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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Rainald Goetz</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Rainald Goetz: Johann Holtrop</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2012 11:55:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rainald Goetz]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Middelhoff]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Ratten und Deppen Hat Rainald Goetz seit 29 Jahren keinen Roman mehr veröffentlicht (also seit Irre von 1983)? Oder erst seit 24 Jahren (also seit Kontrolliert von 1988)? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Einig war man sich dagegen in &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=676">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Von Ratten und Deppen</strong></h2>
<h3><strong>Hat Rainald Goetz seit 29 Jahren keinen Roman mehr veröffentlicht (also seit <em>Irre</em> von 1983)? Oder erst seit 24 Jahren (also seit <em>Kontrolliert</em> von 1988)? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Einig war man sich dagegen in den großen Erwartungen, als Goetz sein neues umfangreiches Prosawerk <em>Johann Holtrop</em> ankündigte. Bescheiden trat das Buch jedenfalls nicht auf, heißt es doch im Untertitel &#8220;Abriss der Gesellschaft&#8221;, fast so als wolle es nicht nur eine komplette Blaupause der Gesellschaft liefern, sondern ihr in gleichem Atemzug auch noch mittels Abrissbirne <strong>den Garaus machen</strong>. Um die Neugier der Leser zusätzlich zu reizen, wurde rechtzeitig gestreut, welche auffälligen Ähnlichkeiten der Lebensweg von Titelheld Johann Holtrop zeigt mit dem des Ex-Bertelsmann-, Ex-Acandor-Managers <em> </em> Thomas Middelhoff. Ist Goetz&#8217; Buch also ein Schlüsselroman?</strong></h3>
<p>Natürlich ist das lustig. Natürlich stellt der Leser sich gern vor, alles sei so passiert. In seinem Roman <em>Johann Holtrop</em> bestätigt Rainald Goetz die üblichen Vorurteile über Industrielle, Spitzenmanager oder Finanzmagnaten gleich dutzendweise. Er erzählt die Geschichte seines Titelhelden so, dass sie in groben Zügen die Karriere Thomas Middelhoffs erkennen lässt. Jenes Middelhoffs, der als CEO den Umsatz der Bertelsmann AG verdoppelte, bevor er als Vorstandsvorsitzender KarstadtQuelle übernahm und sie unter dem klangvollen Namen Arcandor AG in den Abgrund zog.</p>
<div id="attachment_678" class="wp-caption alignright" style="width: 189px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/09/Goetz.jpg"><img class="size-medium wp-image-678" title="Goetz" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/09/Goetz-179x300.jpg" alt="" width="179" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Suhrkamp Verlag, Berlin 2012. 342 Seiten, 19,95 Euro</p></div>
<p>Große Sympathien hat der selbstverliebt auftretende Middelhoff wohl nie genossen. Seit er wegen seiner Verstrickung in dubiose Finanzgeschäfte mit der Oppenheim-Esch-Gruppe zu einem Fall für die Staatsanwälte wurde, scheinen abträgliche Informationen über ihn öffentlich auf spürbare Genugtuung zu stoßen. Mit anderen Worten: Autor Goetz hat es sich nicht gerade schwer gemacht, wenn er in seinem Holtrop die urböse Fratze des Kapitalismus zu porträtieren versucht.</p>
<p>Ist das Buch ein Schlüsselroman? Wohl eher ein Schlüsselpamphlet. Gleich der Anfang bespiegelt die angebliche Lieblingsbeschäftigung fieser Bosse: Holtrop alias Middelhoff feuert 100 zähe Seiten lang als Chef von Assperg alias Bertelsmann einen altgedienten Mitarbeiter. Später dann treten der ergraute Firmenpatriarch Assperg („gestört“) samt Ehefrau Kate („böse und freiwillig dumm“) auf. Sie residieren im Provinznest Schönhausen, in dem, wer will, den Bertelsmann-Sitz Gütersloh sehen kann.</p>
