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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; Ichzeit</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Maxim Billers Quartalsschwachsinn</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 12:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
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		<category><![CDATA[Ichzeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Keine Ichzeit Als sich Maxim Biller einmal gründlich verhob und glaubte, die deutsche Literatur fest im Griff zu haben. Gern würde ich Trotzkopf Maxim Biller ja irgendwie mögen. Ich gebe mir auch immer wieder Mühe. Aber er macht es einem &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=25">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Keine Ichzeit</strong></h2>
<h3><strong>Als sich Maxim Biller einmal gründlich verhob und glaubte, die deutsche Literatur fest im Griff zu haben. </strong></h3>
<p>Gern würde ich Trotzkopf Maxim Biller ja irgendwie mögen. Ich gebe mir auch immer wieder Mühe. Aber er macht es einem nicht leicht. Vor allem, wenn er wieder mal einen seiner Anfälle von Quartalsschwachsinn hat.</p>
<p><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2011/10/BuchBilder-042.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-26" title="BuchBilder 042" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2011/10/BuchBilder-042-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Heute vermisst er in der FAS großräumig &#8220;die Epoche, in der wir schreiben&#8221; und tauft sie &#8220;Ichzeit&#8221;. Falls ich alles richtig verstanden habe, ist es in seinen Augen das Kennzeichen unserer Epoche, dass die großen Autoren in ihren Büchern ihre &#8220;ganze verletzende und verletzliche Person stolz ins grelle öffentliche Licht&#8221; rücken. Biller hält das für richtig, weil dies derzeit ohnehin jeder täte, denn die Selbstbesessenheit werde &#8220;heutzutage auch beim normalsten Facebook-Nutzer durch die Medienlupe bis ins Monströse vergrößert.&#8221;</p>
<p>Gut und schön, offenbar glaubt Biller, in der Affirmation läge das Glück der Literatur. Das sei ihm gegönnt &#8211; mindestens ebenso wie sein alter Fimmel, falsche Superlative (&#8220;normalst&#8221;) für lustig zu halten.</p>
<p>Aber zum einen sind die Kriterien, die er für seine These nennt, so weit und unscharf gefasst, dass sie die halbe Weltliteratur umfassen: &#8220;Fast jedes der bedeutenden deutschen Bücher der vergangenen Jahre kommt in der ersten Person Singular daher &#8211; oder zumindest ist der Protagonist dem Autor zum Verwechseln ähnlich.&#8221; Zum anderen sind die Bücher, die er als Belege für seine These aus den letzten 25 Jahren herbeizitiert, derart willkürlich ausgewählt, dass sie alles und nichts beweisen.</p>
<p>Um nur ein Beispiel zu nennen: Der wunderbare Roman <em>Tschick</em> von Wolfgang Herrndorf ist reine Erfindungs-Literatur, ist eben nicht authentisch, sondern eine perfekte Fiktion, aus der sich der Autor persönlich heraushält. Herrndorf erschafft diese Fiktion, er selbst kommt nicht darin vor &#8211; nur seine Haltung zur Welt tritt in Erscheinung.</p>
<p>Wenn Billers Ansicht nach <em>Tschick</em> ein Beispiel für die Literatur der &#8220;Ichzeit&#8221; sein soll, daneben aber auch Helene Hegemanns <em>Roadkill</em>, dann kann einfach alles und jedes Literatur der Ichzeit sein. Ansonsten zieht er noch ein bisschen über die Literatur der Gruppe 47 und die 68igern her, doch es gibt derzeit wohl kaum etwas, das noch abgeschmackter, abgegriffener und altbackener ist als das Gruppe-47-und-68iger-Bashing. Was Biller jenseits von Honorar und Eitelkeit dazu treibt, derart dünne Laubsägearbeiten von sich zu geben, ist mir ein Rätsel. Das Ganze liest sich noch nicht einmal schwungvoll oder provokativ. Sondern langatmig und &#8211; eben &#8211; selbstbesessen. Ein Alterswerk.</p>
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