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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; David Foster Wallace</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Buch&amp;Bar 98: David Foster Wallace &#8220;Der große rote Sohn&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2017 09:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[David Foster Wallace]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Rebell zwischen lauter Lustgeschrei Heute: Über den  Kampf gegen Klischees beim Lesen und Trinken Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, darf man als Besucher einer Sex-Messe erwarten, mit bedenklichen Obsessionen konfrontiert und um den Inhalt seiner Brieftasche erleichtert zu &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2155">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Der Rebell zwischen lauter Lustgeschrei</strong></h1>
<h2><strong>Heute: Über den  Kampf gegen Klischees beim Lesen und Trinken</strong></h2>
<div id="attachment_2156" class="wp-caption alignright" style="width: 322px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/02/45003142z.jpg"><img class="size-full wp-image-2156" title="45003142z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2017/02/45003142z.jpg" alt="" width="312" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">David Foster Wallace: &quot;Der große rote Sohn&quot;. Übersetzung: Ulrich Blumenbach. Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch. 7,99 Euro</p></div>
<p>Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, darf man als Besucher einer Sex-Messe erwarten, mit bedenklichen Obsessionen konfrontiert und um den Inhalt seiner Brieftasche erleichtert zu werden. So weit, so gut und alles im grünen Bereich. Dort aber Zeuge ernster Selbstprüfung eines der Nacktkörper-Vermarkter zu werden, damit ist nicht unbedingt zu rechnen.</p>
<p>1998 besuchte der Schriftsteller <strong>David Foster Wallace</strong> eine Sex-Messe samt Pornofilm-Preisverleihung. Und schrieb darüber die scharfsinnige und witzige und 100 Seiten lange Reportage <strong>„Der große rote Sohn“</strong> (Kiepenheuer &amp; Witsch, 7,99 Euro). Die Sexindustrie liebt es, stellt er fest, gewissenhaft all die Klischees zu erfüllen, die über sie im Umlauf sind. Sie ist vulgär, geldgierig, brutal, rücksichtslos. Bis Wallace einen komplett scharlachrot gekleideten Porno-Filmemacher trifft, der sich nach der guten alten Zeit sehnt, als sein Gewerbe noch verrucht und fast verboten war: „Irgendwie ist es schon langweilig geworden. Heute schaut das jeder. Früher waren wir Rebellen. Heute sind wie Scheißgeschäftsleute.“</p>
<p>Überraschend, nicht war? Ein Moment melancholischer Lebensbilanz inmitten von routiniertem Lustgeschrei. Manchmal ist die Welt doch anders als die Klischees. Aber leider nur manchmal. In einem kreuzbraven Restaurant ließ ich mir mal den angeblich aufregenden Aperitif <strong>„Porn Star Martini“</strong> servieren: Vanilla Vodka, Passionsfrucht-Likör, -püree und -saft sowie Vanillezucker. Dazu in einem Extraglas: Prosecco. Klingt nach einer Menge Passion. Schmeckte aber kreuzbrav süßlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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		<title>Buch&amp;Bar 51: David Foster Wallace: &#8220;Schrecklich amüsant &#8211; aber in Zukunft ohne mich&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2016 10:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch & Bar]]></category>
		<category><![CDATA[David Foster Wallace]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese herrliche Entmündigung Heute: Über ebenso agoraphobisches wie kreuzfahrtkritisches Lesen und Trinken Klar, Essen ist auch wichtig. Aber in dieser Kurz-Kolume BUCH &#38; BAR geht es nur um Lesen und Trinken. Warum? Weil beides, in richtiger Qualität und Dosierung, einen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=1576">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Diese herrliche Entmündigung</strong></h1>
<h2><strong>Heute: Über ebenso agoraphobisches wie kreuzfahrtkritisches Lesen und Trinken</strong></h2>
<h3><em><strong>Klar, Essen ist auch wichtig. Aber in dieser Kurz-Kolume BUCH &amp; BAR geht es nur um Lesen und Trinken. Warum? Weil beides, in richtiger Qualität und Dosierung, einen kostbaren Fingerbreit über die klägliche Wirklichkeit hinausheben kann.</strong></em></h3>
<div id="attachment_1580" class="wp-caption alignright" style="width: 322px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/01/42761460z1.jpg"><img class="size-full wp-image-1580" title="42761460z" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2016/01/42761460z1.jpg" alt="" width="312" height="475" /></a><p class="wp-caption-text">David Foster Wallace: &quot;Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich&quot;. Übersetzt von Marcus Indendaay. Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln 2015. 7,99 Euro</p></div>
<p>Wenn ich mir eine Hölle auf Erden vorstellen soll, stehen Karibik-Kreuzfahrten nicht ganz oben auf der Liste. Solange das Wetter gut ist, mir nirgends ein Hurrikan auflauert und die Redaktion die Rechnung zahlt, müsste sich das aushalten lassen.</p>
<p>Dachte ich, bis ich die furiose Kreuzfahrt-Reportage <strong>„Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“</strong> von <strong>David Foster Wallace</strong> (Kiepenheuer &amp; Witsch, 7,99 Euro) las. Äußerlich hatte Wallace Glück: Wetter gut, kein Hurrikan, Redaktion zahlt. Doch innerlich war er Agoraphobiker, hatte also Angst vor großen, freien Räumen (wie endlosen Ozeanen) und wimmelnden Menschenmassen (wie gut besuchten Sonnendecks auf Karibik-Dampfern).</p>
<p>Kurz, Wallace war der falsche Mann am falschen Platz – so wie viele andere große Schriftsteller vor und nach ihm auch. Aber mit seinem phobisch geschärften Blick registrierte er deshalb besonders genau, wie entmündigend das permanente Unterhaltungsprogramm an Bord ist und wie der schwimmende Vergnügungspark namens Traumschiff seine Passagiere mit den immer gleichen vorgestanzten Plastik-Karibik-Erlebnissen abfüttert.</p>
<p>Das Beste aber sind Witz und Selbstironie von Wallace. Er jammert nicht, sondern macht sich lustig – vor allem über sich selbst. Seine Reportage ist, ich schwöre es, auf jeder einzelnen Seite spritzig, geistreich, dreist und leicht überdreht, also ein intelligenter Genuss wie man ihn nur selten in die Finger bekommt.</p>
<p>Schon aus Sympathie mit allen Agoraphobikern dieser Welt sollte man das Buch in einer kleinen, engen, möglichst menschenleeren Bar lesen und dazu keinen karibisch aufgeregten Obstsalat-Cocktail wie Planter’s Punch trinken, sondern sich einen stillen, urbanen <strong>Manhattan</strong> bestellen, ganz klassisch gemixt mit mildem kanadischem Whisky (wie Tap 357), wirklich trockenem Wermut (wie Noilly Prat) und zwei Spritzern Angostura. Definitiv nicht die Hölle auf Erden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>2014 startete BUCH &amp; BAR im Focus. Die Kolumne ist schon deshalb absolut unverzichtbar, weil sie dem weltbewegenden Zusammenhang zwischen Lieblingsbegleiter BUCH und Lieblingsaufenthaltsort BAR nachgeht, zwischen Geschriebenem und Getrunkenem, zwischen der Beschwingtheit, in die manche Dichter ebenso wie manche Drinks versetzen können. Also haargenau das,  worauf jeder überzeugte Büchersäufer immer schon gewartet hat – weshalb ich die Kolumnen hier gern frisch auf die Theke meines Blogs serviere.</em></p>
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