<p>Weiter: Zwar heißt der fiktive Vorstand der Deutschen Bank Hombach, er erinnert aber an den realen Josef Ackermann. Ein halb blinder Medienzar namens Binz erlebt den Zusammenbruch seines Hauses, so wie es ähnlich dem halb blinden Leo Kirch geschah. Auf den letzten 20 Seiten haspelt Goetz dann noch lieblos ab, wie Holtrop das Firmenimperium einer gewissen Gabriele Heintzen ruiniert, deren Schicksal dem der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz gleicht.</p>
<p>Hinzu kommen fade Scherze: Hitler beispielsweise lässt Goetz „im Führerbunkerzimmer BERND EICHINGER mit seiner Munitionspistole vor seinen Generälen“ herumfuchteln. Ist es nicht reichlich albern, das Zimmer nach einem Produzenten zu benennen, der 60 Jahre nach Hitler einen Film über dessen Tod drehte? Und was ist eine Munitionspistole?</p>
<p>Psychologisch hat Goetz den Roman überaus simpel gestrickt. Alle auftretenden Spitzenkräfte betrachten sich als unübertreffliche Alphamännchen, die mit ihrem Ego spielend das Olympiastadion füllen könnten. Jeder Konkurrent ist in ihren Augen folglich rettungslos unterlegen und also wahlweise ein „Depp“, ein „absoluter Superdepp“, ein „Trottel“ oder auch mal eine „Ratte“.</p>
<p>Selbst seinem Helden Holtrop kann Goetz wenig abgewinnen. Er beschreibt ihn als „Blender“, der im Grunde von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Sobald konkrete Kenntnisse verlangt sind, zeigen sich sofort dessen offensichtliche „Inkompetenz, Hysterie, Fahrigkeit und sein in nichts fundierter Hochmut“.</p>
<p>Kurz: Goetz hat keine Geschichte über Menschen geschrieben, sondern eine über Schießbudenfiguren. Natürlich mag es mitunter lustig sein, wie er verbal auf sie einballert: ein Jahrmarktvergnügen. Aber kein Roman.</p>
<p>Rainald Goetz:<br />
<em>Johann Holtrop<br />
</em>Abriss der Gesellschaft<br />
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012<br />
342 Seiten, 19.95 Euro<br />
ISBN: 9783518422816</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was Ärzte und Schriftsteller verbindet</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 18:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Döblin]]></category>
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		<description><![CDATA[Feine Verwandtschaft Sie kennen sich aus mit dem Menschen: Die Mediziner und die Dichter, die Ärzte und die Erzähler. Kaum ein anderer Berufsgruppe ist unter den Fachleuten der Wortkunst so stark vertreten wie die Fachleute der Heilkunst. Warum ist das &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=253">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Feine Verwandtschaft</strong></h2>
<h3><strong>Sie kennen sich aus mit dem Menschen: Die Mediziner und die Dichter, die Ärzte und die Erzähler. Kaum ein anderer Berufsgruppe ist unter den Fachleuten der Wortkunst so stark vertreten wie die Fachleute der Heilkunst. Warum ist das so? </strong></h3>
<div>
<p>“Ich kenne keine bessere Schulung für den Schriftsteller”, behauptete  Somerset Maugham, “als einige Jahre den Beruf eines Arztes auszuüben.”  Maugham wußte wovon er sprach, denn er war Arzt und Schriftsteller.  Medizin hatte er studiert, um den “Menschen ohne Maske” kennenzulernen &#8211;  und er wurde einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit.</p>
<p>Beide, so schrieb Marcel Reich-Ranicki einmal, Literaten und  Mediziner seien “Fachleute für menschliche Leiden”, und so sei es nur  naheliegend, daß es zwischen diesen Berufsgruppen erstaunlich viele  Berührungspunkte gebe, ja so etwas wie eine verborgene Verwandtschaft  existiere.</p>
<div id="attachment_258" class="wp-caption alignleft" style="width: 104px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/94px-Maugham.jpg"><img class="size-full wp-image-258" title="94px-Maugham" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/94px-Maugham.jpg" alt="" width="94" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">William Somerset Maugham, 26. Mai 1934.  Portrait by Carl Van Vechten </p></div>
