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	<title>Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock &#187; E.L.Grey</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>E.L. James antwortet nicht</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 12:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[E.L.Grey]]></category>
		<category><![CDATA[Goldmann Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Shades of Grey]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Bitte keine Fragen, die Sadomasochismus focussieren!&#8221; Die neue britische Star-Autorin E.L.James schreibt in ihrer Trilogie 50 Shades of Grey über ein ungleiches Liebespaar, deren sexuelle Leidenschaft SM und Bondage gilt. Und sie ist rasend erfolgreich damit: Ihre drei Romane stehen &#8230; <a href="http://blog.uwe-wittstock.de/?p=439">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>&#8220;Bitte keine Fragen, die Sadomasochismus focussieren!&#8221;</strong></h2>
<h3><strong>Die neue britische Star-Autorin E.L.James schreibt in ihrer Trilogie <em>50 Shades of Grey </em>über ein ungleiches Liebespaar, deren sexuelle Leidenschaft SM und Bondage gilt. Und sie ist rasend erfolgreich damit: Ihre drei Romane stehen an der Spitze sämtliche Bestsellerlisten &#8211; in Deutschland bei Amazon sogar bevor das Buch überhaupt ausgeliefert worden ist. Doch Fragen zu SM darf man der Autorin nicht stellen, wie ich feststellen musste. Wieviel Heuchelei und Verklemmtheit steckt in dem angeblichen Tabubruch der drei Bücher?</strong></h3>
<div id="attachment_442" class="wp-caption alignleft" style="width: 173px"><a href="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/06/Grey.jpg"><img class="size-full wp-image-442" title="Grey" src="http://blog.uwe-wittstock.de/wp-content/uploads/2012/06/Grey.jpg" alt="" width="163" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">E.L.James: &quot;Shades of Grey. Geheimes Verlangen&quot; Erscheint am 9. Juli im Goldmann Verlag</p></div>
<p>Der Goldmann Verlag war vergangene Woche so freundlich, mir ein Email-Interview mit der britischen Erfolgsautoren E.L.James anzubieten. Ihre Trilogie <em>50 Shades of Grey </em>ist sagenhaft erfolgreich in den Vereinigten Staaten: Seit April wurden die drei Bücher dort 15 Millionen mal verkauft (einschließlich der eBook-Verkäufe). Goldmann wird den ersten Band <em>Geheimes Verlangen</em> am 9. Juli in einer Auflage von 500.000 Exemplaren in Deutschland ausliefern. Bei Amazon.de steht er bereits seit dem 20. Juni auf Platz 1 der Bestsellerliste &#8211; soviele Vorbestellungen für das Buch sind bereits eingegangen. (Seit gestern ist es, so viel ich weiß, bei Amazon als eBook auf deutsch erhältlich.)</p>
<p>Auch wenn ich skeptisch bin, was die literarischen Qualitäten der Bücher angeht, wollte ich die Chance, ein Interview mit E.L.James zu führen, gern wahrnehmen. Denn ein solcher Erfolg ist allein schon aus sozialpsychologischen Gründen aufschlussreich: Warum interessieren sich so viele Menschen in so kurzer Zeit für diese Bücher. Bücher die, wie seit Beginn der E.L.James-Success-Story flächendeckend kolportiert wird, von einer Liebesaffäre erzählen zwischen einer Studentin und einem supersupererfolgreichen Geschäftsmann mit Neigung zu Bondage und sadomasochistischem Sex. In USA wird die Trilogie als &#8220;Mommy Porn&#8221; angepriesen und die Autorin charakterisiert sie selbst im Gespräch mit ABC News als &#8220;a love story with kink&#8221;. Das klingt gepflegt, ist aber deutlich genug: Es ist eine Liebesgeschichte mit besonderen sexuellen Zutaten.</p>
<p>Was liegt näher, als im Interview nach diesen Zutaten zu fragen &#8211; um zu erkunden, ob es eben diese Zutaten sind, die den überwältigenden Erfolg auslösen. Ich schickte also die folgenden sechs Fragen an den Goldmann Verlag, der sie an den Agenten von E.L. James weiterreichte:</p>
<p><strong>1.) Do the sex scenes in your books describe your fantasies or your experiences?</strong><br />
<strong>2.) Did “Fifty Shades of Grey” spice up your own sex life?</strong><br />
<strong>3.) Is the enormous success of your book an indication that millions of women have sadomasochistic fantasies?</strong><br />
<strong>4.) Can a woman be submissive in bed but a tough feminist in everyday life?</strong><br />
<strong>5.) Would you advise a woman to realize her masochistic fantasies? And would you advice a man to realize his sadistic fantasies?</strong><br />
<strong>6.) What is the role of dominance and submissiveness in love? And how important is dominance and submissiveness in sex?</strong></p>
<p>Knapp einen Tag später antwortet die Agentur von E.L.James, &#8220;dass die Fragen zu wenig auf das Buch bezogen sind und zu sehr das Thema Sadomasochismus fokussieren&#8221; und baten mich, ihr &#8220;neue Fragen zu schicken&#8221;. Ich antwortete, dass ich wenig davon halte, wenn sich der Befragte die Fragen aussucht, die man ihm stellen solle. Und bat erneut um Antworten auf meine Fragen. Doch die kamen nicht.</p>
<p>Schon merkwürdig: Wo immer die Bücher von E.L.James angeboten werden, ist mit erregten Unterton in der Stimme von SM- und Fesselspielen die Rede, mit denen die Hauptfiguren ihre Freizeit verbringen. Doch sobald man sich bei der Autorin nach diesem Thema erkundigt, sind die Fragen &#8220;zu wenig auf das Buch bezogen&#8221;. Kann es sein, dass hier eine Menge Heuchelei im Spiel ist? Dass hier mit lächerlicher Verklemmtheit ein Tabubruch vorgetäuscht werden soll? Und ist vielleicht gerade in dieser Heuchelei und Verklemmtheit ein Grund für den großen Erfolg der Bücher zu finden?</p>
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