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	<title>Kommentare zu: Krieg und Literatur</title>
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	<description>Über Literatur und Literaten</description>
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		<title>Von: Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-129</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2014 19:00:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Gregor Leip, ich finde Ihre Argumentation (&quot;mit Verlaub dämlich&quot;) nicht sehr differenziert. Könnten Sie etwas genauer ausführen, was an meinem Verständnis des Romans in Ihren Augen unzureichend ist? Ihr Kommentar bleibt sonst, mit Verlaub, auf dem Niveau einer bloßen Unmutsäußerung ohne jeden argumentativen Anspruch. Mit bestem Gruß   Uwe Wittstock]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Gregor Leip, ich finde Ihre Argumentation (&#8220;mit Verlaub dämlich&#8221;) nicht sehr differenziert. Könnten Sie etwas genauer ausführen, was an meinem Verständnis des Romans in Ihren Augen unzureichend ist? Ihr Kommentar bleibt sonst, mit Verlaub, auf dem Niveau einer bloßen Unmutsäußerung ohne jeden argumentativen Anspruch. Mit bestem Gruß   Uwe Wittstock</p>
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		<title>Von: gregor Leip</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-127</link>
		<dc:creator>gregor Leip</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2014 21:06:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Uwe wittstock,wer &quot;Deutscher Sohn&quot; so versteht,ist mit Verlaub dämlich!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Uwe wittstock,wer &#8220;Deutscher Sohn&#8221; so versteht,ist mit Verlaub dämlich!</p>
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		<title>Von: Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-62</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 07:14:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Liebe/r Klemperer,

ich habe den Eindruck, unsere Positionen sind in dieser Frage nicht weit auseinander. Wenn Sie schreiben, 
&quot;Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein – eher eine des “geht mich nichts an”&quot;
dann scheint mir das im Grunde nur eine etwas andere Formulierung für das zu sein, was ich mit dem Titel zu meinem kleinen Zwischenruf &quot;Kollektive Verdrängung&quot; meine. 

Im Schlussabsatz wiederhole ich diese Hypothese noch einmal: &quot;Doch wenn eine ganze Autorengeneration über Jahrzehnte hinweg einen uralten literarischen Stoff (den Krieg) ausblendet, dann riecht das nach kollektiver Verdrängung. Oder steckt dahinter die Furcht, sich allein durch die Berührung mit dem Thema Krieg ins Abseits zu manövrieren, weil sie gegen einen pazifistischen Grundkonsens des Literaturbetriebs verstößt?&quot;

Natürlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen &quot;Geht mich nichts an&quot; und &quot;Kollektiver Verdrängung&quot;. Das eine tendiert mehr in Richtung bewusster Gleichgültigkeit, das andere mehr in Richtung eines unbewussten Nicht-wahrhaben-Wollen. Ich halte, offen gestanden, bei einem solchen großräumigen, kollektiven Prozess, von dem hier die Rede ist, beides gleichzeitig für möglich.

In einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen, weil Sie mich falsch zitieren: Sie schreiben im ersten Satz Ihres Kommentars: &quot;Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen “pazifistischen Grundkonsens” in der deutschen Literatur?&quot; Das habe ich nicht geschrieben. Meine Überlegung im Schlusssatz lautet, es könne vielleicht &quot;einen pazifistischen Grundkonsens des Literatur&lt;strong&gt;betriebs&lt;/strong&gt;&quot; geben, der Schriftsteller davon abhält, sich dem Thema Krieg zu nähern. 

