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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Homer</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Die Dichter des Zorns</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2012 12:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Literatur über einen Erregungszustand: Zorn Ein Radioessay Für Literatur, die sich unübersehbar dem Wahren, dem Schönen, dem Guten verschrieben hat, gibt es kaum Rechtfertigungsprobleme. Es gehört zur vertrauten humanistischen Vorstellungswelt, dass die Arbeit der Dichter aufs Positive zielt. Man glaubt &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=717">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Literatur über einen Erregungszustand: Zorn<br />
Ein Radioessay</strong></h2>
<h3><strong>Für Literatur, die sich unübersehbar dem Wahren, dem Schönen, dem Guten  verschrieben hat, gibt es kaum Rechtfertigungsprobleme. Es gehört zur  vertrauten humanistischen Vorstellungswelt, dass die Arbeit der Dichter  aufs Positive zielt. Man glaubt voraussetzen zu dürfen, dass es ihnen darum geht, ihre Leser zu bessern  oder zu belehren, das Leben erfreulicher und die Welt glücklicher zu  machen. Eine Literatur des Zorns passt nicht gut in dieses Bild. Doch  solche braven Vorstellungen von Literatur sind nicht nur vorschnell,  sondern gleich in doppelter Hinsicht falsch. Denn natürlich zielen die  Dichter zum einen nicht nur aufs Positive, oft genug ist es ihren  schlicht gleichgültig, ob sie mit ihren Büchern irgendjemanden bessern  oder glücklicher machen. Zum anderen steht nicht fest, ob denn Zorn  etwas Negatives ist.</strong></h3>
<p>Von der Ilias bis zu Goethe und Schiller, von Hölderlin und Kleist bis zu Kafka,  Enzensberger und in den Gedichten von Robert Gernhardt hat der Zorn in der Literatur eine herausragende Rolle gespielt. Über das Thema habe ich einen Radioessay geschrieben, der heute im Deutschlandfunk gesendet wurde. Hier der Link zu der Audio-Fassung zum nachhören:</p>
<p><strong>http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&amp;broadcast=445216&amp;datum=20121125&amp;playtime=1353832248&amp;fileid=624514a9&amp;sendung=445216&amp;beitrag=1929951&amp;/</strong></p>
<p>Und falls das nicht funktioniert, hier der Link zur Textfassung:</p>
<p><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1929951/</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Krieg und Literatur</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 07:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
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		<description><![CDATA[Kollektive Verdrängung? Die deutschen Schriftsteller begegnen dem modernen High-Tech-Militär nahezu unisono mit Schweigen. Dabei ist der Krieg eines der ältesten Themen der Literaturgeschichte. Fällt den Autoren hier und heute zu Soldaten nichts mehr ein? Ein Zwischenruf. Die Kriege unserer Zeit &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }@font-face {   font-family: "CandidaFocusRoman"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --></p>
<h2><strong>Kollektive Verdrängung?</strong></h2>
<h3><strong>Die deutschen Schriftsteller begegnen dem modernen High-Tech-Militär nahezu unisono mit Schweigen. Dabei ist der Krieg eines der ältesten Themen der Literaturgeschichte. Fällt den Autoren hier und heute zu Soldaten nichts mehr ein? Ein Zwischenruf.</strong></h3>
<div id="attachment_336" class="wp-caption alignleft" style="width: 90px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/80px-Homeros_MFA_Munich_272.jpg"><img class="size-full wp-image-336" title="80px-Homeros_MFA_Munich_272" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/80px-Homeros_MFA_Munich_272.jpg" alt="" width="80" height="119" /></a><p class="wp-caption-text">Homer</p></div>
<p>Die Kriege unserer Zeit finden in der deutschen Literatur nicht statt. Das ist verständlich und verwunderlich zugleich. Verwunderlich, weil Krieg immer eines der wichtigsten Themen der Literatur war. Von Homers <em>Ilias</em> bis Cäsars <em>Bellum Gallicum</em>, von Shakespeares Königsdramen bis Grimmelshauses <em>Simplicissimus</em>, von Schillers <em>Wallenstein</em> bis Kleists <em>Prinz von Homburg</em>, von Remarques <em>Im Westen nichts Neues</em> bis Ernst Jüngers <em>In Stahlgewittern</em> gehörte Krieg zu den Stoffen, aus dem große Schriftsteller große Bücher machten.</p>