<p>Maugham reiht sich ein in eine erstaunliche Zahl von Autoren,  die eine medizinische Ausbildung hatten. So waren allein drei der  größten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zugleich Ärzte:  Gottfried Benn, der als Lyriker von europäischem Rang gestand, ihm sei  seine “Existenz ohne diese Wendung zur Medizin und Biologie völlig  undenkbar”. Alfred Döblin, der Medizin studierte, “weil ich Wahrheit  wollte, die aber nicht durch Begriffe gelaufen und hierbei verdünnt und  zerfasert war”. Und schließlich Arthur Schnitzler, der all seine  Erzählungen und Stücke immer auch als Arzt schrieb, denn, so bekannte  er: “Wer je Mediziner war, kann nie aufhören, es zu sein. Denn Medizin  ist eine Weltanschauung.”</p>
<p>Tatsächlich ist die Ruhmestafel weltweit gefeierter Autoren, die  zugleich als Ärzte arbeiteten, überraschend lang. Angelus Silesius war studierter Philosoph, Theologe und Arzt, Friedrich Schiller ausgebildeter Regimentsmedikus, John Keats Wundarzt, Georg Büchner  promovierter Anatom. Heinrich Hoffmann, der Vater des <em>Struwwelpeter</em>,  leitete als Chefarzt die Frankfurter Irrenanstalt, Anton Tschechow  meinte, “die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine  Geliebte”. Und Louis-Ferdinand Céline studierte als Armenarzt in Pariser  Vorstädten den Argot, den er dann in seinen &#8211; zutiefst  antisemitischen &#8211; Romanen zu Literatur veredelte. Eugène Sue steht  ebenso auf dieser Liste wie Michail Bulgakow, Sir Arthur Conan Doyle,  Friedrich Wolf und William Carlos Williams.</p>
<div id="attachment_259" class="wp-caption alignright" style="width: 94px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/84px-Georg_Büchner.png"><img class="size-full wp-image-259" title="84px-Georg_Büchner" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/84px-Georg_Büchner.png" alt="" width="84" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">Georg Büchner (1813 - 1837)</p></div>
<p>Noch beeindruckender wird die Aufzählung, wenn man bedenkt, welche  Schriftsteller zunächst Medizin studierten, sich aber noch vor dem  Examen ganz der Literatur verschrieben: nämlich unter anderem Louis  Aragon, Johannes R. Becher, Ludwig Börne, Bertolt Brecht, André Breton,  Johann Gottfried Herder, Henrik Ibsen, Stanislaw Lem, Hermann Löns und  August Strindberg. Auch unter den deutschen Autoren der Gegenwart sind  die medizinisch-poetischen Doppelbegabungen keine Seltenheit: Sowohl der  Dramatiker Heinar Kipphardt, wie der Romancier Ernst Augustin, der  Popliteratur-Avantgardist Rainald Goetz, der DDR-Epiker Uwe Tellkamp und die Erzählerin Melitta  Breznik genossen eine medizinische Ausbildung &#8211; fast alle in der Psychiatrie.</p>
<p>Sogar ein klinisches Zentrum für Dichterärzte in Deutschland hat sich  herauskristallisiert: In der Berliner Charité betrieb schon Döblin  wissenschaftliche Forschungen, dort arbeiteten Gottfried  Bermann-Fischer, der den S.Fischer Verlag durch die Nazi-Zeit brachte,  und Peter Bamm, der in den Nachkriegsjahren Bestseller schrieb, hier  standen Ernst Augustin und Kipphardt als Assistenzärzte am Krankenbett.  Heute arbeitet Jakob Hein in der Charité als Nachwuchsmediziner, der  zugleich schon mehr ist hoffnungsvoller Nachwuchsautor gilt.</p>
<p>Solche Häufungen sind kein Zufall. Unter den Schriftstellern der  deutschen Literaturgeschichte ließen sich allenfalls noch Geistliche, Lehrer oder Juristen in ähnlich großer Zahl nachweisen wie Ärzte. Diese Berufsstände neigen allerdings dazu, die Menschen unter dem Blickwinkel  zu betrachten, wie sie sein sollten. Mediziner dagegen betrachten sie  eher von dem Gesichtspunkt aus, wie sie sind. Mit anderen Worten:  Theologen. Pädagogen und Rechtsgelehrte entwerfen gern Rezepte, wie ein vorbildliches  Leben zu führen wäre. Ärzte dagegen halten sich als Naturwissenschaftler  lieber nicht an Utopien. Statt dessen benennen sie die traurigen  Tatsachen des Daseins.</p>
<div id="attachment_260" class="wp-caption alignright" style="width: 94px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/84px-Alfred_Doeblin_1930.jpg"><img class="size-full wp-image-260" title="84px-Alfred_Doeblin_1930" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/84px-Alfred_Doeblin_1930.jpg" alt="" width="84" height="119" /></a><p class="wp-caption-text">Alfred Döblin (1878 - 1957)</p></div>
