<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: 10 Jahre Buchverbot: Maxim Billers Roman &#8220;Esra&#8221;</title>
	<atom:link href="http://blog.uwe-wittstock.de/?feed=rss2&#038;p=2256" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2256</link>
	<description>Über Literatur und Literaten</description>
	<lastBuildDate>Tue, 19 Apr 2022 12:03:23 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5</generator>
	<item>
		<title>Von: Uwe Wittstock</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2256#comment-204</link>
		<dc:creator>Uwe Wittstock</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2020 18:39:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2256#comment-204</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema ist wirklich sehr heikel. Grundsätzlich bin ich ganz Ihrer Ansicht, Literatur sollte möglichst nicht die Intimsphäre lebender Personen verletzten, das scheint mir absolut unstatthaft. Allerdings: Wenn ein Buch den Untertitel Roman trägt, sind alle Leser aufgefordert, den Inhalt den Buches als Fiktion aufzufassen - und das gilt auch für Freunde und Familie. Der Wunsch von dem Romanheld oder der Romanheldin auf eine reale Person rückzuschließen, ist verständlich aber literarisch unstatthaft.
Noch ein anderer Punkt. Sie schreiben: &quot;Sollen sich die Herren Autoren bitte Geschichten ausdenken, die eben wirklich ausgedacht sind&quot;. So funktioniert Literatur leider nur sehr selten. Kürzlich hat eine Tennisspielerin, Andrea Petkovic, ein Band mit Erzählungen veröffentlicht. Die Geschichten machen mir einen sehr autobiographischen Eindruck. Und das ist typisch. Die meisten tatsächlich literarischen Geschichten enthalten viel Autobiographie. Das ist oft fast unvermeidlich. Deshalb darf man sich wohl letztlich nicht wundern, falls man sich in einem Roman o.ä. wiedererkennt, wenn man viel Zeit mit einem Schriftsteller verbringt. Das Umfeld der Autoren ist ihre Arbeitsgrundlage. Und wie Daniel Kehlmann mal geschrieben hat: Man soll sich vor dem Umgang mit Schriftstellern hüten, sie sind keine guten Menschen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema ist wirklich sehr heikel. Grundsätzlich bin ich ganz Ihrer Ansicht, Literatur sollte möglichst nicht die Intimsphäre lebender Personen verletzten, das scheint mir absolut unstatthaft. Allerdings: Wenn ein Buch den Untertitel Roman trägt, sind alle Leser aufgefordert, den Inhalt den Buches als Fiktion aufzufassen &#8211; und das gilt auch für Freunde und Familie. Der Wunsch von dem Romanheld oder der Romanheldin auf eine reale Person rückzuschließen, ist verständlich aber literarisch unstatthaft.<br />
Noch ein anderer Punkt. Sie schreiben: &#8220;Sollen sich die Herren Autoren bitte Geschichten ausdenken, die eben wirklich ausgedacht sind&#8221;. So funktioniert Literatur leider nur sehr selten. Kürzlich hat eine Tennisspielerin, Andrea Petkovic, ein Band mit Erzählungen veröffentlicht. Die Geschichten machen mir einen sehr autobiographischen Eindruck. Und das ist typisch. Die meisten tatsächlich literarischen Geschichten enthalten viel Autobiographie. Das ist oft fast unvermeidlich. Deshalb darf man sich wohl letztlich nicht wundern, falls man sich in einem Roman o.ä. wiedererkennt, wenn man viel Zeit mit einem Schriftsteller verbringt. Das Umfeld der Autoren ist ihre Arbeitsgrundlage. Und wie Daniel Kehlmann mal geschrieben hat: Man soll sich vor dem Umgang mit Schriftstellern hüten, sie sind keine guten Menschen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Anonym</title>
		<link>http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2256#comment-200</link>
		<dc:creator>Anonym</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2020 14:35:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.uwe-wittstock.de/?p=2256#comment-200</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe Ezra nicht gelesen (wie auch, wurde ja verboten), aber mein Exfreund ist ein relativ berühmter italienischer Schriftsteller und hat genau das getan, was Biller vorgeworfen wurde: Er hat unsere Liebesgeschichte zu einem Roman &quot;verwurstelt&quot;, der bis auf das Ende und zwei kleine Fakten (aus Veronika wurde Monika und ich bin Tennisspielerin statt Lehrerin) 1:1 unsere Geschichte erzählt. Wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen und ich gkaube, er MUSSTE diesen Roman schreiben, um mit uns abzuschließen und über uns hinwegzukommen - kann also seine Beweggründe durchaus nachvollziehen. Trotzdem behält dieses Buch für mich immer einen faden Beigeschmack, weil es eben SEINE Perspektive auf unsere Beziehung ist und ich keinerlei Möglichkeit hatte, MEINE zu geben. Da das Buch nur auf Italienisch erschienen ist, habe ich es auf sich beruhen lassen, aber ich kann durchaus mit Billers Exgeliebter mitfühlen, denn ich hätte nicht gewollt, dass meine Freunde und Familie dieses Buch lesen, dafür ist das Erzählte einfach zu intim. Kunst hin oder her - sollen sich die Herren Autoren bitte Geschichten ausdenken, die eben wirklich ausgedacht sind. Sich an lebenden Personen aus dem Unfeld zu bedienen und dann auch noch in der Detailtiefe, dass ein Gericht ein Verbot verhängt, hat mit Kunst nicht mehr viel zu tun.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe Ezra nicht gelesen (wie auch, wurde ja verboten), aber mein Exfreund ist ein relativ berühmter italienischer Schriftsteller und hat genau das getan, was Biller vorgeworfen wurde: Er hat unsere Liebesgeschichte zu einem Roman &#8220;verwurstelt&#8221;, der bis auf das Ende und zwei kleine Fakten (aus Veronika wurde Monika und ich bin Tennisspielerin statt Lehrerin) 1:1 unsere Geschichte erzählt. Wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen und ich gkaube, er MUSSTE diesen Roman schreiben, um mit uns abzuschließen und über uns hinwegzukommen &#8211; kann also seine Beweggründe durchaus nachvollziehen. Trotzdem behält dieses Buch für mich immer einen faden Beigeschmack, weil es eben SEINE Perspektive auf unsere Beziehung ist und ich keinerlei Möglichkeit hatte, MEINE zu geben. Da das Buch nur auf Italienisch erschienen ist, habe ich es auf sich beruhen lassen, aber ich kann durchaus mit Billers Exgeliebter mitfühlen, denn ich hätte nicht gewollt, dass meine Freunde und Familie dieses Buch lesen, dafür ist das Erzählte einfach zu intim. Kunst hin oder her &#8211; sollen sich die Herren Autoren bitte Geschichten ausdenken, die eben wirklich ausgedacht sind. Sich an lebenden Personen aus dem Unfeld zu bedienen und dann auch noch in der Detailtiefe, dass ein Gericht ein Verbot verhängt, hat mit Kunst nicht mehr viel zu tun.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
