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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Jan Wiele</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Klaglos in Klagenfurt 1</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jul 2012 16:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaglos in Klagenfurt. Eine Kurzzeit-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Ingeborg Bachmann]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Wiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Also sprach Wiele Der Bachmann-Auftakt ist schon mal fabelhaft, denn im Zug nach Klagenfurt las ich in der Frankfurter Allgemeinen von heute (4.Juli) eine kritische Einstimmung auf den Wettbewerb von Jan Wiele und eine bessere kritische Einstimmung als Wieles kann &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=460">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Also sprach Wiele</strong></h2>
<h3><strong>Der Bachmann-Auftakt ist schon mal fabelhaft, denn im Zug nach Klagenfurt las ich in der <em>Frankfurter Allgemeinen</em> von heute (4.Juli) eine kritische Einstimmung auf den Wettbewerb von Jan Wiele und eine bessere kritische Einstimmung als Wieles kann ich mir gar nicht vorstellen.</strong></h3>
<p>Jan Wiele hat Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen und sich gemerkt, was drinsteht. Doch zu seinem Entsetzen nehmen am Wettlesen in Klagenfurt auch Schriftsteller teil, die keine Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen haben und nicht wissen, was drin steht. Wiele findet das „frappierend“.</p>
<p>Klar, Wiele kennt sich aus und weiß: Es geht beim Bachmannpreis nicht darum, so zu schreiben wie Ingeborg Bachmann. Das wäre ja „absurd“, haha, schreibt er. Aber irgendwie wurmt ihn die Sache, und also hält er sicherheitshalber doch mal Ausschau nach ein paar heißen Sätzen aus Ingeborg Bachmanns Literatur-Schatzkästlein, die er im Befehlston brüllen kann, um diesen kenntnislosen Schriftsteller-Sauhaufen sauber ausgerichtet in Klagenfurt antreten zu lassen: lauter stramme Bachmänner.</p>
<p>Er selber hat nämlich, wir erinnern uns, Bücher von Ingeborg Bachmann gelesen und sich gemerkt was drinsteht. Und das sollen jetzt gefälligst alle machen. Also gibt er erst mal die am tötesten totgeritten Bachmann’sche Wahrheit zum Besten, nämlich dass dieselbe, also die Wahrheit, dem Menschen zumutbar sei. Man merkt, selbst vor komplett abgenudelten Plattitüden hat Wiele keine Angst, weshalb er umgehend zu einer greift und unserer bachmannfernen Oberflächenliteratur (Wiele) oberlehrerhaft „ins Stammbuch“ schreibt: „Aber Darstellung verlangt Radikalisierung und kommt aus Nötigung“. Wow! Wer wollte daran zweifeln, dass dieser wunderbare Satz die ultimative Schriftstellernothilfe in allen Schreibnotlagen ist.</p>
<p>Aber so richtig Fahrt nimmt Wiele erst auf, wenn es um Ingeborg Bachmanns Poetikvorlesung geht. Hier kehrt er den Klare-Kante-Wiele raus und erlässt Verordnungen für schlichtweg jeden Autor, wie es sich selbst die Sippe Kim nur in Nordkorea traut. Denn was von Ingeborg Bachmann in dieser Vorlesung „über ‚das schreibende Ich‘ oder den ‚Umgang mit Namen‘ in literarischen Texten gesagt wird, sollte jeder, der selbst einen verfassen möchte, einmal gehört haben.“ Also sprach Wiele.</p>
<p>Kurz: Ohne Bachmann geht nichts. Gar nichts. Wer ihr Werk nicht kennt, kann literarisch einpacken – soviel wurde mir klar mit Wieles Hilfe inmitten der hochdramatischen, ach, was schreibe ich: nervenzerfetzenden Alpenlandschaften auf dem Weg nach Klagenfurt. Doch das ist längst nicht alles, was Wiele allen Bachmann-Ignoranten in seinem Artikel hinreibt. Er kann‘s noch besser. Bachmanns Werk ist, schreibt er, „noch immer nicht ganz ausgemacht“. Selbst die jüngsten Editionen erfüllen nur eine „‘Basisfunktion‘ für die Forschung“, bis der „Briefnachlass“ der Autorin 2025 geöffnet werden dürfe.</p>
<p>Wahnsinn! Ohne das Werk Bachmanns ist man literarisch eine Null, das Werk Bachmanns aber „noch immer nicht ganz ausgemacht“ – also irgendwie noch gar nicht richtig da, noch gar nicht richtig zu verstehen.</p>
<p>Ja, und wie geht’s jetzt weiter? Ist die Literatur jetzt vorübergehend geschlossen, bis Bachmanns Briefe 2025 aufgemacht werden? Was sollen die Schriftsteller solange tun? Nichts mehr schreiben? Auch nichts mehr lesen? Besser ins Kino gehen? Warten, bis Wiele die Briefe sauber hinten aufschlitzt, sie liest, sich merkt und uns allen erklärt, was drinsteht? Ist das alles, was den Autoren dieser Welt übrig bleibt? Fragen über Fragen. Wer gibt Antwort? Himmel hilf! Oder besser: Wiele hilf! Wiele weiß bestimmt Bescheid.</p>
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