Ich halte das für einen wichtigen Unterschied. Eine &quot;pazifistische Literatur&quot; ist ja eine, die zum Krieg unbedingt Stellung nimmt - und zwar konsequent ablehnend. Wogegen ein pazifistischer Grundkonsens im Literaturbetrieb, wenn er denn existiert, dazu beitragen würde, das Thema Krieg schlicht aus der Literatur auszublenden, weil die Beschäftigung mit diesem Thema so viele schmerzliche und schwer lösbare politische Probleme aufwirft.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe/r Klemperer,</p>
<p>ich habe den Eindruck, unsere Positionen sind in dieser Frage nicht weit auseinander. Wenn Sie schreiben,<br />
&#8220;Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein – eher eine des “geht mich nichts an”&#8221;<br />
dann scheint mir das im Grunde nur eine etwas andere Formulierung für das zu sein, was ich mit dem Titel zu meinem kleinen Zwischenruf &#8220;Kollektive Verdrängung&#8221; meine. </p>
<p>Im Schlussabsatz wiederhole ich diese Hypothese noch einmal: &#8220;Doch wenn eine ganze Autorengeneration über Jahrzehnte hinweg einen uralten literarischen Stoff (den Krieg) ausblendet, dann riecht das nach kollektiver Verdrängung. Oder steckt dahinter die Furcht, sich allein durch die Berührung mit dem Thema Krieg ins Abseits zu manövrieren, weil sie gegen einen pazifistischen Grundkonsens des Literaturbetriebs verstößt?&#8221;</p>
<p>Natürlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen &#8220;Geht mich nichts an&#8221; und &#8220;Kollektiver Verdrängung&#8221;. Das eine tendiert mehr in Richtung bewusster Gleichgültigkeit, das andere mehr in Richtung eines unbewussten Nicht-wahrhaben-Wollen. Ich halte, offen gestanden, bei einem solchen großräumigen, kollektiven Prozess, von dem hier die Rede ist, beides gleichzeitig für möglich.</p>
<p>In einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen, weil Sie mich falsch zitieren: Sie schreiben im ersten Satz Ihres Kommentars: &#8220;Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen “pazifistischen Grundkonsens” in der deutschen Literatur?&#8221; Das habe ich nicht geschrieben. Meine Überlegung im Schlusssatz lautet, es könne vielleicht &#8220;einen pazifistischen Grundkonsens des Literatur<strong>betriebs</strong>&#8221; geben, der Schriftsteller davon abhält, sich dem Thema Krieg zu nähern. </p>
<p>Ich halte das für einen wichtigen Unterschied. Eine &#8220;pazifistische Literatur&#8221; ist ja eine, die zum Krieg unbedingt Stellung nimmt &#8211; und zwar konsequent ablehnend. Wogegen ein pazifistischer Grundkonsens im Literaturbetrieb, wenn er denn existiert, dazu beitragen würde, das Thema Krieg schlicht aus der Literatur auszublenden, weil die Beschäftigung mit diesem Thema so viele schmerzliche und schwer lösbare politische Probleme aufwirft.</p>
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		<title>Von: Klemperer</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=335#comment-61</link>
		<dc:creator>Klemperer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 22:05:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen &quot;pazifistischen Grundkonsens&quot; in der deutschen Literatur? Dann müßte man doch häufiger etwas gegen die gar nicht wenigen Kriege etwa der letzten 15 Jahre gehört haben? Wäre mir nicht aufgefallen. Ab und zu hörte ich ein paar Befürworter von Kriegen, etwa 2003, als die &quot;Anti&quot;deutschen grade in Mode waren und ein paar Befürworter und Befürworterinnen in der Literatur hatten.  
Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, statt von pazifistischem Grundkonsens kann man eher von einer gewissen Gleichgültigkeit der gesamten Gesellschaft, auch der Literatur, die in den letzten Jahren kaum sehr kritisch zur Gesellschaft ist, feststellen. Ein Grund unter sicher vielen mag auch sein, daß wir oder unsere Vorfahren etwa während des Vietnamkrieges Bilder des Grauens, der Verstümmelungen, der Morde gesehen haben. 

Die Kriege, die wir heute führen, sind nicht weniger grausam. Aber niemand interessiert sich dafür, es gibt keine Bilder, es geschieht lautlos für uns...  Daß der Irak-Krieg eine Lüge war, daß heute noch viele Menschen dort sterben, daß nichts erreicht wurde, aber unendliches Leid angerichtet, wird darüber berichtet? Gibt jemand zu, daß dieser Krieg ein Verbrechen, und dazu ein Fiasko ist? 