<div id="attachment_337" class="wp-caption alignright" style="width: 104px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/94px-Heinrich_von_Kleist2.jpg"><img class="size-full wp-image-337" title="94px-Heinrich_von_Kleist2" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/94px-Heinrich_von_Kleist2.jpg" alt="" width="94" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">Kleist</p></div>
<p>Auch in der deutschen Literatur nach 1945 spielte der Rückblick auf den Zweiten Weltkrieg zunächst eine zentrale Rolle. Heinrich Böll, Heiner Müller, Günter Grass, Theodor Plievier, Siegfried Lenz und viele andere hielten die Erinnerung an das Grauen und Töten auf dem Papier fest. Sie brachten damit zur Sprache, was die Gesellschaft jener Jahre geformt hatte und zu ihren stärksten Antriebskräften gehörte. Doch seither ist der Krieg, sind zumal die zeitgenössischen Kriege nahezu ganz aus der deutschen Literatur verschwunden.</p>
<p>Verständlich war das vor allem deshalb, weil der Krieg hierzulande lange nur als fernes Gespenst wahrgenommen wurde. Er schien jede Realität jenseits der Nachrichtenkanäle eingebüßt zu haben. Doch das ist seit zwanzig Jahren vorbei. Die Einsätze der Bundeswehr out of area lassen sich inzwischen an den Fingern beider Hände nicht mehr abzählen. Deutsche Soldaten sind vor den Küsten Libanons und Somalias, in Dafur oder am Hindukusch stationiert, überwachen, kämpfen, werden verwundet oder sterben im Auftrag ihres Landes. Das Engagement in Afghanistan wurde vom damaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg entschlossen „Krieg“ genannt &#8211; und fast alle stimmten ihm zu, so dass dies eine Wort heute wie das größte Verdienst seiner Amtszeit wirkt.</p>
<p><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/41Ckxe+HP6L._SL500_AA300_.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-339" title="41Ckxe+HP6L._SL500_AA300_" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/41Ckxe+HP6L._SL500_AA300_-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der deutschen Literatur ist zu all dem wenig eingefallen. Sie begegnet den spezifischen Schrecken des Hightech-Kriegs mit Schweigen. Ingo Niemann und Alexander Wallasch haben 2010 in ihrem gemeinsam geschriebenen Roman <em>Deutscher Sohn</em> einen Soldaten zur Hauptfigur gemacht, der verwundet aus Afghanistan ausgeflogen wurde. Doch statt von seinem Kriegsschicksal zu erzählen, nehmen sie die Figur zum Vorwand, allerlei pornographischen Phantasien nachzuhängen. Der Journalist und Erzähler Dirk Kurbjuweit hat 2011 in dem Roman <em>Kriegsbraut</em> eine deutsche Soldatin beschrieben, die nach Afghanistan kommandiert wird und nicht nur die Langeweile des Lageralltags, sondern auch Feuergefechte zu bestehen hat. Viel mehr gibt es bislang zu dem uralten, brandneuen Thema nicht.<a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/415pfnvNj0L._AA115_.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-340" title="415pfnvNj0L._AA115_" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/05/415pfnvNj0L._AA115_.jpg" alt="" width="115" height="115" /></a></p>
<p>Es versteht sich von selbst, dass Literatur über den Krieg mit Kriegs-Verherrlichung nichts zu tun haben muss. Spätestens seit Anbruch der Moderne sind die hymnischen Tön aus den Schlachtenbeschreibungen fast vollständig verschwunden. Auch heute erwartet niemand, dass Schriftsteller versuchen ihren Lesern einzureden, es sei süß fürs Vaterland zu sterben.</p>
<p>Im Gegenteil: Viele Bürger der westlichen Hemisphäre sehen im Ausbruch eines Kriegs inzwischen nichts anderes als einen Beweis für die Unfähigkeit der Politik. Sobald die Waffen sprechen, haben in ihren Augen die Diplomaten nachweislich versagt. Wie immer man zu solchen Argumenten steht – sie lassen den Krieg aus literarischer Sicht nicht uninteressanter werden. Denn was sind das für Menschen, die sich dennoch als Soldaten in den Kampf kommandieren lassen? Opfer, die für wenig Geld Kopf und Kragen riskieren müssen? Abenteurer, die auf Grenzerfahrungen aus sind? Letzte Idealisten, die sich für ihr Land einsetzen, auch wenn die meisten Landsleute es ihnen nicht danken?</p>
<p>Davon könnte Literatur heute erzählen. Kein Schriftsteller muss das tun, jeder hat  ganz persönlichen Themen, die ihn inspirieren. Doch wenn eine ganze Autorengeneration über Jahrzehnte hinweg einen uralten literarischen Stoff ausblendet, dann riecht das nach kollektiver Verdrängung. Oder steckt dahinter die Furcht, sich allein durch die Berührung mit dem Thema Krieg ins Abseits zu manövrieren, weil sie gegen einen pazifistischen Grundkonsens des Literaturbetriebs verstößt?</p>
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