<p>Es ist wohl der kühle, der beobachtende, der diagnostische Blick, der  manche Menschen zu Ärzten macht, und manche Ärzte dann &#8211; literarische  Neigungen und Fähigkeiten vorausgesetzt &#8211; zu Schriftstellern werden  läßt. Zudem noch liefert ihnen der ärztliche Beruf, wenn sie denn als  Autoren an der gesellschaftlichen Realität interessiert sind, manchen  brisanten und literarisch verwertbaren Stoff frei Haus. “Ich fand meine  Kranken”, schrieb Döblin im Rückblick auf sein Leben, “in ihren  ärmlichen Stuben liegen; sie brachten mir auch ihre Stuben in mein  Sprechzimmer mit. Ich sah ihre Verhältnisse, ihr Milieu; es ging alles  ins Soziale, Ethische und Politische über.” Ohne die  Patientenschicksale, denen Döblin in seiner Praxis begegnete, wäre <em>Berlin Alexanderplatz</em> mit Sicherheit ein anderes, vermutlich ein  schwächeres Buch geworden.</p>
<p>Doch das ärztliche Studium ist für einen Schriftsteller, zumal wenn  es sich um einen gefährdeten, seelisch nicht hundertprozentig stabilen  Menschen handelt, auch mit Risiken verbunden. “Es war eine Rieseneselei  von mir”, schreibt Arthur Schnitzler als junger Mann, “Mediziner zu  werden, und es ist leider eine Eselei, die nicht wieder gut zu machen  ist.”</p>
<p>Denn all die Krankheiten, die er während seines Studiums  kennenlernte, glaubte er bald schon an sich selbst diagnostizieren zu  können. Das Phänomen ist nicht unbekannt: Bei vielen Medizinstudenten  werden, sobald sie ihre klinische Ausbildung beginnen, ähnliche Symptome  beobachtet &#8211; die ihre Professoren dann gern ironisch als “Morbus  clinicus” bezeichnen.</p>
<p>Bei dem äußerst empfindsamen Schnitzler jedoch ging dieses Leiden  weit über das gewöhnliche Maß hinaus. Immer wieder klagte er in seinen  Tagebüchern über “meine Hypochondrie, die zuweilen wie ein schwerer  schmerzlicher Nebel über dem ganzen Grund meines Wesens liegt” und  verzeichnete handfeste “Todesangst-Anfälle”. Aber die Besessenheit, mit  der er noch die geringste Missempfindungen an sich registrierte, war eben  zugleich die Grundlage seines schriftstellerischen Talents, Menschen  noch bis in ihre verborgenen Regungen hinein beschreiben zu können. Ein  Talent, daß ihm neidvolle Anerkennung selbst von so berufener Seite wie  der Sigmund Freuds eintrug: Er habe, schrieb Freud 1922 an Schnitzler,  “den Eindruck gewonnen, daß Sie durch Intuition &#8211; eigentlich aber  infolge feiner Selbstwahrnehmung &#8211; alles das wissen, was ich in  mühseliger Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe. Ja, ich glaube,  im Grunde ihres Wesens sind Sie ein psychologischer Tiefenforscher.”</p>
<div id="attachment_261" class="wp-caption alignleft" style="width: 90px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/80px-Hetsch01.jpg"><img class="size-full wp-image-261" title="80px-Hetsch01" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/04/80px-Hetsch01.jpg" alt="" width="80" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">Schiller als Regimentarzt, 1781/1782. Gemälde von Philipp Friedrich Hetsch</p></div>
<p>Mitunter sind dichtende Ärzte allerdings für ihre Patienten nicht  ungefährlich. Als Schiller an seinem ersten Stück <em>Die Räuber</em> schrieb,  war er von seinen draufgängerischen Figuren so hingerissen, daß er als  Arzt zu ähnlich draufgängerischen Therapien neigte. Wie in der Literatur  wolle er, beklagte ein Vorgesetzter, offenbar auch in der Medizin  “Kraftstücke liefern, die aber weder gerieten, noch (von den Kranken)  zum besten rezensiert würden”. Schiller war Stolz auf seinen Ruf. Er  liebe als Arzt, schrieb er unter Pseudonym über sich selbst, “starke  Dosen” und man solle ihm lieber zehn Pferde zu Behandlung schicken als  die eigene Frau.</p>
</div>
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