Interessieren sich Literaten selten einmal für Konfliktländer, sind es oft eher wie&quot;embedded journalists&quot; arbeitende Ideologen, wie der furchtbare Jonathan Littell, der eine völlig einseitige Haltung einnahm, als er sich von &quot;Rebellen&quot; genannten Leuten, die nach allem, was wir wissen, ebenso blutrünstig sind wie der Diktator Assad, in Syrien rumfahren ließ... Eine Peinlichkeit, was herauskam -  er sprach vom raschen Ende des Bürgerkrieges, über dessen Hintergründe (warum es mehr als 70 000 Emordete auf allen Seiten gibt, etwa) wir nie richtig informiert wurden - wir wissen fast nichts... Nur daß kein rasches Ende kam, sondern großes Leid.
Wenn es solche Geschichten wären, man weiß immer schon, &quot;wir&quot; sind die 100% Guten, und &quot;die&quot; die 100% Bösen, freue ich mich, daß es nicht mehr solche Berichte oder Romane gibt. 
Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein - eher eine des &quot;geht mich nichts an&quot; oder wie in Endloswiederholung ein leeres, postmodernes Gerede, wie man es tausendmal seit 1990 hörte - &quot;das Private ist das Politische&quot; &quot;ich erfinde mich immer neu&quot;... Pazifismus? Das würden die allermeisten fürchten, dann wäre man ja in Gefahr, wie abertausende &quot;Gutmensch&quot; geschimpft zu werden...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommen Sie darauf, lieber Herr Wittstock, es gäbe einen &#8220;pazifistischen Grundkonsens&#8221; in der deutschen Literatur? Dann müßte man doch häufiger etwas gegen die gar nicht wenigen Kriege etwa der letzten 15 Jahre gehört haben? Wäre mir nicht aufgefallen. Ab und zu hörte ich ein paar Befürworter von Kriegen, etwa 2003, als die &#8220;Anti&#8221;deutschen grade in Mode waren und ein paar Befürworter und Befürworterinnen in der Literatur hatten.<br />
Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, statt von pazifistischem Grundkonsens kann man eher von einer gewissen Gleichgültigkeit der gesamten Gesellschaft, auch der Literatur, die in den letzten Jahren kaum sehr kritisch zur Gesellschaft ist, feststellen. Ein Grund unter sicher vielen mag auch sein, daß wir oder unsere Vorfahren etwa während des Vietnamkrieges Bilder des Grauens, der Verstümmelungen, der Morde gesehen haben. </p>
<p>Die Kriege, die wir heute führen, sind nicht weniger grausam. Aber niemand interessiert sich dafür, es gibt keine Bilder, es geschieht lautlos für uns&#8230;  Daß der Irak-Krieg eine Lüge war, daß heute noch viele Menschen dort sterben, daß nichts erreicht wurde, aber unendliches Leid angerichtet, wird darüber berichtet? Gibt jemand zu, daß dieser Krieg ein Verbrechen, und dazu ein Fiasko ist? </p>
<p>Interessieren sich Literaten selten einmal für Konfliktländer, sind es oft eher wie&#8221;embedded journalists&#8221; arbeitende Ideologen, wie der furchtbare Jonathan Littell, der eine völlig einseitige Haltung einnahm, als er sich von &#8220;Rebellen&#8221; genannten Leuten, die nach allem, was wir wissen, ebenso blutrünstig sind wie der Diktator Assad, in Syrien rumfahren ließ&#8230; Eine Peinlichkeit, was herauskam &#8211;  er sprach vom raschen Ende des Bürgerkrieges, über dessen Hintergründe (warum es mehr als 70 000 Emordete auf allen Seiten gibt, etwa) wir nie richtig informiert wurden &#8211; wir wissen fast nichts&#8230; Nur daß kein rasches Ende kam, sondern großes Leid.<br />
Wenn es solche Geschichten wären, man weiß immer schon, &#8220;wir&#8221; sind die 100% Guten, und &#8220;die&#8221; die 100% Bösen, freue ich mich, daß es nicht mehr solche Berichte oder Romane gibt.<br />
Die Indifferenz, die Gleichgültigkeit scheint keine pazifistische zu sein &#8211; eher eine des &#8220;geht mich nichts an&#8221; oder wie in Endloswiederholung ein leeres, postmodernes Gerede, wie man es tausendmal seit 1990 hörte &#8211; &#8220;das Private ist das Politische&#8221; &#8220;ich erfinde mich immer neu&#8221;&#8230; Pazifismus? Das würden die allermeisten fürchten, dann wäre man ja in Gefahr, wie abertausende &#8220;Gutmensch&#8221; geschimpft zu werden&#8230;</p>
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