nach Anerkennung und Größe erfüllt sich. Die zahllosen jugendlichen Helden in den Jugendbüchern des 20. Jahrhunderts sind Enkel und Urenkel von Oliver Twist.</p>
<p><strong>Wittstock:</strong>   Zugleich sind Dickens’ Romane sehr komisch.</p>
<p><strong>Mosebach: </strong>  Ja, das bunte Personal, das die Helden in Dickens’ Romanen umgibt, ist immer wieder hinreißend. Dickens hat die Figuren der italienischen Commedia dell’Arte und der altenglischen Weihnachtspantomime in die Prosaliteratur eingeführt und mit dem Gesellschaftsroman verschmolzen. Er hatte eine unerschöpfliche Fantasie, wenn es darum ging, kauzige, kuriose, witzige Nebenfiguren zu erfinden. Aber auch gruselige, erschreckende, beängstigende Gestalten. Er hat damit ein bis in unsere Gegenwart vielfach benutztes Erzählmodell entwickelt. Ganze Comic-Welten wie Disneys Entenhausen oder das Springfield der Simpsons folgen diesem Muster: Um eine Zentralfigur schart sich ein Ensemble von drolligen, leicht wiedererkennbaren Typen, die in bunter Folge auf- und wieder abtreten und so ein komisches Milieu erschaffen. Vor allem: keine Psychologie! Stattdessen: Typen- und Maskentheater! Auch „Harry Potter“ geht letztendlich auf Charles Dickens zurück: der jugendliche Held, umgeben von einer schier unüberschaubaren Menge bizarrer oder eben schauerlich-fantastischer Nebenfiguren.</p>
<div id="attachment_1622" class="wp-caption alignleft" style="width: 322px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/23319392z.jpg"><img class="size-full wp-image-1622" title="23319392z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/23319392z.jpg" alt="" width="312" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Charles Dickens: &quot;David Copperfield&quot;. Fischer Taschenbuch Verlag, 9,50 Euro</p></div>
<p><strong>Wittstock:</strong>   Anders als J. K. Rowling war Dickens ein ausgesprochen sozialkritischer Autor. Das Bild von der Not der Arbeiter im Manchester-Kapitalismus ist maßgeblich von Dickens mitgeformt worden.</p>
<p><strong>Mosebach:  </strong> Dickens hatte die Schattenseiten seiner Zeit am eigenen Leib erfahren. Er erlebte den sozialen Abstieg seiner Familie, als sein Vater ins Schuldgefängnis kam und er als Zwölfjähriger für zehn Stunden täglich zur Arbeit in eine Schuhwichsfabrik geschickt wurde. Er sah die gnadenlose Welt der Armen mit den Augen des abgestiegenen Bürgerlichen, der diesen Abstieg als Schande empfindet. Die Erinnerung an diesen realen Albtraum hat ihn zeitlebens nicht verlassen.</p>
<p><strong>Wittstock:</strong>   Hat Dickens mit seinen Büchern zur Einschränkung der Kinderarbeit beigetragen?</p>
<p><strong>Mosebach: </strong>  Nicht nur mit seinen Büchern. Er polemisierte in zahllosen Zeitungsartikeln gegen die Lasten, die man in seiner Zeit den Kindern auflud. Andererseits hat er in seinen Romanen bestimmte Themen konsequent ausgespart: Die ganze Welt der Erotik und des Sexus zum Beispiel kommen bei ihm nicht vor. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in England ja nicht nur das Elend der Arbeitshäuser, in denen Oliver Twist fast umkommt. Vollständig wäre das Bild der Epoche erst, wenn Dickens auch die aus der Armut geborene Kinderprostitution beschrieben hätte, die damals an der Tagesordnung war. Dostojewski hat das gewagt. Doch die viktorianische Gesellschaft war zu prüde, um so etwas offen zur Sprache zu bringen. Auch damals gab es Sextourismus: Allerdings musste der Gentleman der englischen Middle Class nicht auf andere Kontinente reisen, sondern nur in die Armenviertel Londons.</p>
<p><strong>Wittstock: </strong>  Aber Dickens war kein Ideologe. Er hätte Karl Marx im London seiner Zeit treffen können, aber marxistische Ideen waren im völlig fremd.</p>
<div id="attachment_1623" class="wp-caption alignright" style="width: 308px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/26366498z.jpg"><img class="size-full wp-image-1623" title="26366498z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/02/26366498z.jpg" alt="" width="298" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Mosebach: &quot;Schöne Literatur&quot;. Essays. dtv. 9,90 Euro</p></div>
<p><strong>Mosebach:</strong>   Die gesellschaftliche Ordnung wird in seinen Romanen nie in Frage gestellt. Letztlich war das soziale Elend viel größer, als er es schilderte. Dickens war kein Zola, er beschrieb das Elend so abgemildert, dass seine Leser es gerade noch ertragen konnten. Und die Lösung seiner Romane ist immer, dass zum guten Ende wohlhabende, gütige Menschen den Armen helfen und ihnen ihr Los erleichtern, nachdem vorher viele hartherzig weggeschaut haben. Auf diese Weise hat Dickens an das Gewissen seiner Leser appelliert. Man darf nicht vergessen: Marx rechnete fest mit einer proletarischen Revolution in England. Dickens’ Romane dagegen zielten darauf, das soziale Verantwortungsgefühl der bürgerlichen Leser zu schärfen. Er ist das literarische Pendant zum Tory-Premierminister Disraeli und seinem konservativen Paternalismus. Allerdings hatten die Engländer damals Kolonien, in die sie einen Teil ihrer sozialen Probleme verlagern konnten.</p>
<p><strong>Wittstock:</strong>   War Dickens also ein Moralist?</p>
<p><strong>Mosebach:</strong>   Er glaubte fest an eine Kombination aus Vernunft und gutem Herzen. Man kann das naiv nennen. Aber es lag in diesem Glauben, so wie Dickens ihn in seinen Romanen ausgesprochen hat, zweifellos eine Kraft – auch politisch. Die Doktrin, die er erzählend propagiert hat, lautete: Gutsein lohnt sich. Man darf ihn deshalb wohl einen Moralisten nennen, denn er warb eben nicht für utopische Ziele, sondern für eine Linderung konkreter Leiden, die letztlich im Interesse der gesamten Gesellschaft lag. Rückblickend könnte man sagen: Dickens hat die Gesetze der kapitalistischen Gesellschaft besser verstanden als Karl Marx.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=1618</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
